J├╝discher Almanach - Begegnungen. Herausgegeben von Gisela Dachs mit Fotografien von Vered Navon im Auftrag des Leo Baeck Instituts Jerusalem erschienen im J├╝dischen Verlag im Suhrkamp Verlag - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J├╝disches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 14.03.2015

J├╝discher Almanach - Begegnungen. Herausgegeben von Gisela Dachs mit Fotografien von Vered Navon im Auftrag des Leo Baeck Instituts Jerusalem erschienen im J├╝dischen Verlag im Suhrkamp Verlag
Lisa Sophie K├Ąmmer

Jede von uns wird durch ihre Umgebung und die Menschen, denen sie t├Ąglich begegnet, gepr├Ągt. Das j├╝dische Jahrbuch, herausgegeben von den Leo Baeck Instituten, widmet sich dieser Vielfalt ...



... von Begegnungen.

Das AutorInnenkollektiv pr├Ąsentiert dabei eine vielstimmige Zusammenschau pers├Ânlicher Erfahrungshorizonte, in deren Fokus anl├Ąsslich des 50. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor allem die israelisch-deutschen Begegnungen stehen.

"Alles wirkliche Leben ist Begegnung", bilanzierte der bedeutende j├╝dische Religionsphilosoph Martin Buber (1878-1965) in seiner Programmschrift "Ich und du" aus dem Jahre 1923. F├╝r Buber sind es die allt├Ąglichen Begegnungen, die den einzelnen Menschen pr├Ągen, die ihn seine Umwelt erleben und erfahren lassen, wodurch er erst in die Lage versetzt wird, sich seines Selbst zu vergewissern. Zum f├╝nfzigsten Todestag Martin Bubers widmet sich der im Jahr 2014 erschienene J├╝dische Almanach diesem Begegnen, das von Buber zu einem existentiellen anthropologischen Prinzip erkl├Ąrt wurde.

Der J├╝dische Almanach

Der Almanach, der seit 1993 vom Leo Baeck Institut Jerusalem herausgegeben wird und aus j├╝discher Perspektive Lebensthemen wie "Liebe", "Identit├Ąten", "Kindheit" oder den Prozess des ├älterwerdens behandelt, umfasst in diesem Jahr insgesamt neunzehn Essays verschiedener AutorInnen.
Neben der Herausgeberin Gisela Dachs, die in einem gelungenen ├ťberblick das Verh├Ąltnis zwischen Deutschland und Israel seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1965 nachzeichnet, berichten unter anderem die Judaistinnen Verena Lenzen und Mirjam Zadoff, der ARD-Korrespondent Richard C. Schneider sowie der seit einigen Jahren in Berlin lebende Journalist der israelischen Tageszeitung Haaretz, Assaf Uni.

Begegnungen der AutorInnen

Die kurzen Abhandlungen ├╝ber erlebte Begegnungen, die sich zu einem gro├čen Teil aus den pers├Ânlichen Erfahrungen der Autorinnen und Autoren speisen und somit Einblicke in ihre Wahrnehmungs- und Erkenntniswelt offenbaren, bieten ein vielseitiges Panorama.

W├Ąhrend in den philosophischen Schriften Bubers vor allem das dialogische Verh├Ąltnis des Menschen zu Gott im Vordergrund steht, sind es im Almanach ausschlie├člich Erfahrungen mit der irdischen Mitwelt, die von den AutorInnen geteilt werden. So erf├Ąhrt die Leserin von der emotionalen Begegnung der Schriftstellerin Amelie Fried mit ihrem Onkel aus den USA, der als "Halbjude" 1939 aus Deutschland geflohen war und von dessen Existenz sie erst durch Zufall erfuhr, w├Ąhrend die Sozialp├Ądagogin Noemi Staszewski, die von 2002 bis 2013 den Frankfurter "Treffpunkt" f├╝r ├ťberlebende der Shoah und ihre Nachkommen leitete, eindr├╝cklich von ihren dortigen Erfahrungen berichtet. Dabei wird deutlich, wie sehr die Begegnung und Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit, die viele der traumatisierten ├ťberlebenden zeitlebens mieden, aus Angst, ihre nie g├Ąnzlich verheilten Wunden w├╝rden so erneut aufrei├čen, immer auch Spuren bei den Zuh├ÂrerInnen hinterlassen.

50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland-Israel

Anl├Ąsslich der Feierlichkeiten zum f├╝nfzigj├Ąhrigen Jubil├Ąum der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, die ebenfalls 2015 stattfinden und denen sich unter anderem die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr schwerpunktm├Ą├čig widmet, thematisieren vier der Essays, sowohl aus deutscher als auch israelischer Perspektive, das Verh├Ąltnis zwischen den beiden Nationen, wie es sich seit 1945 entwickelt hat. Neben dem bereits erw├Ąhnten Beitrag von Gisela Dachs, durch den der Leserin wichtige historische Informationen zu den deutsch-israelischen Beziehungen an die Hand gegeben werden, ist es vor allem der Beitrag des Journalisten Assaf Uni, der in seiner klaren und in weiten Teilen humoristisch gef├Ąrbten Schreibweise ├╝berzeugt.

