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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 17.04.2014

Mimi Sheffer - Ode to David Eisenstadt
Sarah Ross

Die S├Ąngerin und Kantorin ist schon seit vielen Jahren als Interpretin synagogaler Musik auch weit ├╝ber die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Mit ihrer CD geben sie und The Warsaw Singers nun auch ...



... den Werken des Komponisten David Eisenstadt neues Leben.

Wer die in Israel geborene und aufgewachsene, nun in Berlin lebende Kantorin und S├Ąngerin Mimi Sheffer kennt, wei├č, dass sie es sich zum Ziel gesetzt hat j├╝dische Kultur ÔÇô und hier vor allem synagogale Musik ÔÇô neu zu beleben und diese in einen aktuellen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen. Diesem Ziel ist sie mit ihrer aktuellen CD wieder ein ganzes St├╝ck n├Ąher gekommen. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Musik, die aus der Feder von Komponisten wie Paul Ben-Haim, Samuel Adler, Herbert Fromm und anderen stammt, welche aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ihr Leben in Europa aufgeben mussten, sich jedoch ins Exil retten konnten. Dort haben sie die Traditionen europ├Ąisch-j├╝discher Synagogalmusik mit neuen Elementen verbunden und weiterentwickelt. Mit "Ode to David Eisenstadt" nimmt Mimi Sheffer nun auch einen Komponisten in den Kanon jener j├╝dischen "Exil-Komponisten" auf, der die Shoa nicht ├╝berlebte.

Sheffer widmet ihr Album dem Komponisten, Dirigenten, Arrangeur und Musikp├Ądagogen David Eisenstadt (1890-1942), welcher mit seiner Frau und Tochter ÔÇô der ber├╝hmten S├Ąngerin Miriam Eisenstadt (Marysia Ajzensztadt, die sogenannte "Nachtigall des Ghettos", 1921-1942) ÔÇô im Warschauer Ghetto gefangen war und schlie├člich in Treblinka ermordet wurde. Obwohl einige von Eisenstadts Arrangements heute zum Repertoire einiger j├╝discher Ch├Âre z├Ąhlen, wurde nur ein kleiner Teil seiner Kompositionen zu seinen Lebzeiten ver├Âffentlicht, von denen die meisten mit der Zerst├Ârung des Warschauer Ghettos verschwanden. Nur eine Handvoll seiner Werke haben die Shoa ├╝berlebt, so etwa seine Vertonung des ber├╝hmten Gedichtes "L┬┤cha Dodi" (Track Nr. 1), des kurzen Gebetes "Hayom Harat Olam" (Track Nr. 6) und seine Komposition "Sh┬┤chula Achula" (Track Nr. 10).

Zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg war David Eisenstadt einer der ber├╝hmtesten j├╝dischen Musikschaffenden in Polen. Nicht nur als Komponist, sondern vor allem auch als Direktor und Dirigent des Chors der Gro├čen T┬│omackie-Synagoge in Warschau hat Eisenstadt sich ├╝ber die Stadtgrenzen hinaus verdient gemacht. Neben j├╝discher Sakralmusik war der Chor auch f├╝r die Interpretation nicht-j├╝discher Werke bekannt, so etwa von Klassikern wie Bach, H├Ąndel und Haydn. Eisenstadt trat auch bei den Warschauer Philharmonikern auf und machte Aufnahmen f├╝r das polnische Radio. Vor allem aber ist sein Name untrennbar mit der Gr├╝ndung des j├╝dischen Symphonieorchesters und Chors im Warschauer Ghetto verbunden, dessen unbestrittener Star seine Tochter Miriam war.

Neben dem sehr informativen und ausf├╝hrlichen Booklet ├╝ber Leben und Werk Eisenstadts und mehr, welches von dem bekannten Musikwissenschaftler und Kantor Prof. Eliyahu Schleifer geschrieben wurde, ├╝berzeugt das Album sowohl durch eine wohldurchdachte Auswahl der elf St├╝cke, wie auch durch eine feinsinnige Einspielung der Werke. Durch die Einbettung von Eisenstadts Kompositionen in weitere synagogale Werke von Paul Ben Haim, Herbert Fromm, Kurt Weill, Max Janowski, Samuel Adler, Max Helfman u.a. zeigt Kantorin Mimi Sheffer, unter Mitwirkung des Kammerchors The Warsaw Singers (unter der Leitung von Sebastian Gunerka) und des Organisten Mirlan Kasynaliev, wie synagogale Musik um die Mitte des 20. Jahrhunderts geklungen hat, welche musikalischen Konzepte dahinter standen. Mit ihrer Arbeit erweitert Sheffer nicht nur das Repertoire j├╝discher Musik, das heute auf Europas Konzertb├╝hnen zu h├Âren ist, sondern vervollst├Ąndigt vielmehr unser Wissen ├╝ber j├╝disch-liturgische Musik des 20. Jahrhunderts: wer h├Ârt, die/der lernt!

