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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 27.01.2010

Joseph Roth in Berlin. Eine Lesebuch f├╝r Spazierg├Ąnger
Claire Horst

Einen Gro├čteils seines Lebens als Journalist verbrachte Joseph Roth in Berlin, einer Stadt, die er eigentlich nicht leiden konnte. Trotzdem wurde Berlin zum Mittelpunkt vieler seiner Reportagen.



Der 1894 in Brody / Galizien geborene Schriftsteller und Literaturwissenschaftler hatte eine Auffassung vom Kulturjournalismus, die sich nicht immer mit der seiner Redaktionen und LeserInnen vertrug. Seiner Ansicht nach war es das Feuilleton, das ├╝ber die eigentlich wichtigen Ereignisse, ├╝ber den Kern einer Gesellschaft zu berichten hatte. Er wollte keine leichte, unterhaltsame Kost bieten, sondern verband Berichterstattung mit literarischem Anspruch.

Der Herausgeber des Joseph-Roth-Lesebuchs, Michael Bienert, arbeitet als Stadtf├╝hrer bei StattReisen Berlin und hat schon mehrere literarische Reisef├╝hrer f├╝r Berlin geschrieben. Er hat die Texte von Joseph Roth durch Fotos und biografische Angaben zum Autor erg├Ąnzt. Dadurch ist das Lesebuch zu einem wunderbaren Begleiter durch die Stra├čen der Stadt geworden. Wer etwa heute durch das Scheunenviertel l├Ąuft, hat keine Vorstellung mehr davon, dass hier einst das Wohngebiet der "Ostjuden" war, der Fl├╝chtlinge aus Russland und dem Baltikum, die sich hier in engen Quartieren niederlie├čen. Dass das Viertel schon in den 20er Jahren in Glanz und Bedeutung den j├╝dischen Vierteln etwa in New York um einiges nachstand, beweisen die Texte von Roth.

Generell interessierte sich Roth, der als Korrespondent der renommierten Frankfurter Zeitung in Berlin arbeitete, mehr f├╝r das Leben der einfachen Menschen als f├╝r die Parlamentspolitik. Er besuchte Obdachlosenasyle und Zuh├Ąlterbars, sprach mit Prostituierten und Vertretern und berichtete ├╝ber sie. Das Erstaunliche und zugleich Erschreckende an diesen Reportagen ist, dass die beschriebenen Schicksale heute noch sehr ├Ąhnlich stattfinden k├Ânnten. Die Reihen der Menschen vor den Suppenk├╝chen sind heute noch ebenso angef├╝llt wie damals, mitten in der Wirtschaftskrise.

Die Zusammenstellung l├Ąsst sich jedoch nicht nur als "Zeit-Reisef├╝hrer" lesen, sondern auch als interessante Sammlung von Hintergrundinformationen zum Autor Josef Roth. Was er etwa ├╝ber den Zionismus dachte und wie er zu der Technikbegeisterung seine Zeit stand, spielt auch in seinen Romanen eine gro├če Rolle. Texte wie der Tagebucheintrag zur B├╝cherverbrennung auf dem Bebelplatz zeugen von seiner gro├čen Ersch├╝tterung und lesen sich als eindrucksvolles Zeitdokument.

AVIVA-Tipp: Obwohl Joseph Roth mit gro├čem Ernst an die sozialen Probleme seiner Zeit herangeht, zeichnen sich seine Berichte und Reportagen durch Mitgef├╝hl und viel Humor aus. Seine Beschreibungen der M├Ądchen von der Stra├če, der BesucherInnen der Nachtclubs und Kinos lesen sich als Liebeserkl├Ąrung an die Menschen, die er portr├Ątiert. Ein Buch, das die Lust weckt, Berlin und Roth (wieder) zu entdecken!

Michael Bienert (Hg.)
Joseph Roth in Berlin. Ein Lesebuch f├╝r Spazierg├Ąnger

Verlag Kiepenheuer & Witsch, erschienen Januar 2010

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Literatur Beitrag vom 27.01.2010 Claire Horst 





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