Blutspuren - Rutu Modan - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J√ľdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.01.2009

Blutspuren - Rutu Modan
¬ĽNana¬ę Nicole Wenger

Lieben, Leben und Sterben in Tel Aviv ... diesen und anderen brisanten Themen geht die brillante israelische K√ľnstlerin Rutu Modan in ihrer emotionsgeladenen Graphic-Novel auf den Grund.



Es ist selten ein gutes Zeichen f√ľr Israelis, wenn sie einen Anruf aus dem Hauptquartier der Armee erhalten. Und so schwant auch dem jungen Taxifahrer Kobi Franco nichts Gutes, als er ausdr√ľcklich zu einer Einzelfahrt ins IDF beordert wird. Dabei w√ľnscht er sich doch nichts sehnlicher als in Ruhe nach Hause zu fahren und sein geregeltes Leben zu f√ľhren.
Kaum angekommen, wird er von einer jungen Soldatin beiseite genommen. Sie stellt ihm ominöse Fragen nach seinem Vater, zu dem er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, und den er regelrecht aus seinem Leben verdrängt hat. Trotz aller Abwehrreaktionen Kobis, lässt die junge Frau einfach nicht locker.

"Erinnerst Du Dich an den Anschlag in Hadera vor drei Wochen?" ‚Äď "Hadera? Du meinst Haifa." ‚Äď "Nein, nicht der im Restaurant. Der in der Cafeteria am Busbahnhof."

Wenige Europ√§erInnen k√∂nnen sich wirklich vorstellen, wie allgegenw√§rtig Anschl√§ge und Selbstmord-Attentate f√ľr Israelis sind. So reagiert Kobi aufgrund seiner pers√∂nlichen Familiengeschichte ‚Äď seine Mutter Aviva verstarb bereits vor Jahren an einer schweren Krankheit ‚Äď wie auch aufgrund der politischen Situation in seinem Land - sein Cousin wurde im Libanon get√∂tet ‚Äď √§u√üerst distanziert. Auch als ihm die junge Frau von ihrem Verdacht berichtet, es k√∂nne sich bei einem der nicht identifizierten Toten um seinen Vater Gabriel handeln, scheint es ihn vordergr√ľndig nicht besonders tief zu ersch√ľttern. Schlie√ülich hatte er seit einem Streit mit seinem Vater keinen Kontakt mehr, und dessen pl√∂tzliches Verschwinden erscheint Kobi nicht allzu ungew√∂hnlich. Doch so ganz l√§sst ihn die Sache doch nicht in Ruhe, und er beginnt Erkundigungen einzuziehen. Als er in der v√∂llig verwahrlosten Wohnung auch noch einen Liebesbrief findet, und weitere Nachforschung die junge Soldatin als die Briefschreiberin entlarven, wird Kobi skeptisch. Es stellt sich die Frage, ob dem Vater wirklich etwas zu gesto√üen ist, oder ob sich seine junge Geliebte Numi in eine fixe Idee verrannt hat.

Trotz aller Hindernisse und aus den unterschiedlichen Motivationsgr√ľnden stellen Kobi und Numi ihre Nachforschungen an, bei denen sich vielschichtige gesellschaftliche Probleme wie auch Einzelschicksale offenbaren, die trotz individueller Pr√§gungen eng mit der Krise Israels verwoben sind.
Es beginnt eine Suche nach dem Unbekannten, dem Vater, dem Geliebten und nach dem Sinn des eigenen Lebens. Dabei tauchen Fragen auf, die nicht nur das mysteriöse Verschwinden des Vaters oder die Identität und das Schicksal des unbekannten Toten betreffen.
"Blutspuren" wurde in Frankreich mit dem Prix Info 2008 ausgezeichnet und ist außerdem in Spanien, Frankreich, Italien und England erschienen.

Weiterlesen: "CARGO - Comicreportagen aus Israel-Deutschland"

Weitersehen: "Persepolis" von Marjane Satrapi und "Waltz with Bashir" von Ari Folman.

Zur Autorin:: Rutu Modan wurde 1966 in Tel Aviv geboren, wo sie lebt und als Comicautorin und Illustratorin arbeitet. Nachdem sie die Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem erfolgreich abgeschlossen hatte, begann sie regelm√§√üig Comic-Strips und Geschichten in f√ľhrenden Zeitungen Israels zu ver√∂ffentlichen. Au√üerdem war sie Mitherausgeberin der israelischen Ausgabe vom "MAD-Magazine". Rutu Modan ist in Israel und im Ausland auch als Illustratorin und Texterin f√ľr Magazine und B√ľcher t√§tig, inklusive "New York Times", "New Yorker" und "Le Monde". (Quelle: Verlagsinformationen)

AVIVA-Tipp: "Blutspuren" ist ein hervorragender, fesselnder und vor allem vielschichtiger Comic. Seine brillante Zeichen-Sprache verwebt die fast unaussprechlichen Themen wie Terror und Tod, die Motive von Gewalt und Liebe sowie die Bereiche Geschichte und Politik miteinander. Das Wechselspiel von Vordergr√ľndigem und Hintergr√ľndigem, wie es z.B. in dem Bild eines zum Mahnmal umfunktionierten Cola-Automaten sichtbar wird, kreiert dabei eine unglaubliche novellistische Intensit√§t, bei der weder die Liebe noch der Humor zu kurz kommen.

Rutu Modan
Blutspuren

Übersetzung aus dem Hebräischen von Barbara Linner
Edition Moderne, September 2008
Broschiert 166 Seiten
ISBN: 978-3037310359
28,00 Euro

Literatur Beitrag vom 20.01.2009 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken