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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 06.11.2007

Zivilcourage mit Domino-Effekt
Stefanie Denkert

NPD endlich zunehmend unerw├╝nscht. Hier eine Chronik der aktuellen Geschehnisse. Wie mutige B├╝rgerInnen mit eindeutigen Worten den Rechtsextremisten die Stirn bieten.



NEWS, 13.11.2007 Johannes Lohmeyer, der Gesch├Ąftsf├╝hrer des Holiday Inn in Dresden, der im Oktober 2007 zwei NPD-Mitgliedern kein Zimmer vermieten wollte, wird dieses Jahr den Ehrenpreis der deutsch-israelischen Gesellschaft erhalten. Dies erkl├Ąrte der Vorsitzende Axel Holst gegen├╝ber dem Tagesspiegel am 08.11.07. Dieser Preis f├╝r Zivilcourage wird sp├Ątestens im Dezember verliehen und ist mit 2500 Euro dotiert.
Weitere Infos unter: www.digberlin.de

Harter Gegenwind f├╝r die NPD

Anfang Oktober 2007 begannen s├Ąmtliche Banken (in Folge eines Berichts des ARD-Magazins "Report Mainz") NPD-Konten aufzuk├╝ndigen. Ein l├Ąngst ├╝berf├Ąlliger Akt, aber immerhin. Lesen Sie dazu unseren Beitrag vom 10.10.2007.
Am 23. Oktober 2007 wurde bekannt, dass Mitglieder der Partei eine NPD-Sch├╝lerzeitung mit dem Titel "Stachel" vor Berliner Schulen verteilten. Zwei Tage sp├Ąter kam das Verbot: die Gr├╝nen hatten eine einstweilige Verf├╝gung beim Berliner Landgericht erwirkt (Quelle: Tagesspiegel, 25.10.07).

Am 30. Oktober 2007 durchsuchte die Polizei das Haus von NPD-Vorstandsmitglied Thorsten Heise in Th├╝ringen. Neben den erwarteten Neonazi-CDs machten die PolizistInnen bei der Hausdurchsuchung einen besonderen Fund: eine einfache Pistole, eine Maschinenpistole und ein Maschinengewehr. Prompt wurde das bisherige Verfahren wegen Verdacht auf Volksverhetzung ausgeweitet und nun wird ihm auch der Versto├č gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen. Ein weiterer erschreckender Vorfall im Oktober: NPD-Mitglied Matthias Paul wird der Besitz kinderpornographischer Schriften vorgeworfen. Dabei fordert die NPD die Todesstrafe f├╝r Kindersch├Ąnder. Zudem musste die NPD in Oldenburg einen Parteitag absagen, weil die Betreiber der Weser-Ems-Halle sich weigerten, ihre R├Ąumlichkeiten der NPD zur Verf├╝gung zu stellen. (Quelle: Tagesspiegel, 01.11.07).

Ein weiterer nennenswerter Fall von Zivilcourage mit Domino-Effekt ereignete sich ebenfalls im Oktober 2007: Holger Apfel, NPD-Fraktionschef im Landtag und sein Stellvertreter Alexander Delle reservierten ├╝ber die Internetseite hotel.de zwei Zimmer im Holiday Inn in Dresden. Als Johannes H. Lohmeyer, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Holiday Inn, davon erfuhr, schrieb er den braunen G├Ąsten einen Brief. Darin hie├č es:

"Wir [...] sind einigerma├čen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausl├Ąndisch klingendem Namen bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begr├╝├čen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gr├╝nden nicht m├Âglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich s├Ąmtliche in unserem Hause durch Sie get├Ątigten Ums├Ątze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde.
Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung f├╝r die Sch├Ąden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren fr├╝heren Besuchern zugef├╝gt haben.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.
In der Hoffung, dass Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir
mit freundlichen Gr├╝ssen"


Laut M├Ąrkische Allgemeine Zeitung hat Herr Lohmeyer eine enorme Resonanz auf seinen Brief erhalten. Unter anderem von SPD-Fraktionschef G├╝nter Baaske: "Ich gratuliere Ihnen zu diesen eindeutigen Worten. Sie zeigen den Rechtsextremisten die Stirn. [...] Ihr Weg m├Âge Schule machen." Die NPD-Mitglieder haben auf ihren Besuch des Holiday Inn verzichtet.

Wie die M├Ąrkische Allgemeine Zeitung weiter berichtet, wollen Brandenburger Hoteliers nun dem s├Ąchsischen Beispiel folgen. Thomas Badst├╝bner, der Pr├Ąsident des Hotel- und Gastst├Ąttenverbandes in Brandenburg, erkl├Ąrte: "Das w├Ąre auch bei uns im Gastgewerbe w├╝nschenswert". Dieter H├╝tte, der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB), meinte gegen├╝ber der MAZ, dass Dresden ein gutes Beispiel daf├╝r sei, was man konkret gegen Rechtsextremismus tun kann.

"Der Verband, der rund 1300 Hotels, Gastst├Ątten und Beherbungseinrichtungen vertritt, hat konkrete Pl├Ąne. Neben einer intensiven Aufkl├Ąrung soll es spezielle Schulungsprogramme f├╝r einen sicheren Umgang mit Rechtsextremisten geben. Hilfe erhofft sich der Verband vom Innenministerium. In zwei Wochen ist ein erstes Treffen mit Vertretern des Verfassungsschutzes vorgesehen", hie├č es weiter in der MAZ.

(Quelle: M├Ąrkische Allgemeine Zeitung)

Public Affairs Beitrag vom 06.11.2007 AVIVA-Redaktion 





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