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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 29.06.2006

The Low Frequency In Stereo im Interview
Tatjana Zilg

Beim Polarzoo Festival begeisterten die NorwegerInnen das Publikum mit ihrem einzigartigen Lo-Fi Post-Rock-Sound. AVIVA-Berlin sprach mit der Organistin und dem Drummer √ľber die Band und ihre Musik



Mit dem dritten Album "The Last Temptation Of... " zeigen sich die Vier von The Low Frequency in Stereo selbstbewusst und mit professioneller Stilsicherheit, ohne an jugendlichem Esprit zu verlieren.

AVIVA-Berlin: Welche Unterschiede seht Ihr zwischen der skandinavischen Musikszene und der anderer Länder, wie England?
Orjan Haaland: Die englische Szene ist ziemlich groß. Skandinavische Bands sind experimenteller.

AVIVA-Berlin: Wie w√ľrdet Ihr Euren Musikstil beschreiben?
Hanne Eidsvaag Andersen: Nun, es ist Rock¬īn Roll mit Elementen aus allen Musikepochen wie den 50ern, den 60ern und den 70ern. Im Grunde ist es einfach die Musik, die wir selbst gerne h√∂ren. Wir wollen nicht irgendeinen Stil kopieren, wir machen Musik, so wie wir sie m√∂gen. Wir m√∂gen es, wenn eine Orgel oder ein Beat genau in dieser Art klingt.

AVIVA-Berlin: Euer erstes Album war rein instrumental. Warum habt ihr Euch daf√ľr entschieden, auf den neueren Scheiben mit Vocals zu arbeiten?
Hanne Eidsvaag Andersen: Oh, ich denke, das hat sich mit dem Touren entwickelt. Wir wurden selbstbewusster, lie√üen uns mehr und mehr auf das Musikmachen ein, waren nicht mehr so sch√ľchtern und bescheiden. Wir mussten quasi nicht mehr st√§ndig auf unsere Schuhe hinunterschauen. Vocals passen einfach zu den Songs, die wir jetzt machen.

AVIVA-Berlin: Wir arbeitet Ihr im Studio? Improvisiert Ihr viel?
Orjan Haaland: Wir haben immer einige Ideen dazu, wie wir die Songs produzieren wollen und wie wir den Sound auswählen. Meistens spielen wir zusammen. Ideen entstehen, einige Bass-Lines, einige Orgel-Lines und dann arbeiten wir um diese herum, erweitern sie. Der Bass- oder der Gitarren-Spieler schlagen oft etwas vor, wir fordern uns gegenseitig auf, es in Erinnerung zu behalten, es weiter zu entwickeln. - Wir haben uns noch nie hingesetzt, um Musik auf Papier zu bringen, sie aufzuschreiben.
Hanne Eidsvaag Andersen: Wir arbeiten als Team zusammen. Meistens beginnt es mit dem Bass-Spieler, er hat wirklich viele, viele Ideen. Dann arbeitet er mit dem Drummer an der neuen Idee. Anschließend stellen sie uns ihre Ideen vor und wir entwickeln sie gemeinsam weiter. Der Gitarren-Spieler und ich bringen Ergänzungen ein und wir arrangieren die Songs zusammen.
Orjan Haaland: Ja, und dann streiten wir uns im Studio drum, wer die Orgel spielen darf (beide lachen) - weil ich eigentlich Organist werden wollte, nicht der Drummer.
Hanne Eidsvaag Andersen: Nein, ich bin die Organistin! Wir machen nur Spaß ... eigentlich ist es sehr gut, wenn zwei ein Instrument spielen. Wenn wir im Studio sind, tauschen wir uns viel aus und so entstehen noch bessere Ideen.

AVIVA-Berlin: Wie habt Ihr ganz am Anfang als Band zusammengefunden?
Orjan Haaland: Der erste Gitarrenspieler und der Pianist haben die Band gegr√ľndet. Sie brauchten einen Drummer und organisierten eine Audition. Ich habe zuvor gar kein Schlagzeug gespielt, aber es hat geklappt. Und dann kam Hanne dazu.
Hanne Eidsvaag Andersen: Eigentlich sollte ich als S√§ngerin in der Band einsteigen. Wir haben einige Vocals ausprobiert, aber es dann wieder gelassen, weil es nicht unserem Sound entsprach. Es war nicht die Art, wie wir klingen wollten. Sie brauchten jemand, der die Orgel spielt und so begann ich damit. Und pl√∂tzlich war ich ein nat√ľrlicher Teil der Band. Das war noch in unserer Heimatstadt Haugesund in Norwegen und dann sind wir gemeinsam nach Kopenhagen umgezogen.

