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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.07.2008

Hanna Zweig-Strauss - Saly Mayer, 1882 - 1950
Yvonne de Andrés

Saly Mayer, ein Retter j√ľdischen Lebens, der vom loyalen Patrioten zum Helfer im Untergrund wurde. Sein Engagement blieb lange Zeit unbekannt. Die Biographie erm√∂glicht neue Zug√§nge und Einblicke.



Saly Mayer war von 1936 bis 1943 Pr√§sident des "Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes", "SIG". Bereits ab 1929 hatte er auf ehrenamtlicher Basis das Sekretariat der Organisation gef√ľhrt. Er wurde 1882 in Basel geboren, die j√ľdische Familie war aus S√ľddeutschland eingewandert. Gemeinsam mit seinem Bruder Max gr√ľndete Mayer 1907 in England eine Textil-Exportfirma. Nachdem der Bruder 1911 verungl√ľckte, ging Saly Mayer nach St. Gallen. Dort baute er sein Unternehmen erfolgreich aus und wurde das Oberhaupt der Familie. 1930 erwarb er das B√ľrgerrecht der Stadt. Er engagierte sich auf lokaler Ebene bis 1933 in der Freisinnigen-Demokratischen Partei (FDP), war Mitglied des Stadtparlaments. Die Biografin Zweig-Strauss spekuliert, dass "in St. Gallen die FDP fr√ľh auch Juden als Kandidaten f√ľr √∂ffentliche √Ąmter, sei es als Interessensvertreter, sei es m√∂glicherweise auch nur als Stimmenf√§nger" benannte.

Die "SIG" untersch√§tzte den seit Dezember 1933 wachsenden Antisemitismus in der Schweiz und das Aufkommen der Nationalsozialisten in Deutschland. Um den Arbeitsanforderungen als Pr√§sident der SIG gerecht zu werden, reduzierte er ab 1936 die T√§tigkeit in seinem eigenen Unternehmen. Ab 1940 nahm er zus√§tzlich auch die Funktion eines Vertreters des "American Jewish Joint Distribution Commitee" (JOINT) an. St. Gallen wurde die finanzielle Drehscheibe f√ľr die Verteilung der Gelder der Hilfsorganisation an Juden und j√ľdische Organisationen in den von Nazi-Deutschland besetzten Gebieten.

Diese Aufgabe, den Opfern nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik zu helfen, war unl√∂sbar. Sie h√§tte jede Person √ľberfordert. Saly Mayer hat mit au√üergew√∂hnlichem Engagement diese ihm √ľbertragene Anforderung im Verborgenen zu l√∂sen versucht. Finanzielle Engp√§sse, personelle Unstimmigkeiten und viele andere Dinge erschwerten seine Arbeit zus√§tzlich. In den letzten Kriegsjahren f√∂rderte im Auftrag von JOINT zus√§tzlich die illegale Einwanderung nach Pal√§stina. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde Mayer und sein Engagement h√§ufig verkannt. Vor allem wurde ihm sein wenig kommunikativer und angespannter Stil vorgeworfen, autorit√§r sei er gewesen. Dabei wurde nicht ber√ľcksichtigt, dass die Aufgabe f√ľr einen einzelnen Menschen sehr gro√ü war und dar√ľber hinaus die Umst√§nde nicht immer demokratische Verfahrensweisen und Absprache erlaubten.

Zur Autorin: Hanna Zweig-Strauss, geboren 1931 in Frankfurt am Main. Studium der Medizin in Z√ľrich, war als √Ąrztin t√§tig. Seit ihrem Ruhestand besch√§ftigt sie sich intensiv mit der neueren j√ľdisch-schweizerischen Geschichte. Sie hat vielf√§ltige Artikel publiziert. 2002 erschien ihr Buch "David Farbstein (1868-1953). J√ľdischer Sozialist - sozialistischer Jude. Ein Leben im Kampf gegen Benachteiligung und Ausgrenzung". Sie lebt heute in Egg in der Schweiz.

AVIVA-Tipp: Die Biografin Hanna Zweig-Strauss erm√∂glicht einen neuen Blick auf die T√§tigkeit Saly Mayers im Nationalsozialismus. Ein integrer Mann, dem ab 1936 die schwierige Aufgabe √ľbertragen wurde zu entscheiden, welche Juden gerettet werden konnten. Er musste in dieser Sache auch direkt mit der SS zu verhandeln. Half er ‚Äď so wurde deshalb nach dem Krieg h√§ufig gefragt - oder war er mitverantwortlich f√ľr den Tod von Verfolgten? Dieses faktenreiche Buch weist akribisch nach, dass Saly Mayer wichtigstes Anliegen der Stopp des Mordens an den europ√§ischen Juden war.

Hanna Zweig-Strauss
Saly Mayer 1882 - 1950

Böhlau Verlag, erschienen März 2007
Gebunden, 416 Seiten
ISBN: 9783412200534
40,00 Euro

Literatur Beitrag vom 22.07.2008 Yvonne de Andr√©s 





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