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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 17.06.2010

Sia - We Are Born
Lisa Erdmann

Das vierte Album der aus Adelaide stammenden Musikerin, welche die Hörerin einst als Frontfrau des britischen Duos "Zero 7" kennen lernte, ist ein bunter Pop-Rausch, der jedem noch so lahmen Tag...



... wieder frischen Wind in die Segel pustet und bittere Stunden mit rosigem Zuckerguss ĂŒberzieht.

In der Australischen Musiklandschaft gehört Sia bereits seit zehn Jahren zum festen Ensemble der Popelite. Die einstige Stimmgeberin der Ambient-Combo "Zero 7" zog vor zehn Jahren vom fĂŒnften Kontinent nach London, um ihre Solokarriere zu starten. Es folgten Plattendeals mit Sonys Tochterlabel DancePool, bei welchem sie ihr DebĂŒt "Healing Is Difficult" veröffentlichte, sowie mit UMG ("Colour The Small One") und einigen kleineren Labels. Die Ballade "Breath Me" verschaffte der 1975 in Adelaide geborenen Musikerin erste globale Aufmerksamkeit, da der Titel in mehreren TV-Serien zu hören war.

Musikalisch hat Sia jedoch noch einiges mehr zu bieten und will nun mit ihrem vierten, von Greg Kurstin (Lily Allen, Britney Spears, Kylie Minogue) produzierten Studioalbum auch endlich den Rest der Welt von sich ĂŒberzeugen. Dass ihr das problemlos gelingen sollte, belegen einige ihre tĂŒchtigen Landsfrauen - Lisa Mitchell, Gabriella Cilmi und Lenka eroberten im letzten Jahr mĂŒhelos deutsche Plattenshops, Playlists und Charts und sind, ganz im Gegensatz zu all den belanglosen One-Hit-Wondern, auch heute noch prĂ€sent.

Sia Kate Isobelle Furler hat ihren australischen MitbĂŒrgerinnen sogar noch einiges voraus. Neben gut gelaunten Melodien und der sĂŒĂŸ-kratzigen Stimme der 35-JĂ€hrigen erwartet die Hörerin auf "We Are Born" auch eine Vielzahl clever geschriebener Songs, die ungeniert Euphorie und Lebenslust versprĂŒhen. Ein Sommeralbum zu produzieren, welches fast nur aus Up-Tempo-Titeln besteht, gilt darĂŒber hinaus als musikalische Glanzleistung - vor allem, wenn es der Hörerin trotz des durchweg schnellen Takts trotzdem nicht langweilig wird. Ganz im Gegenteil: "We Are Born" ist eine fröhliche Kette, bei der sich eine Klangperle an die nĂ€chste reiht.

Das Gute-Laune-Konzept des Longplayers geht bereits im Opener auf: "The Fight" ist eine ekstatische Kampfansage, welche mit treibenden E-Gitarrenriffs und dem wachrĂŒttelndem Gesang der SolokĂŒnstlerin die Hörerin postwendend aus Lethargie und Alltagsstarre reißt.

"Oh, clap your hands, clap your hands, come on dance, take a chance on romance, we only get one shot at love" fordert die SĂ€ngerin von ihrem Auditorium im zweiten Titel "Clap Your Hands", welcher zugleich die erste Singleauskopplung des Albums ist. Im Video des Songs prĂ€sentiert sich Sia mal als bunte KoalabĂ€rin, mal als gekrönte Comicfigur und schließlich als schnurrbartverzierte Bauarbeiterin - eine Frau, die nicht nur optischen, sondern auch musikalischen Facettenreichtum besitzt.

Folkige Percussion, ein gitarrenunterlegtes Xylophon und Sias elektrisierende Stimme sind das Markenzeichen des dritten Kettenglieds "Stop Trying", die Downtempo-Nummer "Be Good To Me" hingegen stellt primĂ€r das Organ der AusnahmesĂ€ngerin in den Vordergrund. Verliebt wird es bei "I`m In Here", emotional im futuristischen Madonna-Cover "Oh Father" - denn Sia hat natĂŒrlich auch balladeskes Talent. Dennoch, fĂŒr zarte Töne ist auf dem dreizehn Titel starken "We Are Born" nur wenig Platz, schließlich lĂ€sst es sich bei 28 Grad im Schatten auch viel besser fröhlich denn traurig sein.

Sia im Netz: www.siamusic.net

AVIVA-Tipp: Gesanglich findet Sia ihren Platz irgendwo zwischen Nelly Furtado, Dido und Sarah McLachlan und prĂ€sentiert mit "We Are Born" durchweg KlangkreativitĂ€t und Facettenreichtum. Ein Sommeralbum, das all die mĂŒden Glieder zurĂŒck auf die TanzflĂ€che zwingt und die Sonnenseiten des Lebens in Zuckerwatte hĂŒllt.

Sia
We Are Born

Label: Sony Music, VÖ: Juni 2010


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Sia – Some People Have Real Problems

Emiliana Torrini - Me And Armini

Gabriella Cilmi - Lessons To Be Learned

Lenka - Lenka

Music Beitrag vom 17.06.2010 Lisa Erdmann 





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