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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 17.06.2006


Olivia Louvel - Luna Parc Hotel
Tatjana Zilg

Die französische Schauspielerin und klassisch ausgebildete Sängerin entdeckt mit ihrem Solodebüt ein neues Genre: Den elektronischen Chanson. Abwechslungsreich, ungewohnt, faszinierend.




Experimentelle Musik erkundete die Vokalkünstlerin schon zuvor. Das Album "Capture" erschien unter dem Bandnamen "The Digital Intervention". ARTE beschrieb es als "(...)Begegnung von Laurie Anderson und Autechre, ein wagemutiges Werk." Zusammen mit Paul Kendall (ehemaliger Mute Produzent) kreierte Olivia Louvel ein avantgardistisches Werk aus Vokalklängen und elektronischen Soundtexturen. Auch Alan Wilder, lange Zeit bei Depeche Mode zu Gange, gewann sie für einen musikalischen Beitrag.

Diese beiden musikalischen Gefährten blieben ihr auch für die Entwicklung ihres Soloprojekts erhalten. Paul Kendall ist Mitverschwörer von Olivias’ Erstlingswerk und verlegte sich diesmal auf Programming und Produktion, das Komponieren lag allerdings alleine in Olivias’ Hand. Bis auf ein Stück - die David Bowie Coverversion "The Motel" - entstammen alle Songs von "Luna Parc Hotel" Olivias’ Feder, eingespielt hat sie diese ebenfalls fast im Alleingang. Die Endmischung im Thin Line-Studio von Alan Wilder übernahm schließlich wieder Paul Kendall.

Entstanden ist ein exorbitantes Klangbild mit elf feinnuancierten Tracks. Die ausgefeilte Stimme wechselt in perfekt arrangierten Übergängen von Flüstern zu Seufzen, von ausdruckstarker Tiefe zu sinnlichen Höhen - ein sphärisch-mysteriöser Soundflur, der verzaubernde Kraft hat. Fast wie in Zeitlupe wirkt der einhüllende Elektrosound und bringt zugleich ein inspirierendes Flair in die Wohnzimmer aller LiebhaberInnen avantgardistisch-moderner Musik.

Besonders markant zeigt sich die Sound-Gestaltungskunst der erfindungsreichen Französin in "No 5", das mit eingeflochtenen Elektro-Seufzern, zartem Glockenspiel und dem akkuraten Wechsel zwischen englischer und französischer Lyrik ein Wiegenlied für Erwachsene webt und zu Geisterhaus-Träumen einlädt. In "Luna Park" schleicht sich plötzlich ein extrem packender Tanzbeat in die Slow-Grund-Struktur der meisten der Tracks des Albums, wodurch die Faszination an den eigenwilligen Ideen der Soundtüftlerin ein weiteres Mal gesteigert wird.

AVIVA-Tipp: Olivia Louvel wandelt zwischen ätherischer Chanteuse und sinistrer Lolita. Minimale Arrangements, filigrane Strukturen und viel Transparenz bilden ein immer feinmaschigeres Netz aus Film-Noir-Splittern, Science-Fiction-Anleihen, abseitigen Ahnungen und flüchtigen Momenten.

Die Musikerin im Web: www.olivialouvel.com


Olivia Louvel
Luna Parc Hotel

Label: Monkey, VÖ März 2006
EAN: 9120010650789
17,49 Euro90008115&artiId=5323096"



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Beitrag vom 17.06.2006

AVIVA-Redaktion 






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