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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 03.06.2008

30. CSD Berlin
AVIVA-Redaktion

Neue Route: Am 28. Juni 2008 wird der Berliner CSD erstmals im Osten der Stadt starten. Eingerahmt wird der CSD vom Berlin Pride, dem größten europäischen queeren Kulturfestival vom 6. bis 29. Juni.



Mit vielen Diskussionen und gro√üem Engagement hat das basisdemokratische CSD Forum mit "Hass du was dagegen?" f√ľr 2008 ein Motto festgelegt, das die zunehmende Gewalt gegen√ľber Homosexuellen thematisiert. "Bl√∂de Schwuchtel" oder "Schei√ü Lesbe" m√ľssen sich Schwule und Lesben immer wieder anh√∂ren. "Schwul" ist auf unseren Schulh√∂fen zum beliebtesten Schm√§hwort geworden und gilt unter Sch√ľlerInnen als Gegenteil dessen, was okay ist. Hass macht sich auf der Stra√üe breit und gewinnt immer mehr Anh√§ngerInnen. Dagegen richtet sich der diesj√§hrige CSD.

Vertieft wird das Motto durch die diesjährigen Forderungen des CSD Forum:

1. Null Toleranz bei Homophobie
Das Europ√§ische Parlament hat im vergangenen Jahr den Internationalen Tag gegen Homophobie ins Leben gerufen und damit seine tiefe Besorgnis √ľber die Zunahme von Gewalt gegen√ľber Homosexuellen zum Ausdruck gebracht. Der Gesetzgeber sollte dem Thema Hasskriminalit√§t eine gr√∂√üere Bedeutung im Strafgesetzbuch zukommen lassen.

2. Respekt beruht auf Gegenseitigkeit
"Hass du was dagegen?" richtet sich als Frage auch an die schwullesbische Szene. Ablehnung anderer Lebensweisen gibt es auch dort in allen m√∂glichen Auspr√§gungen. Von Anderen Respekt einzufordern bedeutet daher zuerst, diesen selbst gegen√ľber anderen und insbesondere jenen, bei denen sich Vorurteile aufzudr√§ngen drohen, aufbringen zu k√∂nnen. Erst dann kann Solidarit√§t aufgebaut und gegenseitige Akzeptanz geschaffen werden!

3. F√ľr weltoffene und tolerante Schulen
F√ľr homosexuelle Jugendliche ist die Schule immer noch ein soziales Problemgebiet. Der erste Schritt zur Bek√§mpfung von Homophobie und Ausgrenzung auf Schulh√∂fen muss eine lebendige und sichtbare queere Kultur in den Schulen selbst sein. Projektorientierte und feste queere Sch√ľlergruppen und weitreichende Fortbildungsma√ünahmen f√ľr Lehrerinnen und Lehrer k√∂nnen ein Anfang darstellen.

4. Aidsaktionsplan f√ľr Berlin: Jetzt!
Die Anforderungen der strukturellen Aids-Pr√§vention: Aufkl√§rung, Beratung, Betreuung und Selbsthilfef√∂rderung sind stetig gestiegen, die Zuwendungen des Senats chronisch r√ľckl√§ufig. Ziel muss sein, die Zahl der Neuinfektionen zu senken und die Versorgungsstrukturen f√ľr Menschen mit HIV/Aids zu erhalten. Dazu bedarf es mehr Geld f√ľr eine differenziertere und personaufw√§ndigere Pr√§vention. Es braucht einen Aids-Aktionsplan f√ľr die Bundeshauptstadt: Jetzt!

Berlin Pride ‚Äď 6. Juni bis 29. Juni 2008
Werden auf dem CSD als gr√∂√üten schwul-lesbischen Feiertag die Forderungen auf die Stra√üe getragen, sind es unz√§hlige Institutionen, Projekte und Organisationen die mit ihrem reichen Angebot eine hohe Lebensqualit√§t f√ľr Schwule, Lesben und Transidenten schaffen. Der Berlin Pride spiegelt diese Vielfalt ‚Äď die kulturellen, politischen und sportiven Veranstaltungen machen den Event zum gr√∂√üten schwullesbischen Kulturfestival Europas.

Das hochwertige Kulturprogramm, mit √ľber 130 Veranstaltungen aus den Bereichen Comedy, Kleinkunst, Lesungen, Theater und Partys, hat den engen Zeitrahmen einer Pride Week gesprengt und so wurde aus der Pride Week der mehrw√∂chige Berlin Pride. Die Veranstaltungsorte des Berlin Pride ist √ľber die ganze Stadt verteilt. Mit dabei sind unter anderem das J√ľdische Museum Berlin, Komische Oper, das BKA Theater, die Bar jeder Vernunft, Tipi das Zelt, Cirque du Soleil, Lesbenberatung, Schwuz und nat√ľrlich das lesbisch-schwule Stadtfest. Zu den Highlights z√§hlen die Respect Gaymes, varetai, Kiss me Kate, Ole Lehmann, Rainer Bielfeld, Max Raabe, Ades Zabel, Gayle Tufts, Tim Fischer, der CSD auf der Spree, der Come-Together-Cup und nat√ľrlich das gro√üe Kylie Minogue-Konzert.

Mit der neuen Route lebt der Wunsch nach einer Route die auch den Ostteil der Stadt ber√ľcksichtigt, wieder auf. Zuk√ľnftig sollen beide Routen im Wechsel befahren und gelaufen werden.

Startpunkt 28. Juni 2008: Kranzniederlegung am Denkmal f√ľr die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen um 10:00 Uhr in Anwesenheit der Zivilcouragepreistr√§gerInnen und VertreterInnen der politischen Parteien.
Schlossplatz und Schlossbr√ľcke: Aufstellung der Demo ab 10:00 Uhr, Abmarsch der Demo um 12:30 Uhr
Route: Unter den Linden, Glinkastr., Behrenstr., Ebertstr., Potsdamer Platz, Potsdamer Str., B√ľlowstr., Kleiststr., An der Urania, Schillstr., Hofj√§gerallee bis zur Siegess√§ule. Streckenl√§nge: 6,5 km (bisherige Strecke: 6,2 km)
Ankunft Siegessäule: ca. 17:00 Uhr, Abschlusskundgebung: ab ca. 18 bis 1:00 Uhr

Wer bei der Parade nicht selbst mitlaufen kann, f√ľr den √ľbertr√§gt der RBB den Event. Die Wiederholung l√§uft am Sonntag. Zudem wird von 14 ‚Äď 18h die Sondersendung "Die warme Welle" auf Radioeins ausgestrahlt.

Mit der kostenlosen Pride Berlin Karte k√∂nnen viele Veranstaltungen g√ľnstiger besucht werden. Die Pride Berlin Karte ist ein Service des CSD.

Weitere Infos: www.csd-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA Berlin:

Interview mit Silvy Pommerenke zum Thema lesbisches Coming-Out und ihrem Ratgeber "K√ľsse in Pink"

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Public Affairs Beitrag vom 03.06.2008 AVIVA-Redaktion 





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