Kein Weg zu weit. Mein Leben zwischen Afrika und Europa - Almaz Böhm und Beate Wedekind - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur Biographien



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 21.08.2009


Kein Weg zu weit. Mein Leben zwischen Afrika und Europa - Almaz Böhm und Beate Wedekind
Britta Leudolph

Almaz Böhm wächst in Äthiopien auf, einem der ärmsten Länder der Welt. In ihrer Biografie erzählt sie von ihrem zeitweise schwierigen Lebensweg und den Gegensätzen, die ihren bisherigen Werdegang..




... bestimmten.

Almaz Böhm wird am 22. September 1964 "in Glück gehüllt" geboren. In Äthiopien gelten Kinder als "besonders beschützt und dem Leben zugewandt, aber auch als ausgesprochene Freigeister und Kämpfernaturen [...]", wenn sie mit den weißlich schimmernden Eihäuten der Fruchtblase über dem Kopf geboren werden. Glück, das lässt sich bestätigen, hat Almaz Böhm ihr Leben lang gehabt.

Sie wächst inmitten einer äthiopischen Großfamilie auf und wird größtenteils von ihrer geliebten Großmutter Mobitu aufgezogen, die sie zärtlich "Enaye" nennt, was in etwa soviel heißt wie "Mutti" – eine Matriarchin alter Schule, die sich dem Großvater zwar unterordnet, aber zu Hause das Zepter in der Hand hält. Als Jüngste in der Familie wächst Almaz behütet und umsorgt auf. Ihre ersten Lebensjahre verbringt Almaz in Jijiga, der Hauptstadt der äthiopischen Provinz Somali. Die Familie entstammt der Volksgruppe der Amharen, die seit Jahrhunderten der Oberschicht Äthiopiens angehören. So ist Almaz´ Leben von Anfang an privilegiert, sie hat die Möglichkeit zur Schule zu gehen und später auch zu studieren.

Doch Almaz Kindheit endet jäh, als 1977 der Ogaden-Krieg zwischen Äthiopien und Somalia ausbricht. Die Familie muss ihre Heimatstadt verlassen und findet nach einer Flucht in letzter Minute Schutz in Addis Abeba. Und auch hier zeigt sich wieder, wie glücklich sich Almaz schätzen kann: "Vergleiche ich aber rückblickend mein eigenes Flüchtlingslos mit dem der Abermillionen von Menschen, die auf der Welt Tag für Tag Opfer von Krieg und Vertreibung werden, so schätze ich mich jeden Tag aufs Neue glücklich, dass ich weder meine Kultur noch meine Familie verloren habe." Nach dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen kann Almaz nach Jijiga zurück kehren und ihr Abitur ablegen.

Nach ihrem Studium am Awassa Agriculture College beginnt Almaz Böhm als Abteilungsleiterin der Viehzucht in Erer für die Stiftung "Menschen für Menschen" zu arbeiten, die der Schauspieler Karl-Heinz Böhm bereits 1981 gründete, nachdem er Äthiopien das erste Mal bereiste. Die Begegnung mit Karl-Heinz Böhm bleibt für Almaz nicht folgenlos, sie verliebt sich in ihren 36 Jahre älteren Chef und die beiden werden ein Paar. Heute hat Almaz Böhm den Stiftungsvorsitz von "Menschen für Menschen" übernommen und lebt abwechselnd in Äthiopien und Österreich.

Zu den Autorinnen:

Almaz Böhm
, geboren am 22. September 1964 in Jijiga, Äthiopien, ist Stiftungsvorsitzende der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" in Deutschland und Österreich sowie stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats von "Menschen für Menschen" in der Schweiz. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Heinz Böhm und ihren zwei Kindern in Äthiopien und Österreich.
Beate Wedekind, geboren am 13. April 1951 in Duisburg, arbeitet als Journalistin, Autorin, Eventmanagerin und TV-Produzentin. Sie war unter anderem Chefredakteurin der Zeitschriften "Bunte" und "Gala". Wedekind engagiert sich seit der Gründung von "Menschen für Menschen" für die Hilfsorganisation.

Weitere Infos zur Stiftung "Menschen für Menschen" finden Sie unter: www.menschenfuermenschen.at

AVIVA-Tipp: Almaz Böhms Biografie liest sich teilweise wie ein Märchen, in dem am Ende alles gut wird, was nicht zuletzt auch an ihrer Co-Autorin Beate Wedekind liegt. Die Leserin erfährt jedoch viel über die Kultur und die Geschichte Äthiopiens. Almaz Böhm setzt sich kritisch mit ihrem Heimatland auseinander und weist immer wieder auf Missstände hin, die auch heute noch das Leben insbesondere von Frauen bestimmen. Hierzu zählen in erster Linie überkommene, grausame Traditionen wie die Genitalverstümmelungen und die Frühverheiratung, ganz allgemein aber auch die untergeordnete Stellung der Frau in der äthiopischen Gesellschaft.

Kein Weg zu weit. Mein Leben zwischen Afrika und Europa
Almaz Böhm
Aufgezeichnet von Beate Wedekind
Collection Rolf Heyne, erschienen April 2009
Gebunden mit Schutzumschlag, 336 Seiten
ISBN 978-3-89910-392-2
19,90 Euro


Literatur > Biographien

Beitrag vom 21.08.2009

Britta Leudolph 






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