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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 10.05.2013

Unterzeichnen: Online-Petition gegen geplante K├╝rzungen bei der Lesbenberatung
AVIVA-Redaktion

Je 15.000 Euro will der Senat in diesem Jahr der Lesbenberatung und dem Familienplanungszentrum "BALANCE" streichen. Die beiden betroffenen Einrichtungen sind emp├Ârt und fordern eine R├╝cknahme...



... der Einsparung.

Nach Informationen des Parit├Ątischen Wohlfahrtsverbands und der Lesbenberatung hat das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, eine neue psychologische Beratungsstelle f├╝r wohnungslose Frauen in Berlin einzurichten. Anstatt daf├╝r allerdings neue Gelder bereitzustellen, sollen die Mittel der Lesbenberatung und des Familienplanungszentrums "BALANCE", beide Mitglieder des Wohlfahrtsverbands, noch in diesem Jahr um jeweils 15.000 Euro gek├╝rzt werden, meldet die Lesbenberatung selbst. In einer Pressemitteilung zeigt sich die Beratungsstelle emp├Ârt: "Wir begr├╝├čen das neue Projekt, die Streichungen nehmen wir jedoch auf keinen Fall hin. 15.000 Euro sind eine nicht zu akzeptierende Summe f├╝r lesbische und bisexuelle Frauen und Trans*Menschen in dieser Stadt. (Sie) bedeuten f├╝r die Lesbenberatung 17 Prozent der Zuwendungsgelder des noch verbleibenden zweiten Halbjahres. Damit hat das Land Berlin 28.000 Euro seit 2005 in der Lesbenberatung gek├╝rzt ÔÇô das ist ein politischer Skandal f├╝r die Gesundheitspolitik dieser, sich "als weltoffen und interkulturell" bezeichnenden, Stadt.

F├╝r alle Lebensthemen und Krisensituationen"
, f├╝hrt die Lesbenberatung weiter aus, "sind wir eine erste Anlaufstelle f├╝r lesbische, bisexuelle Frauen, M├Ądchen und Trans* mit unterschiedlichen (Mehrfach-) Identit├Ąten. Unsere Fokusthemen sind Rassismus, Trans*diskriminierung und Homophobie. Die Angebote der Lesbenberatung st├Ąrken lesbische und bisexuelle Frauen und Trans*Menschen und fangen LBT* auf, die anderenorts durch Diskriminierung und Pathologisierung stark verunsichert und verletzt wurden.

Im September 2012 wurden die Ergebnisse der gr├Â├čten, in Deutschland bisher durchgef├╝hrten Studie zu "Gewalt und Mehrfach-Diskriminierung von lesbischen und bisexuellen Frauen und Trans*", erstmalig bekannt gegeben. Diese Studie wurde von der Lesbenberatung/LesMigraS durchgef├╝hrt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Lesbenberatungsstellen als einzige ├Âffentliche Institutionen, f├╝r ihre gute Unterst├╝tzung bei Gewalt und Diskriminierung wahrgenommen werden. Die Angebote sind jedoch bei Weitem nicht ausreichend und unsere Befragten forderten nachdr├╝cklich, den weiteren Ausbau von bestehenden Angeboten."


LesMigraS (Lesbische und bisexuelle Migrant_innen, Schwarze Lesben und Trans*Menschen) wurde 1998 gegr├╝ndet und ist der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin. Der Verein richtet sich besonders an von Mehrfach-Diskriminierung betroffene Menschen und setzt sich f├╝r deren Selbsterm├Ąchtigung und Vernetzung ein.

"Zudem braucht unser Bereich f├╝r M├Ądchen, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche und junge Erwachsene von 14ÔÇô23 Jahren (Young and Queer) seit langer Zeit mehr finanzielle Unterst├╝tzung, um die vielf├Ąltige Arbeit machen zu k├Ânnen, die junge queere Jugendliche dieser Stadt brauchen. Queere Jugendliche sind in Schule und Elternhaus immer noch massiv von Diskriminierung betroffen. (...) Die K├╝rzungen werden auch f├╝r diesen Teilbereich der Lesbenberatung verheerende Folgen haben."

