Erika Stucky - Princess - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Music
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 etage7
AVIVA-Berlin > Music AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 29.03.2005

Erika Stucky - Princess
Tatjana Zilg

Eine Prinzessin der schrĂ€gen Töne und der hohen Kunst des zynischen Humors ist die Amerikanerin aus dem San Francisco der Post-Hippie-Ära. Jazz jenseits von Barmusik und Bossa Nova



Das Cover verspricht nicht zuviel: An der Seite wurden kleine grĂŒne KĂŒgelchen eingeschweißt, die sich beim genaueren Hinsehen als Erbsen entpuppen. So ungewöhnlich und skurril wie diese Design-Idee ist auch die Musik der VokalkĂŒnstlerin.

Neben Eigenkompositionen finden sich sechs Cover-Versionen auf ihrem dritten Album. Verwirrend ist es, zunĂ€chst deren Herkunft zu lesen: Prince, Kurt Cobain, Michael Jackson, Freddy Mercury und ein Elvis-Song von Jerry Leiber und Mike Stollery. Wie verbinden sich diese Ikonen der Pop- und Rockgeschichte mit Jazz? Erika Stucky kreiert mit ihrer sympathischen und gleichzeitig sehr prĂ€gnanten Stimme geniale Jazz-Rock-Konstruktionen, die allein durch die Außergewöhnlichkeit und dem bizarren Kontrast zum Original faszinieren.

Die Multi-Performance-KĂŒnsterlin hat Brooklyn/New York zu ihrem gegenwĂ€rtigen Arbeitsort gewĂ€hlt. Zuvor durchlief sie die unterschiedlichsten Stationen, die alle ihre Spuren hinterließen: In den 60er Jahren wuchs sie in San Francisco auf, wo sie unmittelbar die EinflĂŒsse der erwachenden Hippiekultur genießen konnte. The Monkees, Nancy Sinatra, Donovan und das Musical "Hair" beeindruckten das sicherlich schon damals sehr aufgeweckte MĂ€dchen. Doch im nĂ€chsten Jahrzehnt verschlug es die Familie in das Schweizer Bergdorf Mörel.
Nun fand sie sich urplötzlich inmitten von Trachtenvereine und Jodelchören in sehr lĂ€ndlicher Umgebung wieder. Zudem war sie konfrontiert mit dem Schwytzerdytsch, das - im Kontrast zum amerikanischen Englisch - ihre Begeisterung fĂŒr das Skurrile mit entfacht hat.
Als Erwachsene entflieht sie den Bergen in die Metropole Paris, um dort eine Ausbildung als JazzsĂ€ngerin zu absolvieren. Da dies jedoch nicht reicht fĂŒr ihre vielfĂ€ltigen Intentionen, schließt sie sofort ein Schauspielstudium an. Mitte der Achtziger formiert sie die Sophisticrats, eine A-Capella Frauen-Combo begleitet von einem Bassspieler, ihrem spĂ€teren Ehemann. Zwei CDs und ĂŒber 500 Konzerte sind die erfolgsversprechende Bilanz, mit der 1991 das nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Projekt angestoßen wird: Mit einem Schweiz-Amerikaner und dem französisch-schweizerischen Bassisten der Sophisticrats entwirft sie einen imaginĂ€ren Ort, der die Gemeinsamkeiten dieser heimatlosen Seelen vereint - Bubble-Town. So wird aus Frau Stucky Mrs. Bubble. 1997 findet sie in den Posaunisten Ray Anderson und Art Baron und dem Tubisten Jose Davila weitere Gesinnungsgenossen und grĂŒndet Mrs. Bubble & Bones. Mit dem gleichnamigen DebĂŒt "Bubbles & Bones" (2001) und dem folgenden "Lovebites" (2003) ĂŒberzeugte sie die internationale Szene von der QualitĂ€t ihres markanten, ganz eigenen Jazzstils.

AVIVA-Tipp: Leichte Kost ist dieses Album keinesfalls. Der Kontrastreichtum, die bizarren Töne und die ausgeprĂ€gte Stimme erzwingen die ganze Aufmerksamkeit der Zuhörerin/des Zuhörers. Wer Musik jenseits des Mainstream mag, wird sich aber schnell in diese Gauklerin der Jazzmusik verlieben. Zudem empfehlenswert als Muntermacher nicht nur nach dem FrĂŒhaufstehen oder als geniales Highlight fĂŒr die nĂ€chste Party.


Erika Stucky - Princess
Label: Traumton Records, Indigo. VÖ 25.04.2005
ISBN/EAN: 705304575628,
20,00 Euro005098709308"



Music Beitrag vom 29.03.2005 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken