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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 05.06.2005

Pe Jacobi. √Ąngste besiegen - Panik √ľberwinden
Tatjana Zilg

Die Zahl der von Angststörungen betroffenen Frauen ist weitaus höher als die der Männer. Im Ratgeber wird den Ursachen der Diskrepanz nachgegangen. Adäquate Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt



Weltweit leiden rund 400 Millionen Menschen an Angstst√∂rungen. Der Ratgeber richtet sich an die Betroffenen, deren Angeh√∂rige, FreundInnen und PartnerInnen sowie √ĄrztInnen und TherapeutInnen.

Die Autorin ist als Sozialp√§dagogin nicht nur Fachfrau, sondern auch selbst betroffen. Vor f√ľnf Jahren brach bei ihr eine akute Angstst√∂rung aus, durch die sie phasenweise die Wohnung kaum noch verlassen konnte. Sie schildert, wie sie lange Zeit nach au√üen hin versuchte, eine Maske aufrechtzuerhalten. Bekannte nahmen sie weiterhin als stark, selbstbewusst und mutig wahr. Mit Vermeidungsverhalten vertuschte sie ihre Angst, bis sie bei einer kompetenten Psychologin eine erfolgreiche Therapie machen konnte.

Ein wichtiger Fokus wird auf die Frage gelegt, warum Angst sich als h√§ufigstes psychisches Leiden bei Frauen etablieren konnte. Internationalen Studien zufolge leiden sie zwei- bis dreimal h√§ufiger als M√§nner unter der Krankheit. Zudem ist die St√∂rung heftiger ausgepr√§gt und es gibt nach erfolgreich abgeschlossenen Behandlungen mehr R√ľckf√§lle. Es wird belegt, dass die weibliche Geschlechterrolle nach wie vor √§ngstliches Verhalten f√∂rdert. Noch immer wird von M√§nnern mehr Risikofreude erwartet, von Frauen eher Anpassung und Sexappeal.

Angstst√∂rungen bei Frauen werden zum gesellschaftliches Ph√§nomen: Bei der Suche nach dem eigenen Platz im Zuge der Auseinandersetzung mit modernen Anspr√ľchen und tradierten Rollen kann ein Identit√§tsproblem entstehen, durch das eine Balance zwischen den Polen des sicheren Hortes "Abh√§ngigkeit" und dem vielversprechenden Abenteuer "Freiheit" verhindert wird. Pe Jacobi m√∂chte mit der ausf√ľhrlichen Analyse der soziologischen Hintergr√ľnde, dem Aufzeigen der Hilfem√∂glichkeit durch Psychotherapie und anhand von f√ľnf Fallbeispielen Frauen ermutigen, die eigenen Grenzen und M√∂glichkeiten zu erforschen, den Schritt in die Freiheit zu wagen und die verborgenen Gef√ľhle hinter der Angst anzuerkennen. Die durch die psychische Krankheit versch√ľtteten F√§higkeiten und Kompetenzen sollen durch die angebotenen Selbsthilfetipps wieder zug√§nglich gemacht werden.

Wenn der nat√ľrliche Sinn der Angst als Warnsignal vor drohenden Gefahren verstanden wird, ist ein bewusster, selbstsicherer Umgang mit ihr m√∂glich. In einer Therapie k√∂nnen bisher verdr√§ngte Gef√ľhle ans Licht geholt werden und die eigene Verletzlichkeit akzeptiert werden. Besonders die Verhaltenstherapie unterst√ľtzt die KlientInnen, mit den eigenen Fehlern und Schw√§chen besser zu leben. Die Autorin empfiehlt, eine Angstst√∂rung als Indikator f√ľr eine tiefergehende Krise zu nutzen und sich der Herausforderung einer L√∂sung der zugrundeliegenden Probleme zu stellen. Dies k√∂nnen z. B. unausgesprochene Partnerkonflikte oder eine verdr√§ngte Unzufriedenheit im Beruf sein. Fatal ist, dass Frauen sich oft aufgrund der Angstst√∂rung in eine gr√∂√üere Abh√§ngigkeit vom PartnerIn begeben, da dies als scheinbare Sicherheit wahrgenommen wird.

Zur Autorin: Pe Jacobi, geboren 1968, ist Diplom-Sozialp√§dagogin, Journalistin und Autorin f√ľr viele Fachzeitschriften, unter anderem "Psychologie heute". Sie lebt und arbeitet in Frankfurt/Main. Ihr besonderes Interesse gilt frauenspezifischen Themen, Sozialpolitik und Gesundheit.

AVIVA-Tipp: Ein sorgf√§ltig recherchiertes Buch, das sich nicht in wissenschaftlichen Details verliert und alle Interessierten in die Thematik verst√§ndlich, strukturiert und gut lesbar einf√ľhrt. Durch die Fallbeispiele werden Vergleichsm√∂glichkeiten geboten, wie die eigene Situation eingeordnet werden kann. Gleichzeitig macht der optimistische Grundtenor Mut, Wege aus der Angst zu finden und neue Handlungsm√∂glichkeiten auszuprobieren.


Pe Jacobi
√Ąngste besiegen, Panik √ľberwinden
Ein Buch f√ľr Frauen

222 Seiten
Rowohlt Verlag, V√Ė 18.03.2005
ISBN 3-498-03340-9
16,90 Euro200784306275"



Literatur Beitrag vom 05.06.2005 AVIVA-Redaktion 





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