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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.04.2011

Watcha Clan - radio Babel
Marie-Luise Wache

Der Titel des Albums "radio Babel" klingt nach Sprachwirrwarr und Chaos, meint aber genau das Gegenteil. Mit einer faszinierenden Mischung aus Musikstilen und Sprachen aus Orient und Okzident...



... kehrt Watcha Clan die Erzählung des Turmbaus zu Babel um in eine farbenfrohe Vision eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen.

Nach zwei erfolgreichen Tourjahren nahmen sich Watcha Clan 2010 die Zeit, intensiv an einem neuen Album zu arbeiten. Bis auf wenige Club- und Festivalauftritte widmeten sie sich voll und ganz der Komposition und Aufnahme neuer Songs.
So ist für das MusikerInnenkollektiv der Name ihres neuen Studioalbums Programm. Gleich einem Multi-Kulti-Radiosender, der viele Kulturen erreichen und seine HörerInnen bewegen will, bildet auch Watcha Clan unterschiedlichste musikalische Strömungen ab.

Es überrascht nicht, dass sich alle vier Mitglieder in Marseille zusammengefunden haben. Gilt diese Stadt doch als kreativer, lebendiger Minikosmos, in welchem Menschen aus aller Welt stranden. Um ihre Utopien hörbar werden zu lassen hat die Frontfrau Sister K drei hervorragende Musiker um sich geschart: Suprem Clem, den Keyboarder aus den französischen Alpen, der außerdem komponiert und für alle Beats und Samples zuständig ist, den Korsen Matt Labesse am Kontrabass und den aus Algerien stammenden Sänger und Gitarristen Nassim Kouti.

In "radio Babel" mischen sich Musikstile wie Drum´n´Bass, Dub Step und Balkan Beats mit Folklore, religiös-anmutenden Gesängen, Nomaden-Klängen und Klezmer. Dabei beschränkt sich der Clan nicht nur auf eine Sprache, sondern textet auf Arabisch, Englisch, Spanisch, Hebräisch, Französisch und Jiddisch.

Im Gegensatz zum Vorgängeralbum "Diaspora Hi-Fi" sind die elektronischen Klänge auf "radio Babel" feiner in die Stücke eingearbeitet. Waren es bei "Diaspora Hi-Fi" die Beats, welche einen Großteil der Titel getragen haben, wurden diese jetzt zugunsten der Instrumente und des harmonierenden Gesangs von Sister K und Nassim Kouti akzentuierter eingesetzt.
Mit ihren jeweiligen Nationalitäten und religiösen Hintergründen nehmen die vier BandmitgliederInnen Einfluss auf den schillernd-globalen Sound.
So ist jeder Song auf dem Album ein eigenes, wohldurchdachtes Werk. In der vielseitigen Kombination von Musikstil und Sprache und dem experimentellen Charakter formt sich alles zu einem Ganzen und der Idee, welche hinter "radio Babel" steckt.

Ein Beispiel der kulturellen Konvergenz und professionellen Mixtur ist das mit Tuaregeinflüssen durchzogene Lied "Hasnaduro". Inspiriert von der malischen Wüstenmusik würzt Watcha Clan diesen Titel mit einer herzhaften Mischung elektrischer Gitarren, nordafrikanischer Schlagzeuge und der bassartigen Gimbri-Laute. Auf dem Album ist außerdem eine Neuinterpretation des aus dem 17. Jahrhundert von Rabbiner Schalom Shabazi geschriebenen Gebets "Im Nin´alu", zu hören, welches von der israelischen Sängerin Ofra Haza im Jahr 1988 zu einem Hit verarbeitet wurde. Lieder wie "With or without the wall" und "We are one" machen die Forderung der Band nach einer friedlichen Welt deutlich.

Die zu vermutende Dissonanz und Reibung, welche frau nun vielleicht mit dem Mix des Watcha Clans assoziiert, lässt entgegen diesen Erwartungen auf erstaunliche Weise Spannung entstehen. Es gelingt der Band dabei, vielleicht gerade aufgrund der kühnen und gewagten Umsetzung, diese Spannung als etwas Natürlich-Harmonisches darzustellen.

© Sharon Adler. Watcha Clan-Konzert am 14. April 2011 im Lido in Berlin-Kreuzberg.


AVIVA-Tipp: Wie die Albentitel verraten, vereint sich in der Musik des Watcha Clans die Moderne mit Traditionen. Diese irisierende Mischung ist es, was auch das neue Album unbedingt hör- und tanzbar macht.

Watcha Clan
radio Babel
Label: piranha, VÖ: März 2011
www.piranha.de
Weitere Infos zu Watcha Clan finden Sie unter:
www.watchaclan.com

Music Beitrag vom 21.04.2011 AVIVA-Redaktion 





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