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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.07.2016

Yi Luo - Running Girl
Hai-Hsin Lu

Das Debut der chinesischen Illustratorin Yi Luo (Yinfinity) zeichnet auf wenigen Seiten ein eindrückliches Portrait von migrantischer Erfahrung: Fremdsein und Ankommen – ein Balanceakt zwischen zwei Welten.



Wie kann das Gefühl von Fremdheit beschrieben werden? Schon viele Literat_innen haben sich an dem Thema versucht. Die Illustratorin Yi Luo hat anhand ihrer eigenen Migrationserfahrungen eine Graphic Novel konzipiert, in der sie mit einem einprägsamen Malstil zwischen hellen Wasserfarben und dunklen Tuschestrichen die täglichen Kämpfe in der neuen Heimat zu einer Kurzgeschichte zusammenfügt. Im Mai 2016 wurde Running Girl im Reprodukt Verlag veröffentlicht und fand seitdem vielfach Beachtung.

Zwischen Fremdsein und Ankommen

Die Protagonistin Li lebt seit anderthalb Jahren in Augsburg, geht zur Uni und arbeitet nebenbei als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant. Zu dem ohnehin gut gefüllten Tagesablauf kommen die langen nächtlichen Telefonate mit ihrem Freund Chen, der noch in China lebt.

Die autobiographischen Komponenten sind eindeutig: Auch Yi Luo kam 2007 nach Deutschland und studierte Illustration an der Hochschule Augsburg. Auf den Seiten ihrer Graphic Novel sammeln sich persönliche Erlebnisse, die sie mit weichen Pinselstrichen und hellen Fraben zu Papier bringt: Männer auf der Straße, die ihr "Ausländer!" hinterherbrüllen, die Hilflosigkeit angesichts der Sprachbarrieren in den Vorlesungen, oder auch gegenüber ihres Freunds Chen, der ihr in einem ihrer Videochats beichtet, fremdgegangen zu sein.

"Wenn man die Sprache nicht gut beherrscht, erweckt man bei den anderen den Eindruck, man habe einen niedrigen IQ..." Yi Luo paart diese bittere Erkenntnis mit der feinen Zeichnung der Protagonistin Li, die mit fliegendem Haar zum Sushi-Restaurant eilt, um nicht zu spät zu kommen.
Ein "Running Girl", das eilig zwischen Sprachbarriere, Fernbeziehung, Nebenjob und Träumen hin und her jagt. Am Ende taucht die Illustratorin die turbulente Geschichte in einen ruhigen nachtblauen Anstrich, kreiert Ruhe, in der Li langsam nach Hause geht.

AVIVA-Tipp: Yi Luo gelingt mit "Running Girl" eine fesselnde Erzählung ihrer persönlichen Erfahrungen: Fremdsein, Herzschmerz und der abgehetzte Alltag. In all dem werden sich Leser_innen mit und ohne Migrationsgeschichte wiederfinden.

Zur Autorin: Yi Luo lebt seit 2007 in Deutschland. Sie studierte Illustration an der Hochschule Augsburg und absolvierte das Wintersemester 2010/11 an der ISIA Urbino. Derzeit studiert sie Animation in Ludwigsburg an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sie arbeitet unter dem Pseudonym "Yinfinity" als freie Illustratorin, Grafikerin und Comic-Autorin, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und das comic Magazin "Jazam!". Für den deutsch-französischen Comicworkshop in Leipzig fertigte sie die im Comic Magazine Schick Vol. 7 erschienene Serie "Run Boy run" an, während "Das Kleine Ich" regelmäßig auf ihrer Webseite erscheint.
Für ihre Arbeiten wurde Yi Luo mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem "ICOM-Preis" (Independent Comic Preis) für "Herausragendes Artwork" für das von ihr selbst herausgegebene Buch "die kleine blaue Melancholie".
Mehr Informationen zu Yi Luo unter: the-yinfinity.com und www.facebook.com


Yi Luo
Running Girl

REPRODUKT, erschienen im Mai 2016
Taschenbuch, 32 Seiten
ISBN 978-3-95640-083-4
10,00 Euro
www.reprodukt.com


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Literatur Beitrag vom 30.07.2016 AVIVA-Redaktion 





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