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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 20.10.2008

Gaby von Thurn - Kinder machen sich ein Bild von Gott
Kristina Tencic

Gaby von Thurn hat sich die Frage gestellt, wie Kinder sich eigentlich Gott vorstellen. Herausgekommen ist eine Sammlung an Bildern und kurzen Texten, die zeigen, wie intuitiv Glaube sein kann.



Gegenwärtig befindet sich die Berliner Schulgesellschaft mal wieder in einem Streit. Es geht darum, dass eine Bürgerinitiative den vom Ethikunterricht verdrängten Religionsunterricht für alle Berliner Schulen zu einem obligatorischen Fach machen möchte. Es soll dabei ein Angebot für Christen, Moslems und Juden geben, da die Initiative den Verfall des religiösen Wissens beobachtet haben will.

Betrachtet man nun das neue Kinderbuch von Gaby von Thun "Der liebe Gott sieht aus wie ein Elefant, oder?" würde man den streitenden Parteien gerne zurufen wollen, dass sie sich entspannen können. Denn, wie das Buch bunt und vielfältig belegt, hat jedes Kind eine Vorstellung von Gott tief in sich selbst angelegt, welche man einfach einmal gelassen, in Form der schönen Zeichnungen und oft amüsanten Bemerkungen auf sich wirken lassen sollte.

Ein Beispiel: Mario, 9 Jahre, katholisch: "Ich baue einen Lego-Turm bis zu Gott. Dann steige ich hinauf zu ihm!" Thomas, 7 Jahre, katholisch: "Dann fällst du runter und bist tot." Mario: "Wenn ich tot bin, dann komme ich doch gleich wieder rauf."

Über das in vielen Religionen geltende Gebot "Du sollst dir kein Gottesbild machen" haben Kinder zwischen 6 und 15 Jahren, aus Schulen und Kindergärten weltweit, ihr persönliches Gottesbild gemalt. Dieser Gott ist meist ein älterer Herr mit Bart, oder auch ein Symbol wie die Sonne, der Mond, ein Stern – der kindlichen Phantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Interessanterweise haben nur hinduistische Kinder Gott als Frau gemalt. Einzig ein 9-jähriges Kind hat im Religionsunterricht (zu) gut aufgepasst und geschrieben: "Ich glaube an Gott, aber in unserer Religion darf man kein Bild von Gott zeichnen."

Das eigentlich Bemerkenswerte und oft im Erwachsenenalter Vergessene an der kindlichen Gottesvorstellung ist der naive Anspruch der Kinder an einen Gott, dem religionsunabhängig die Funktion einer schützenden Hand zugesprochen wird. Es ist dabei völlig egal, ob dieser Gott als biertrinkender Schutzengel oder als seltsame Energie umschrieben wird, das Essentielle daran sind die universellen Werte, wie etwa Liebe, Toleranz, Vertrauen und Schutz, welche die Kinder instinktiv empfinden.

Gaby von Thun appelliert an die Eltern, ihren Kindern das Recht auf eine spirituelle Begleitung zu lassen und es ihnen nicht mit Sätzen wie "Es gibt keinen Gott" zu rauben. Hinzufügen könnte man, dass man einen toleranten Umgang mit Religionen weitergeben sollte, wie etwa Timon, 8 Jahre, feststellt: "Manche sagen Allah, manche sagen Buddha, aber eigentlich meinen sie alle Gott".


Zur Autorin: Gaby von Thun war jahrelang als Modedesignerin tätig. Nach Aufenthalten in Indien und der Türkei begann sie, sich mit spirituellen Fragen auseinander zu setzen und beendete ihre Karriere als Designerin. Sie ist die Autorin des Erfolgstitels "Auf der Such nach Gott", in dem sie prominente Persönlichkeiten nach ihrem Verhältnis zum Glauben befragt. (Quelle: Rowohlt)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:
Gaby von Thun - Auf der Suche nach Gott

AVIVA-Tipp: Bei allem Trara um die Wichtigkeit und Richtigkeit der Religionen in unserer Gesellschaft übersehen wir Erwachsenen allzu oft, um was es uns eigentlich geht: Es geht darum, eine/n BeschützerIn zu haben, da wir doch im Grunde genommen stets auf uns selbst gestellt sind. Weil gerade Kinder die Eigenverantwortlichkeit erst erlernen müssen, haben sie (noch) ein gewisses Reingefühl für Spiritualität. Gaby von Thurn hat es sich mit diesem Buch zur Aufgabe gemacht, hinzusehen und zuzuhören, was den klugen Kindern so durch den Kopf geht – was ihr sehr schön gelungen ist.


Der liebe Gott sieht aus wie ein Elefant, oder?
Gaby von Thun

Rowohlt Verlag, erschienen Oktober 2008
Gebunden, 144 Seiten
ISBN: 978-3-8052-0850-5
14,90 Euro

Literatur Beitrag vom 20.10.2008 Kristina Tencic 





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