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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.11.2007

Ann Hallenberg, Ditte Andersen - mia vita, mio bene
Annegret Oehme

Unter der Leitung Wolfgang Katschners begaben sich die beiden herausragenden SÀngerinnen auf die Spuren Arkadiens und bringen so bisher unvertonte SchÀtze barocker Musikkunst zu Gehör.



"Arkadisch frei sei unser GlĂŒck!"

So sagte schon Faust in Johann Wolfgang von Goethes zweitem Teil des gleichnamigen Werkes.
Arkadien, das bedeutete im 16. bis 18. Jahrhundert SchĂ€feridylle, Freiheit und ein goldenes Zeitalter. Die Arkadier waren in der Antike ein griechisches Hirtenvolk, das spĂ€ter zum Synonym fĂŒr Menschen wurde, die zufrieden und glĂŒcklich mit der Natur in Einheit lebten und ein bescheidenes, aber trauliches Dasein fĂŒhrten.

Auch die bildenden KĂŒnste konnten sich dieser Inspirationsquelle nicht erwehren und so wurde Arkadien ein beliebtes Motiv der Malerei, Architektur und Musik.
Das Zentrum dieser Musik bildete Italien. Bald wurde die "moderne Stilrichtung" auch an deutschen Höfen importiert, wo sie VerÀnderung und Umgestaltung erfuhr.
Die Musik durchbrach die Enge des kleinen Hofes, fĂŒhrte die Gedanken in einen imaginĂ€ren SĂŒden, vermittelte aber auch Kritik an der politischen Gegenwart dieser Zeit.

FĂŒr die Zusammenstellung auf "mia vita, mio bene" bilden die Sammlungen zweier deutscher StĂ€dte den Ausgangspunkt: Die BestĂ€nde der Hofmusik in Sondershausen, erworben durch FĂŒrst GĂŒnter I., und die Herzog Anton Ulrich Sammlung in Meiningen. Beide gehören ins ausklingende 17., beginnende 18. Jahrhundert.
Dass die ungeahnten SchĂ€tze ans Tageslicht gefördert wurden, ist ein maßgeblicher Verdienst Wolfgang Katschners. Aus den schönsten Werken der Sammlungen stellte er ein musikalisches Drama um naive Liebe und Eifersucht zusammen, das getragen wird von der Sehnsucht nach dem mythischen Arkadien.

Angesichts Katastrophen wie dem Brand der Anna Amalia Bibliothek im September 2004, bei dem fast die gesamte Musikaliensammlung der Herzogin Anna Amalia zerstört worden war, scheint es umso wichtiger, noch unbekannte Werke aus ihrem Schattendasein in Archiven und Bibliotheken zu holen und einem breiten Publikum zugÀnglich zu machen.
Die Mezzosopranistin Ann Hallenberg studierte in Stockholm und London Gesang und ist seitdem gern gesehener Gast in bedeutenden EuropĂ€ischen OpernhĂ€usern, wie dem Königlichen Opernhaus Stockholm, dem Opernhaus Stuttgart oder der Komischen Oper Berlin, und auf Festivals wie den Dresdener Musikfestspielen und dem Tanglewood Festival. Mit großem Erfolg sprang sie 2003 bei "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" fĂŒr Cecilia Bartoli am Opernhaus ZĂŒrich ein und war in Berlin im Rahmen des Gluck-Projektes des Konzerthausorchesters zuletzt am 21.10.2007 als Orfeo in "Orfeo ed Euridice" zu erleben.
Ditte Andersen wurde in Kopenhagen geboren und etablierte sich nach ihrem Gesangsstudium schnell als einer der fĂŒhrenden hohen lyrischen Soprane Skandinaviens. Ihre Engagements fĂŒhrten sie unter anderem an die Opera Garnier in Paris, das Stockholmer Drottningholm Theater und nach London. Seit der Spielzeit 2006/2007 gehört Ditte Andersen zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin, wo sie seitdem unter anderem als Papagena ("Die Zauberflöte"), Frasquita ("Carmen") und Arabella ("Arabella") zu begeistern weiß.

AVIVA-Tipp: "mia vita, mio bene" vereint heute weniger bekannte Komponisten, wie Antonio Caldaras und Giovanni Portas, die stellvertretend fĂŒr einen bedeutenden Aspekt Barocker Kunst stehen. Durch die beiden exzellenten SĂ€ngerinnen wird der Ausflug in die Idylle Arkadiens zu einem herausragenden Hörgenuss.


Mia Vita, Mio Bene
Ann Hallenberg, Ditte Andersen

Lautten Compagney Wolfgang Katschner
edel records GmbH, erschienen September 2006
EAN: 0782124179021
17,90 Euro

Music Beitrag vom 23.11.2007 AVIVA-Redaktion 





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