"Ode to David Eisenstadt" ist Teil von "Cilia ÔÇô The Jewish Music Series" ÔÇô einer Reihe von CDs, die sich komponierten Werken j├╝discher Musik der Vorkriegszeit widmet, die von Musikerinnen und Musikern performt und eingespielt werden, welche sich auf dem Gebiet der j├╝dischen Musik spezialisiert haben. Ziel von Cilia ist es, ein Bewusstsein f├╝r jene unbekannten oder in Vergessenheit geratenen Werke j├╝discher KomponistInnen zu schaffen, diese zu dokumentieren, wiederzubeleben und in das klassische Repertoire europ├Ąischer Ch├Âre, Symphonie- und Kammermusikorchester zu integrieren.

├ťber Mimi Sheffer: Mimi Sheffer wuchs in Israel auf. Nach ihrer Ausbildung in j├╝dischen Wissenschaften schloss sie ihr Studium als Fl├Âtistin an der Rubin Academy of Music in Jerusalem ab. Im Anschluss studierte sie klassischen Gesang an der Rubin Academy of Music in Tel-Aviv. Sie gewann den "Young Artist" Wettbewerb von "Kol Israel" (Radio Israel), zweimal den Preis der "Rubin Academy, Tel-Aviv" und war viermal Preistr├Ągerin des "Amerika-Israel Cultural Foundation". Als Teilnehmerin des "Israeli Vocal Arts Institute" wurde Mimi Sheffer nach New York in Joan Caplans Studio eingeladen. Sie vertiefte ihr K├Ânnen im B├╝hnen- und Interpretationsbereich unter Renato Capecchi, Nico Castel, Rita Loving, Alfredo Kraus, Vera Rozsa und Hilde Zadek.

Unter anderem sang Mimi Sheffer Opernrollen wie Mimi, Contessa, Michaela, Fiordiligi und Desdemona. Ihre Karriere als Kantorin begann Mimi Sheffer an der West-End-Synagogue in New York als fest angestellte Kantorin. Ihr Ruf verbreitete sich zunehmend, so dass sie in der ber├╝hmten Emanuel Synagogue in West Hartford amtierte. In Berlin war Mimi Sheffer als Kantorin in der Synagoge Oranienburger Stra├če angestellt und f├╝r die Entwicklung der jungen Gemeinde zust├Ąndig. Mimi Sheffer widmet sich interreligi├Âsen Aktivit├Ąten, leitet Workshops zu j├╝dischen Themen und Liturgie, tritt h├Ąufig anl├Ąsslich offizieller Veranstaltungen und bei eigenen Konzerten auf. Als Kantorin mit klassischer musikalischer Ausbildung in ganz Europa bietet Mimi Sheffer ein breites Spektrum urspr├╝nglicher und h├Âchst anspruchsvoller Programme an: sie ist spezialisiert in "cross-over" zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen und belebt kantorale und orchestrale Musik in Europa neu.
Mimi Sheffer ist eine der Stipendiatinnen der Stiftung Zur├╝ckgeben, die Projektzusch├╝sse an j├╝dische K├╝nstlerinnen und Wissenschaftlerinnen vergibt.


AVIVA-Tipp: Eisenstadts Werke wurden an Mimi Sheffer als "neue Herausforderung in der Kantoralmusik" an sie herangetragen. Eine Herausforderung, die sie mit Bravour gemeistert hat. Mimi Sheffer ÔÇô wie auch der Warschauer Kammerchor ÔÇô ├╝berzeugen nicht nur mit Professionalit├Ąt, sondern vor allem mit einer sehr einf├╝hlsamen Interpretation von Eisenstadts und anderen Werken.

Ode to David Eisenstadt ÔÇô Oda do Davida Eisenstadta
Cantor: Mimi Sheffer, The Wasaw Singer, Director: Sebastian Gunerka, Organist: Mirlan Kasymaliev

Cilia ÔÇô The Jewish Music Series
Distribution by: Keshet ÔÇô Jewish Music in Dialogue, The Artists┬┤ Agency for Jewish Music, www.keshet.de
17,90 Euro

CD-Bestellung und weitere Informationen finden Sie unter: www.cilia-jewish-music-series.com und www.mimisheffer.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Cantorial Highlights 2 - Revival of Synagogue Music in Europe von Mimi Sheffer


Music Beitrag vom 17.04.2014 Sarah Ross 





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