Der Parit├Ątische Wohlfahrtsverband weist zudem auf seiner Website darauf hin, dass "sowohl die Lesbenberatung als auch das Familienplanungszentrum (...) unter anderem Frauen in Krisensituationen (unterst├╝tzen), um sie vor Obdachlosigkeit zu bewahren. Wenn n├Âtig vermitteln sie in Einzelf├Ąllen Pl├Ątze in Krisenwohnungen", und fragt provokant: "Will man durch die Streichungen Klientinnen f├╝r die neue Beratungsstelle schaffen?"

Die Lesbenberatung konkretisiert: "So muss eine lesbische wohnungslose Frau wom├Âglich auf ihr w├Âchentliches Gruppenangebot in der Lesbenberatung verzichten, das dazu beitr├Ągt, soziale Isolation zu ├╝berwinden, die durch die Folgen von Diskriminierung und Gewalt hervorgerufen wurde."

Die K├╝rzungen betreffen Mittel bei Projekten des Integrierten Gesundheitsprogramms (IGP), das unter dem Prinzip einer "partnerschaftlichen Zusammenarbeit" zwischen der Senatsverwaltung f├╝r Gesundheit und Soziales und dem Parit├Ątischen Wohlfahrtsverband j├Ąhrlich rund 11,5 Millionen Euro f├╝r Pr├Ąventions- und Versorgungsprojekte zur Verf├╝gung stellt. Handlungsfelder sind dabei chronische Erkrankungen, sexuell ├╝bertragbare Krankheiten und Drogen und Sucht. Den partnerschaftlichen Charakter der Zusammenarbeit sieht der Wohlfahrtsverband jetzt in Frage gestellt, denn "die K├╝rzungen kommen aus heiterem Himmel, mitten im laufenden Jahr, ohne Vorabinformation und ohne fachliche Begr├╝ndung."

Die F├Ârderung des IGP ist im Rahmenf├Ârdervertrag verankert, der 2010 zwischen dem Land Berlin und verschiedenen Wohlfahrtsorganisationen geschlossen wurde. Auch diesen sieht der Parit├Ątische Wohlfahrtsverband verletzt: "Von Senatsseite wird stets die Mitverantwortung der Verb├Ąnde eingefordert. Ein Kooperationsgremium soll einvernehmlich Entscheidungen zur Vergabe der Mittel treffen, bei Dissens sollte ein Einspruch aufschiebende Wirkung haben und vieles mehr."

Obwohl Lesbenberatung und Familienplanungszentrum "BALANCE" die besondere Betreuung wohnungsloser Frauen mit psychischen Problemen grunds├Ątzlich begr├╝├čen, fordern sie den Senat auf, die Streichungen zur├╝ckzunehmen. "Die betroffenen Organisationen werden Rechtsmittel einlegen gegen diese gutsherrliche Entscheidung. Der Parit├Ątische Wohlfahrtsverband Berlin unterst├╝tzt seine beiden Mitglieder in diesem Konflikt finanziell und politisch."

Wer sich der Forderung anschlie├čen will, kann die Online-Petition der Lesbenberatung unterschreiben: www.openpetition.de

Weitere Informationen:

Pressemitteilung der Lesbenberatung (03.05.2013)

Pressemitteilung des Parit├Ątischen Wohlfahrtsverbands Berlin (03.05.2013)

Zu den Websites der Lesbenberatung, des Parit├Ątischen Wohlfahrtsverbands Berlin und des Familienplanungszentrums "BALANCE"

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(Quelle: Lesbenberatung und Parit├Ątischer Wohlfahrtsverband Berlin, Mai 2013)

Public Affairs Beitrag vom 10.05.2013 AVIVA-Redaktion 





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