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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 13.12.2009


Carmen Bregy - Im Stillen umarmt
Katharina Liese

Der Roman erzählt eine traurige Liebesgeschichte zweier Frauen, die nicht mit, aber auch nicht ohne einander sein können. Immer wieder treffen sie aufeinander, finden jedoch nie mehr zueinander.




Zwei Frauen, die sich lieben, die einst tolle Reisen unternahmen, die sich immer wieder begegnen...es könnte alles so schön sein. Doch die Liebe der beiden ist kompliziert. Rückblenden glücklicher, aber auch schrecklicher Zeiten, spiegeln die Ausmaße der starken Verbindung der namenlosen Protagonistin zu ihrer Ex-Partnerin wider.

Trauer und Leid der Ich-Erzählerin ziehen sich durch die Geschichte. Manchmal möchte man sie zur Vernunft bringen und sie aus ihrer nicht enden wollenden, selbstzerstörerischen Qual befreien.

Die Protagonistin kommt nicht über die Trennung von ihrer großen Liebe hinweg. Immer wieder tritt diese in ihr Leben und stellt es, meist dann, wenn es einigermaßen geordnet ist, innerhalb von Sekunden auf den Kopf. Alljährlich stattfindende Feierlichkeiten und vor allem der gemeinsame Freundeskreis lassen die Frauen auch nach langen Phasen der Abstinenz immer wieder aufeinander treffen, mal in intimer Vertrautheit, mal in fremder Distanz.

Die Andere scheint mit der Ich-Erzählerin zu spielen und sich nach einer gemeinsamen vergangenen Zeit nicht mehr voll und ganz auf sie einlassen zu wollen. Sie lieben sich, reden miteinander, aber doch aneinander vorbei: Es gibt kein Wir mehr. Die Andere legt sich nie fest, genießt vereinzelt die Zeit mit der Ich-Erzählerin, in der sie erneut ein Feuer entfacht und einen Hoffnungsschimmer aufblitzen lässt, um sich dann wieder sang- und klanglos aus deren Leben zurückzuziehen.

Die Leserin erfährt Details der unvergesslichen Augenblicke, die die Zwei verlebt haben, jedoch wird man das Gefühl nicht los, dass die Geschichte ein nicht positiv endendes Protokoll des Leidens ist. Die Leserin hofft, dass die Protagonistin irgendwann loslassen kann, um der starken emotionalen Abhängigkeit und dem Schmerz, den man beim Lesen dieses Romans deutlich spüren kann, ein Ende zu setzen. Auch die FreundInnen der Leidenden können kaum noch Verständnis für deren grenzenlosen Liebeskummer aufbringen, sind jedoch stets an ihrer Seite und heitern sie durch ironische Bemerkungen über ihr verkorkstes Gefühlschaos auf.

Ob die naiv verliebte Ich-Erzählerin eines Tages den Mut aufbringt, sich aus dieser aussichtslosen Situation zu befreien und alles hinter sich lassen kann, um wieder glücklich zu werden, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Anfangs dauert es seine Zeit, sich der Geschichte vollends anzunehmen und die beiden namenlosen Charaktere zuzuordnen. Doch wenn man sich an den Stil der Schweizer Schriftstellerin gewöhnt hat, entpuppt sich dieser als magisch. Es ist ein wahrer Genuss, Carmen Bregys poetische Ausdrucksstärke zu erleben, sodass man gerne zurückblättert, um so manche Passage auch ein zweites Mal zu lesen.

AVIVA-Tipp: Mit ihrem Debüt ist Carmen Bregy eine wertvolle Geschichte über tiefgründige Gefühle gelungen, die all ihr schriftstellerisches Talent auf eindrucksvolle Weise zur Geltung bringt.

Zur Autorin: Carmen Bregy lebt und arbeitet in Basel, unter anderem als Verantwortliche für Texte und Konzepte in einer Werbeagentur. Freie Projekte: www.bregy-buschle.ch. "Im Stillen umarmt" ist ihr erster Roman. (Quelle: Presseinformation)

Carmen Bregy
Im Stillen umarmt

Querverlag, erschienen März 2009
156 Seiten, gebunden
Euro 14,90
ISBN: 978-3-89656-162-6


Literatur > Romane + Belletristik

Beitrag vom 13.12.2009

AVIVA-Redaktion 






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