AVIVA-Berlin: Ihr wurdet öfter mit Stereolab verglichen, die Französisch-Deutsche Band aus Berlin. Kennt Ihr Sie gut, mögt Ihr ihre Musik?
Hanne Eidsvaag Andersen: Oh ja, wir mögen sie sehr. Aber ich denke nicht, dass wir wie sie klingen. Es ist nur ein Song, wo die Orgel ähnlich ist.
Orjan Haaland: Anfangs haben wir f√ľr diesen Song tats√§chlich an franz√∂sische Lyrics gedacht, aber wir ver√§nderten das wieder, weil es zu sehr nach Stereolab klang.

AVIVA-Berlin: Hanne, wie geht es Dir als Frau in der Musikszene? Ist es schwierig, sich durchzusetzen?
Hanne Eidsvaag Andersen: Nein, ich finde nicht, dass es in diesem Sinn problematisch ist. Naja, beim Polarzoo Festival bin ich die einzige weibliche Musikerin unter sieben Bands. Beim Soundcheck, als ich auf die B√ľhne ging, war schon jeder √ľberrascht. Offensichtlich haben sie zuvor gedacht, ich sei nur eine Begleiterin der Band.
Aber ich denke nicht, dass es schwierig ist, eine Frau in der Musikszene zu sein.

AVIVA-Berlin: Warum gibt es dann so wenig aktive Frauen in der Musikszene?
Hanne Eidsvaag Andersen: Ich denke, dass Frauen etwas √§ngstlich sind, wenn es darum geht, Musik zu machen und mit einer Band auf der B√ľhne zu stehen. Normalerweise sind Jungs und M√§nner zielstrebiger, wenn es darum geht, ein Instrument zu erlernen. Sie konzentrieren sich total auf eine Sache, w√§hrend Frauen gut darin sind, vieles gleichzeitig zu tun.
Aber ich denke auch, dass viele Mädchen skeptisch sind, in eine Jungs-Band einzusteigen. Das steht im Zusammenhang mit dem Selbstbewusstsein, wie sie sich zu ihrer Art, Musik zu machen, bekennen.
Wenn man in die Musikgeschichte zur√ľckschaut gibt es tats√§chlich mehr aktive Frauen als M√§nner. Und sie singen alle, sie wurden "Singing Lady" genannt, nicht weibliche Musikerinnen. Ich denke, es sollte mehr Raum und Akzeptanz f√ľr Frauen in der Musikszene geben.
Wir kennen einige Bands aus San Francisco. Da gibt es viel mehr Girls Bands und es ist viel normaler, wenn Frauen Drummer sind.

AVIVA-Berlin: Was könnte es den Mädels erleichtern, in das Musik Business einzusteigen?
Hanne Eidsvaag Andersen: Ich denke, die Mädels sollten da ein bisschen mehr hineingeschubst werden. Im Alter von 14, 15 Jahren fangen viele Jugendliche damit an, in einer Band zu spielen. Die Jungs sind zuerst da, kaufen sich ihre erste E-Gitarre oder ihr erstes Drum-Kit, Mädchen sind zu der Zeit oft interessierter an Klamotten, Kino, Tanzengehen und Freunde treffen.

AVIVA-Berlin: Ist das nicht auch die Rollenerwartung der Allgemeinheit?
Hanne Eidsvaag Andersen: Sicher. Es wird nicht unbedingt als normal angesehen, wenn ein Mädel in dem Alter in eine Band einsteigt.

AVIVA-Berlin: Wie war es denn in Deiner eigenen Jugend? Wie kam es, dass Du begonnen hast, ein Instrument zu erlernen?
Hanne Eidsvaag Andersen: Mein Vater spielte Gitarre und brachte es mir bei. Ich war 13 Jahre alt und wollte den Jungs an der Schule imponieren. (lacht) Wir hatten einen engagierten Lehrer, der mit den Jungs eine Band gr√ľndete. Aber die M√§dels konnten da nicht mitmachen. So lernte ich als erstes ‚ÄěNothing Else Matters", das war damals total in. Ich bekam meine erste Gitarre mit 15 von meinen Eltern, aber es war schwierig, Leute zu finden, um mit ihnen zusammenzuspielen.
Es war schon ziemliches Gl√ľck, dass ich den Bass-Spieler meiner jetzigen Band getroffen habe.
Ich denke, Mädels sollten mehr Selbstbewusstein entwickeln, um Musik zu machen.
Es geht gar nicht darum, wie gut du die Gitarre spielst, wie viele Akkorde du in der Minute spielen kannst. Es ist viel wichtiger, wie du die Akkorde, die du beherrschst, nutzt. Du musst etwas zu sagen haben, zu vermitteln, etwas, was du dem Publikum mitteilen willst.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank f√ľr das Interview!

Mehr zum aktuellen Album "The Last Temptation Of... ".

Die Band im Web: www.lowfrequencyinstereo.com


Music Beitrag vom 29.06.2006 AVIVA-Redaktion 





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