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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.09.2011

EMA - Past Life Martyred Saints
Tatjana Zilg

Mit dem Kultduo Gowns machte sich Erika M. Anderson in LA einen Namen als vielversprechende Newcomerin. Nach der Trennung startet sie alleine durch und beeindruckt mit leidenschaftlich ...



... lÀrmigem, melodramatisch funkelndem Electro Folk.

Der neue Stern am Himmel der KĂŒstenstadt kam ursprĂŒnglich aus South Dakota in die umtriebige Musikszene. An der Leadgitarre der Folk/Noise Band Amps for Christ sammelte Erika erste Erfahrungen, bevor sie mit Ezra Buchla Gowns grĂŒndete. Die explosiven BĂŒhnenshows und ihre fesselnde Art, den Gesang aufs Publikum loszulassen, ließen sie schnell zu einem begehrten Live Act werden. Das DebĂŒt "Red State" nahm 2007 diese Energie auf und wurde von Kritik und MusikhörerInnenschaft viel gelobt.

Drei Buchstaben setzten den Beginn zur Solokarriere

Von der Auflösung des Duos ließ Erika sich nicht beirren und wagte den Sprung zur Solomusikerin. Aus ihren Initialen formte sie den prĂ€gnanten KĂŒnstlerinnennamen EMA und verzĂŒckt nun Fans psychedelisch-rockiger als auch elektronischer KlĂ€nge mit dem SolodebĂŒt unter dem bedeutungsvollen Namen "Past Life Martyred Saints". In einer Mischung aus schrĂ€gen und einnehmenden Tönen entfacht ein Wirbelsturm an ausgefeilten Songs und macht Lust darauf, das Album wieder und wieder zu hören. Auch deswegen, weil es einen selbstbewussten Kontrapunkt zu gĂ€ngigem Pop und Songwriting setzt.

Viele EinflĂŒsse verschmelzen zu einem genial neuen Sound

Bisweilen erinnert EMAs Sound an die legendÀre LA-Band The Gun Club, oder an Jesus & The Mary Chain, hin und wieder etwas an Nirvana, wÀhrend der Gesang leicht zu PJ Harvey und Cat Power schweift. Zugrunde liegt dem stets eine charismatische Einzigartigkeit, die neue musikalische Horizonte aufzeigt.

In majestĂ€tischer Schönheit zieht zu Beginn des Albums der Song "The Grey Ship" ein, der in sieben Minuten dem Brauch der Wikinger huldigt, den Abschied ihrer Verstorbenen mit Beerdigungsschiffen zu begehen. Mit ihrem leicht mit Hall versetzten, glasklaren Gesang lockt EMA eine AtmosphĂ€re der Ewigkeit an und lĂ€sst ihn in einem Meer an E-Gitarren-Sounds mĂŒnden, in welchem eine magisch schöne, trauernde Violine allmĂ€hlich hervortaucht.
Hit-Potential mit vielen Hooks enthĂ€lt "Milkman", zu dem es im Netz ein sich surreal entfaltendes Video zu bewundern gibt. Sich ineinander schiebende Sounds konkurrieren mit rhythmisch-wildem Gesang und laden auf die nĂ€chste TanzflĂ€che ein. Das Ende lĂ€utet ein weiterer Langsong ein. Mit 6.35 Minuten erhĂ€lt "Red Star" Gelegenheit, seine leise balladeske Stimmung zu entwickeln und entlĂ€sst die HörerInnen mit einem trĂ€umerischen, sehnsuchtsvoll sĂŒĂŸen GefĂŒhl.

AVIVA-Tipp: Die Kurzformel EMA sollte frau sich merken. Ganz in ihren Sounds scheint Erika M. Anderson aufzugehen und strahlt mit jedem Ton auf ihrem DebĂŒtalbum eine eindringliche Kraft aus, welche die Aufmerksamkeit hypnotisch auf sich zieht. Das Sich-Hineinfallenlassen in die Songs wird dadurch leicht gemacht und entfaltet die Wirkung eines ekstatischen Wechselbads auf Körper und Seele.

EMA
Past Life Martyred Saints

Label: Souterraintransmissions, erschienen Juni 2011

EMA im Netz: cameouttanowhere.com

Music Beitrag vom 04.09.2011 AVIVA-Redaktion 





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