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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 16.02.2012

Dani Wilde - Juice me up
Kristina Auer

Eigentlich geben schon das farbenfrohe Hippie-Cover dieses Albums und der Vinyl-Look der CD Hinweise auf Musik mit einem gewissen Retro-Flair. Sp├Ątestens aber sobald die erste Note erklingt ist...



... unmissverst├Ąndlich klar, dass es sich bei "Juice me up" um lupenreinen, bodenst├Ąndigen Blues handelt, der so manche der vielen aktuellen Retro-Sternchen vor Neid erblassen lie├če.

Bereits als Kind beschloss die aus dem englischen Wiltshire stammende Dani Wilde, Musikerin zu werden. Ihren Berufswunsch fasste sie, nachdem sie im Alter von zehn Jahren erstmals an einem Gesangswettbewerb teilgenommen hatte.
├ťber die Plattensammlung ihres Vaters, welche Stilrichtungen von Bob Marley bis Motown umfasste, kam die junge Dani erstmals mit Musik in Kontakt. Ihr Vater war es auch, der Dani im Alter von 17 Jahren ermutigte, in den umliegenden Pubs aufzutreten, wodurch es ihr nach und nach gelang, in ganz England bekannter zu werden. Im Jahr 2007 wurde Wilde schlie├člich vom traditionsreichen Blues-Label Ruf Records unter Vertrag genommen.
Ihr Deb├╝talbum "Heal my blues" und der Nachfolger "Shine" erschienen in den Jahren 2008 und 2010 und wurden von zwei gro├čen Tourneen begleitet.

Neben ihrer Karriere als Musikerin engagiert sich Dani Wilde seit sechs Jahren mit einem humanit├Ąren Hilfsprojekt f├╝r die Organisation "Moving Mountains". In der kenianischen Stadt Embu unterst├╝tzt sie zwei Schulen unter anderem mit Unterrichtsmaterialien, Sportausr├╝stung und Musikinstrumenten. Einmal j├Ąhrlich reist Wilde selbst nach Kenia, um an den Schulen Musikunterricht zu geben. Interessierte k├Ânnen auf Wildes Homepage www.daniwilde.com mehr ├╝ber das Kenia-Projekt erfahren.

F├╝r ihr drittes Soloalbum mit dem Titel "Juice me up", was in etwa soviel bedeutet wie "Lad mich auf", hat Dani Wilde alle bis auf zwei Songs selbst geschrieben.
Mit Blechbl├Ąsern und funkigem Rhythmus er├Âffnet der Aufmacher "Don┬┤t Go Making Me Cry" das Album furios und rei├čt ab der ersten Sekunde mit.
Auch die folgenden Tracks "Walk Out The Front Door" und der Song "Let Me Show You", eine Rock┬┤n┬┤Roll-Nummer im Stil einiger Elvis-Hits, ├╝berzeugen durch ihre Power. Perfekt gelungen ist Wilde au├čerdem die Blues-Ballade "Who┬┤s Loving You", die besonders die technischen F├Ąhigkeiten ihrer Stimme zur Geltung bringt.

Schwieriger wird es im weiteren Verlauf des Albums, da Wilde Schw├Ąchen im Songwriting zeigt. St├╝cke wie "Mississippi kisses" und "Falling" sind recht ausdrucksschwach und lassen das Album ab und an in die Eint├Ânigkeit abdriften.
Ebenso problematisch sind einige Songs auf der textlichen Ebene, wenn Wilde wie bei "Crazy World" und "The Burning Truth" versucht, Sozialkritik zu ├╝ben und dabei deutlich textliche Pr├Ągnanz vermissen l├Ąsst. Politischen Protest in einen Popsong zu verpacken zeigt sich hier nicht zum ersten Mal als schwieriges Vorhaben, welches nur wenige K├╝nstlerInnen beherrschen. Wilde, die ansonsten eher Zeilen wie "Let me show you how a woman wants to be loved" textet, hat sich dieser Herausforderung auf "Juice me up" gestellt.

Das Album, das so schwungvoll begann, wird gegen Ende immer leiser. Der Song "Sweet Inspiration" entfaltet gar eine zutiefst melancholische Stimmung. Mit dem letzten Track "I Will Be Waiting", bei dem nur Gesang und eine akustische Gitarre zu h├Âren sind, ist Dani Wilde zuletzt noch einmal ein durch und durch ├╝berzeugender und bewegender Song gelungen. So endet "Juice me up" so gro├čartig wie es begann und stimmt die H├Ârerin trotz der vorangegangenen Tiefpunkte vers├Âhnlich.

AVIVA-Tipp: "Juice me up" ist ein ├╝ber weite Strecken ├╝berzeugendes Album, das gut gelaunt und mit einer geh├Ârigen Ladung Frauenpower daher kommt. Auch wenn das Album einige musikalische und textliche Schw├Ąchen aufweist, ist es Dani Wilde hoch anzurechnen, dass sie sich so authentisch und unverk├╝nstelt im Genre des Blues verankert. Damit hebt sie sich deutlich von anderen K├╝nstlerinnen ab, die sich zu sehr vom Mainstream verf├╝hren lassen.

Dani Wilde
Juice me up

Label: Ruf Records
V├ľ: 17.02.2012

Weitere Infos finden Sie unter:

www.daniwilde.com

www.rufrecords.de

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Music Beitrag vom 16.02.2012 Kristina Auer 





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