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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.08.2006

Regina Spektor - Begin To Hope
Tatjana Zilg

Die geb√ľrtige Russin eroberte zuerst erlesene MusikliebhaberInnen in New Yorker Clubs bis sie mit der Eigenproduktion "Soviet Kitsch" so bekannt wurde, dass der Plattenvertrag in ihre H√§nde schwebte



F√ľnf Jahre lang erspielte sich die zierliche Songwriterin in kleinen, verborgenen Venues der Lower Eastside die Gunst des verw√∂hnten Publikums. Ihre facettenreiche, anschmiegsame, und dann wieder leicht kratzb√ľrstige Stimme war nicht zu √ľberh√∂ren und pr√§gte sich so unvergesslich ein, dass sie zum Gespr√§chsthema Nr. 1 der aufkeimenden Musikszene wurde. Vom B√ľhnenrand herunter verkaufte sie Exemplare ihrer ersten beiden CDs "11:11" und "Songs",
die sie mit Freunden aufgenommen und selbst produziert hatte.
Auch "Soviet Kitsch" fand zunächst auf diese Weise den Weg in die heimischen CD-Player der wachsenden Fangemeinde.
Die ungew√∂hnliche Mischung von feinsinnigen Pianot√∂nen, zarten Saitenkl√§ngen, minimalistischen Percussion-Ideen und markant-femininem Gesang zog jedoch bald die Aufmerksamkeit der LabelmacherInnen von Sire Records auf sich, die der einfallsreichen Songwriterin aus dem k√ľhlen Osten einen Plattenvertrag anboten. Die darauf folgende Promotion-Tournee in den USA und Europa begann Regina Spektor noch als Opening Act -
am Ende des Jahres war sie selbst die Hauptattraktion.

Nach den Tour-Erfolgen freute sich Regina Spektor sehr auf die Aufnahmen zu "Begin To Hope", ihrem ersten Album, das direkt f√ľr ein Label produziert wurde, wodurch ein professionelleres Vorgehen m√∂glich wurde. Immer auf der Suche nach neuen Erfahrungen, entschloss sie sich zu einer Methode fernab der ausgetretenen Mainstream-Pfade und vergrub sich mitten im New Yorker Meatpacking District mit den bew√§hrten Produzenten David Kahne (Paul McCartney) in den Noise Studios.

Zwei Monate im Studio waren eine lange Zeit im Vergleich zu den Wohnzimmer-Einspielungen der Vorgänger. "Songs" hatte sie an einem Tag und "Soviet Kitsch" in immerhin 10 Tagen aufgenommen.
Sie erz√§hlt √ľber den Arbeitsprozess im Studio: "So zu arbeiten war immer mein Traum gewesen, aber ich dachte, das w√ľrde noch Jahre dauern, bis es dazu kommt. Ich habe buchst√§blich versucht, jeden Aspekt meiner Pers√∂nlichkeit hier einzubringen. Wir haben mit Kabeln und Sounds herumgespielt, haben wohl das Labor ein paar Mal in Brand gesetzt, aber dann haben wir gelacht und von vorne angefangen.
Noch bevor ich √ľberhaupt anfing, wusste ich schon, ich w√ľrde mit Dingen experimentieren, √ľber die ich sonst nur nachdachte, wie zum Beispiel Beats und Drums. Ich war total scharf darauf, mit elektronischen Instrumenten und gr√∂√üeren Arrangements herumzuspielen. Und doch sind auf dieser Platte nat√ľrlich einige Songs, die wirklich sparsam sind. Man m√∂chte ja nicht um des Arrangierens Willen arrangieren. Ich musste vorsichtig sein, dass die Musik am Ende nicht mehr Spa√ü macht, zu spielen, als zu h√∂ren."


Mit √ľberraschenden Soul-T√∂nen beginnt das neue Album.
Erstaunlich fröhlich ist die Grundstimmung des Opener "Fidelity".
Sehr luftig und verspielt begr√ľ√üt die S√§ngerin ihre H√∂rerInnen. Diese Kombination aus Leichtigkeit im Gesang, tiefem Durchdringen der musikalischen M√∂glichkeiten und der Entdeckung eines ganz eigenen Stils mit Referenzen an
Jazz, Chanson, Soul und EmoPop
zeichnet jeden der 12 Tracks aus.

Ein sehr gelungenes Highlight ist ohne Frage "On The Radio" ,
bei dem die bitterzarte, ausdrucksstarke Stimme der Vokalk√ľnstlerin
ganz im Vordergrund steht. Eine wundervoll verträumte Ballade ist das piano-dominierte "Field Below", das die tragisch-melancholischen Seiten der russischen Weltreisenden zeigt und durch Folk-Essenzen bereichert wird.
Ausgepr√§gt dramatisch wird es mit "Apr√©s Moi" - ein faszinierendes Sprachlabyrinth aus russischer und englischer Lyrik, das sich zu einem erstklassigen Barjazz-St√ľck entwickelt.
Aber auch rockige Attit√ľden stecken in der Russin mit dem elfenhaften √Ąu√üeren: "That Time" erlaubt ihr, sich vor dem Background-Sound leidenschaftlicher E-Gitarren-Akkorde als Rocklady in der Qualit√§t einer PJ Harvey zu zeigen.
Das Outro "Summer In The City", betont die zarte, melancholische Seite
von Regina Spektor. Mit purer Piano-Begleitung ber√ľhrt sie
mit ihrer einprägsamen Stimme tief in der Seele.

Wer die Special Edition w√§hlt, erh√§lt eine Bonus-CD mit f√ľnf Tracks, die experimenteller sind als die der Haupt-CD. "Another Town" verbindet eine sehnsuchtsvolle, tragende Piano-Melodie mit einem narrativen Gesangstil.
In "Uh-merica" setzt Regina Spektor das ganze Spektrum der Möglichkeiten
der Vokalkunst ein, die Kiekser werden auch die letzten ZweiflerInnen f√ľr die charismatische Wahl-Amerikanerin einnehmen. Eine weitere Perle, die sich niemand entgehen lassen sollte, ist die Chanson-St√§dtetour "D√ľsseldorf", wo auch der eine oder andere deutsche Satz erh√∂rt werden kann.

AVIVA-Tipp: Eine wertvolle Bereicherung f√ľr die Musiklandschaft femininer Ausnahmek√ľnstlerin, in Kontinuit√§t zu Kate Bush, Pat Benatar, Bj√∂rk und PJ Harvey.

Die Songwriterin im Web: www.reginaspektor.com


Regina Spektor
Begin To Hope (Special Edition)

Warner Music Germany
11. August 2006
EAN: 0093624431527
21,49 Euro http://www./?r=aviva-berlin90008115&artiId=5773791&nav=5247"

Regina Spektor
Begin To Hope

Warner Music Germany
11. August 2006
EAN: 0093624411222
14,99 Euro http://www./?r=aviva-berlin90008115&artiId=5768201&nav=5247"

Music Beitrag vom 07.08.2006 AVIVA-Redaktion 





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