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AVIVA-BERLIN.de im April 2021 - Beitrag vom 08.10.2004


Walls of Jericho – All Hail The Dead
Marie-Louise Leinhos

Ohrspülung gefällig? Die Hardcore-Band bringt wirklich jede Membran zum erzittern und manch eine, die die Band zuvor nicht kannte, wird etwas ungläubig fragen: Singt da wirklich eine Frau?




Walls of Jericho gehören zu den Formationen, die das Maximum ihrer eigenen Entwicklung in musikalischer Richtung erreicht haben. Sie sind eine absolute Liveband, die sich durch unermüdliches Touren ihre Fans redlich erspielt haben. Und das sind ja bekanntlich die Treusten.
Aus dieser Energie heraus ist das aktuelle Album „All Hail The Dead“ entstanden. Ein echter Überhammer, der in slayer-esken Trash-Attacken und brachialen Hardcoreparts auf absolute Höhepunkte hinsteuert. Die Texte reflektieren die persönlichen Erfahrungen der Sängerin Candace Kucsulain. Über das Album selbst sagt Candance: „Ich habe auf dieser Platte mehr von meiner Persönlichkeit mit einfließen lassen und ich gebe wirklich sehr viel von meinem Inneren Preis“.
Echte Underground-Attitüde und Street-Credibilty wird mit aller Konsequenz gelebt und nicht nur vorgegeben, weil es gerade im Trend zu liegen scheint. Hier sollte man sich aber wirklich die Mühe machen, das im Booklet die Texte nachzulesen, denn gesungen oder geshoutet versteht man sie nur schwierig.

Nach der Veröffentlichung ihrer EP „A Day And Thousand Years“ und der Single„The Bound Feed The Gagged“ im Januar 2000 nahm die Band im September 2003 im Studio ihres Gitarristen Mike Hasty die neuen Stücke auf. Der Stil wurde verfeinert und bei den Aufnahmen war schnell klar, dass „All Hail The Dead“ etwas ganz besonderes werden sollte. Soviel Leidenschaft und persönliche Entfaltung steckt in diesem Werk. Der Opener „All Hail The Dead“ und gleichnamige Albumtitel eröffnet mit ausgefallenen Gitarrenriffen und donnernden Doublebass und macht den Weg frei für weitere Songs. Parallelen zu alten Songs von Slayer scheinen gewollt. Absolute Highlights im Bezug auf Schnelligkeit und Spielkunst beweisen Smasher wie „Through The Eyes of A Dreamer“ und Jaded“. Wer aber glaube, Hardcore sei nur ein undefinierbares Gitarrengeschrammel, wird von Songs wie „Revival Never Goes Out of Style“ überrascht. Der Ausbrecher hat eine eher etwas ungewöhnliche Feierlaune, die sich mit biergetränkten 3 Akkord Punksongs vergleichen lässt.

AVIVA-Tipp: Walls of Jericho sind mit ihrer Frontfrau Candance Kucsulain eine abwechslungsreiche Randerscheinung der Hardcoreszene, die sich aber im Laufe der Jahre zu etablieren wusste. Und diese unglaublich energiegeladene Stimme der Sängerin bringt mit ihrer Kompromisslosigkeit wirklich jede Mauer zum einstürzen.



All Hail The Dead
Walls Of Jericho

Label: Roadrunner Records, erschienen am 24.03.2004
ISBN/EAN: 016861823726
16,00 EUR



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Beitrag vom 08.10.2004

AVIVA-Redaktion 






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