Ein Israeli in Berlin: gemischte Gef├╝hle

In seinem Beitrag berichtet der seit einigen Jahren in Berlin lebende Assaf Uni von seinen Erfahrungen, die er als Israeli in der deutschen Hauptstadt gemacht hat. Diese sind ├╝beraus vielschichtig: Das quirlige, bunte Berlin, in dem gegenw├Ąrtig mehr als 20.000 Israelis leben, fasziniert auch ihn. Die Vergangenheit jedoch ist nur schwer zu ignorieren. Im Gegenteil, erst in Deutschland sieht er sich mit der Shoah und seiner eigenen Familiengeschichte emotional konfrontiert. Er beginnt, zu zweifeln und wird rastlos. Und so mischt sich im Zuge seiner Begegnungen neben die Faszination immer auch ein tiefes Unbehagen, ein Unbehagen, das laut Assaf Uni solange bleiben wird, "bis wir uns damit auseinandersetzen, uns begegnen".

Zur Herausgeberin: Gisela Dachs 1963 in der Oberpfalz geboren, ist Publizistin und Journalistin. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie an der Sorbonne in Paris war sie von 1987 bis 1989 Auslandsredakteurin f├╝r die franz├Âsische Tageszeitung Lib├ęration. Seit 1994 lebt und arbeitet sie als Nahost-Korrespondentin in Israel, wo sie f├╝r DIE ZEIT, seit 2014 auch f├╝r die NZZ am Sonntag berichtet. Gisela Dachs ist st├Ąndige Autorin f├╝r das deutsch-j├╝dische Monatsmagazin Aufbau, das 1934 als Exil-Zeitung in New York gegr├╝ndet wurde und seit 2005 seinen Sitz in Z├╝rich hat. Ihre Artikel und Monografien behandeln die gegenw├Ąrtige politische Lage in Israel, das israelisch-pal├Ąstinensische Verh├Ąltnis sowie die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Ihre wichtigsten Schriften sind: "Getrennte Welten. Israelische und pal├Ąstinensische Lebensgeschichten", Basel 1998, Deutsche, Israelis und Pal├Ąstinenser. Ein schwieriges Verh├Ąltnis, Heidelberg 1999, "Deutsch-israelische Beziehungen. Eine Zwischenbilanz, M├╝nchen 2009.
Neben der Herausgeberinnenschaft des J├╝dischen Almanachs arbeitet Dachs als Referentin f├╝r die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Bundeszentrale f├╝r politische Bildung, ist seit 2009 Lehrbeauftragte an der "Sammy Ofer School of Communications" in Herzlia sowie regelm├Ą├čige Interviewpartnerin zum Thema Nahost, unter anderem f├╝r den Deutschlandfunk. Sie lebt in Tel-Aviv.

Zur Fotografin: Vered Navon studierte Filmwissenschaften und Fotografie in Tel-Aviv und New York. Ihre Arbeiten, die vor allem das friedliche Zusammenleben von Israelis und Pal├Ąstinensern, f├╝r das sich Navon als politische Aktivistin seit vielen Jahren ausspricht und engagiert, in den Blick nehmen, wurden in verschiedenen Magazinen und B├╝chern, sowohl in Israel, Deutschland als auch den USA ver├Âffentlicht. Sie lebt in Jaffa, Israel.
Website der Fotografin: vnavon.co.il

AVIVA-Tipp: Der J├╝dische Almanach bietet nach den Themenschwerpunkten "Sport", "Proteste" und "Alter" auch in diesem Jahr eine vielf├Ąltige, in sich stimmige Zusammenschau verschiedener Sichtweisen und Erfahrungshorizonte, die durch ihre sinnhafte Anordnung ├╝berzeugen. Die knappen Essays, die sich hervorragend auch "zwischendurch" lesen lassen, offerieren der Leserin so eine Bandbreite pers├Ânlicher Perspektiven, aber auch objektiv-wissenschaftlicher Abhandlungen. Das Jahrbuch begeistert zudem durch die Arbeiten der Fotografin Vered Navon, die den Almanach durchziehen und in denen sich allt├Ągliche Szenen aus Israel erkennen lassen, die leider jedoch ÔÇô und dies w├Ąre einzig zu kritisieren ÔÇô nicht beschriftet sind.

J├╝discher Almanach - Begegnungen
J├╝discher Almanach der Leo Baeck Institute
Herausgegeben von Gisela Dachs mit Fotografien von Vered Navon
J├╝discher Verlag im Suhrkamp Verlag, erschienen am 15. September 2014
Broschur, 217 Seiten
ISBN 978-3-633-54270-3
16, 95 Euro
www.suhrkamp.de

Weitere Infos unter:

www.de50il.org/de Website zu 50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland-Israel

www.leipziger-buchmesse.deLeipziger Buchmesse 2015. Deutschland - Israel

www.lbi.org J├╝dische Almanache des Leo Baeck Institute (1993-2014)

www.lbi.org Das Leo Baeck Institute New York ÔÇô Berlin

Ausstellung: Jahrhundertzeichen: TEL AVIV Museum of Art visits BERLIN Martin-Gropius-Bau vom 27. M├Ąrz bis 21. Juni 2015
Aus Anlass des 50. Jahrestages der Aufnahme der diplomatischen deutsch-israelischen Beziehungen entsendet das Tel Aviv Museum of Arts etwa 70 Meisterwerke erstmals nach Europa ÔÇô nach Berlin. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der Moderne und wird erg├Ąnzt durch zeitgen├Âssische Medienkunst aus Israel.
Veranstaltungsort: Martin-Gropius-Bau
Infos unter: www.berlinerfestspiele.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

J├╝discher Almanach - Frauen

J├╝discher Almanach - Die Jeckes


Literatur Beitrag vom 14.03.2015 Lisa Sophie K├Ąmmer 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken