Bettina K√∂ster - Queen Of Noise - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Music
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 etage7
AVIVA-Berlin > Music AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.11.2009

Bettina Köster - Queen Of Noise
Tatjana Zilg

Im geteilten Berlin der punkbewegten 1980er machte sie als Mitbegr√ľnderin der legend√§ren All-Female-Band Malaria Furore. Kein Geringerer als John Peel gab schon dem Vorg√§ngerprojekt Mania D. das ...



... Prädikat "Queens Of Noise".

Laut und l√§rmig drang es aus der westlichen H√§lfte der Stadt, in der viele RebellInnen aus der BRD ein neues Zuhause fanden, in die Welt hinaus. Experimentierfelder f√ľr das kreative Chaos gab es trotz des im Vergleich zu heute eingeschr√§nkten Sozialraums viele. Beliebte Tatorte waren das SO36 in Kreuzberg und der Dschungel in Sch√∂neberg. Rhythmen, die durch Tempo und Monotonien provokant ins Gehirn st√ľrmten, brachten die K√∂rper lange vor Techno-Zeiten auf den Tanzfl√§chen zum Schwitzen. Mittendrin Bettina K√∂ster und Gudrun Gut als die beiden genialen Malaria-Verbreiterinnen.

Aber nicht nur die Musik war ihr Metier. Ebenso ideenreich bet√§tigten sie sich als Veranstaltungsk√ľnstlerinnen. 1979 √∂ffnete das Eisengrau seine T√ľren als erster aller urbanen Konzeptstores - mit einem variationsreichen Aufgebot an Ausstellungen und Screenings, einem Kleiderladen und einem Kassettenlabel.
Mitte der 1980er zog es Bettina K√∂ster fort aus Berlin und sie erkor die besten Orte der Welt zu ihren Wohnzimmern. In New York wurde sie der Musik untreu und entdeckte das Filmemachen und Buchschreiben f√ľr sich.

Unter der Sonne des europ√§ischen S√ľdens kehrte sie zur Musik zur√ľck. Im fraeulein Studio in S√ľditalien entstand das erste Rohmaterial f√ľr eine Solo-Ver√∂ffentlichung. Ihre Berliner Freunde Wilhelm Stegmeyer und Anton Gerber reisten zur Mitwirkung auf den Stiefel und ein italienischer Freund mit dem wohlklingenden Namen Michelangelo programmierte die Rhythmen.
Durch ihr umfangreiches Netzwerk lernte sie kurz darauf die Kalifornierin Jessie Evans kennen, die als The Vanishing mit einer extravaganten Musikperformance ihrem Live-Publikum unvergesslich in Erinnerung bleibt. Nach einem gemeinsamen Konzert schlossen sie sich als Autonervous zusammen, um eine au√üergew√∂hnliche Scheibe herauszubringen - prall gef√ľllt mit bizarr-schr√§gen, eindringlich hypnotischen Beats, die sich in ungew√∂hnlicher Weise magisch schriller Saxophont√∂ne bedienten.

Die Songs f√ľr ihr Solo-Queen-Abenteuer lie√ü Bettina K√∂ster daf√ľr konsequenterweise ersteinmal an der Seite liegen, um sp√§ter mit ihnen nach Wien zu reisen. In der Songwriterin Clara Luzia, zugleich Chefin des erlesenen Kleinlabels Asinella Records, fand sie dort eine engagierte Geburtshelferin f√ľr "Queen Of Noise". Mit der Drummerin Ines Perschy und dem Pianisten Alexander Nefzger stellte ihr Clara Luzia neue Talente an die Seite. Dennoch erhielt das Album auch in der sympathischen Donaumetropole nicht sein endg√ľltiges Gesicht. Erst in Berlin, dort, wo alles begann, nahmen die Songs ihre finale Gestalt an. Die Gitarren-Spuren bekamen weitere Erg√§nzung durch Bernhard Mooshammer.

Ein volles Dutzend Songs bersten aus "Queen Of Noise" hervor. Wie der Titel verhei√üt, hat sich Bettina K√∂ster an ihre Urspr√ľnge zur√ľckkatapultiert und spielt geschickt mit der Anatomie des L√§rms. H√§mmernde Electro-Beats bestimmen das Tempo ihres Solo-Debuts und ziehen die H√∂rerInnen fest in den Griff der temperamentvollen Kl√§nge, die vom Flair weit n√§her an Dirty Rock dran sind als an den feinsinnigen Electro-Sph√§ren, die ihre Ex-Band-Kollegin Gudrun Gut in den 1990ern entwarf.

Bettina K√∂ster kn√∂pft sich lieber die "Femme Fatale" von Lou Reed vor und haucht ihr neues, un√ľberh√∂rbares Leben ein. Als Opener l√§sst sie zuvor eine ungew√∂hnlich wilde Version des Beatles Klassikers "Helter Skelter" in die Ohren st√ľrmen. Alle anderen Songs sind von ihr selbst geschrieben. Leider komplett englischsprachig, was etwas entt√§uscht, wenn man sich an unverg√§ngliche Wortkunstst√ľcke wie "Kaltes Klares Wasser" und "Geld" aus Malaria-Zeiten zur√ľckerinnert. Der Vorteil ist, dass die Songs so den Weltenstreifzug spiegeln, den Bettina K√∂ster seitdem verfolgt.

Kurz, knapp und aussagekr√§ftig sind die Titel und laden zum "Ocean Drive" und auf die "Via Pasolini" ein oder stellen provokante Imperative wie "Grab Me" und "Pity Me". Wie von der Autonervous-Scheibe gewohnt, singt Bettina K√∂ster mit einer tiefen, verrucht-l√§ssigen Stimme - in einem unwiderstehlichen Timbre, das die Erinnerung an die bizarre Amanda Lear wiederbelebt. Die Songs gegen Ende des Albums zeigen ein wenig mehr von der weichen Seite der lauten K√∂nigin, denn hier erkundet sie die balladeske Kraft leiser Piano-T√∂ne: "Thar She Blows" entl√§sst in einer erstaunlich entspannt-sinnlichen Attit√ľde aus dem dunkell√§rmigen Abenteuer.

Weiterhören auf AVIVA-Berlin: Planningtorock

Bettina Köster im Netz: www.asinellarecords.com/bettina.html und www.myspace.com/bettinakoster

AVIVA-Tipp: Power! Mit einer explosiven und ekstatischen Ladung an Songs macht Bettina K√∂ster ihrem Rang als Queen Of Noise alle Ehre und ziert ihr Zepter mit diamantenen Raffinessen wie ihren verf√ľhrerischen Saxophon-K√ľnsten.

Bettina Köster
Queen Of Noise

Label: Asinella Records, V√Ė Oktober 2009



Music Beitrag vom 02.11.2009 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken