Hatun S├╝r├╝c├╝-Br├╝cke f├╝r 2016 geplant - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Public Affairs
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Finanzkontor
AVIVA-Berlin > Public Affairs AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Politik + Wirtschaft
   Diskriminierung
   Veranstaltungen in Berlin
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 26.06.2013

Hatun S├╝r├╝c├╝-Br├╝cke f├╝r 2016 geplant
Britta Rotsch

Am 7. Februar 2005 wurde die damals 23j├Ąhrige alleinerziehende Kurdin in Berlin-Neuk├Âlln Opfer eines "Ehren"mords, weil sie selbstbestimmt leben wollte. Diverse Initiativen wie TERRE DES FEMMES ...



... unterst├╝tzen von Gewalt betroffene Frauen

Dem Antrag auf Benennung einer Hatun S├╝r├╝c├╝-Br├╝cke zwischen Oberlandstra├če und Tempelhofer Feld wurde am 18. Juni 2013 von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Sch├Âneberg zugestimmt. "Mit der Benennung soll ein dauerhaftes und sichtbares Zeichen f├╝r ein selbstbestimmtes und freies Leben in einer pluralen Gesellschaft gesetzt werden", so J├Ârg Steinert, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg.

Hatun S├╝r├╝c├╝, 1982 in Berlin geboren, f├╝hrte trotz famili├Ąrer Zw├Ąnge und patriarchaler Strukturen ein selbstbestimmtes und freies Leben ÔÇô bis zum 7. Februar 2005, der Tag, an dem sie Opfer eines "Ehren"-Mords durch ihren Bruder wurde. Die junge Kurdin hatte sich aus der Zwangsehe mit ihrem Cousin befreit und war mit ihrem Sohn von Istanbul zur├╝ck nach Berlin gezogen, um hier ihren Hauptschulabschluss nachzuholen und danach eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin zu machen. In den Augen ihres j├╝ngeren Bruders besch├Ądigte Hatun S├╝r├╝c├╝ die Familienehre vor allem dadurch, dass sie lesbisch war. Kurz vor dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie von ihrem Bruder ermordet.
Einer der drei Br├╝der soll die Waffe besorgt, der zweite geschossen und der dritte den Sch├╝tzen begleitet haben.

Dieser "Ehren"mord sorgte deutschlandweit f├╝r Diskussionen und fordert auch heute noch gesellschaftliches Engagement. Jedes Jahr, am 7. Februar, dem Todestag von Hatun S├╝r├╝c├╝, findet eine Mahnwache statt, um ihr, aber auch allen anderen Frauen zu gedenken, die Opfer von Gewalt wurden.
Im Jahr 2012 wurde der erste Hatun-S├╝r├╝c├╝-Preis ausgelobt, f├╝r den sich Projekte, Organisationen und Einzelpersonen bewerben konnten, die M├Ądchen und Frauen in ihrer Selbst├Ąndigkeit unterst├╝tzen. Die Partei B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen und die Fraktion schrieben zusammen drei Preise f├╝r weibliche Pers├Ânlichkeiten aus, die "in vorbildlicher Weise ihren Weg gehen und sich nicht von Rollenvorstellungen, Vorurteilen oder kulturellen Klischees stoppen lassen". Zudem gibt es bereits einen Gedenkstein in der Oberlandstra├če, dem Ort der Ermordung von Hatun S├╝r├╝c├╝.

Diverse Initiativen wie TERRE DES FEMMES und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg fordern bereits seit mehreren Jahren die Benennung einer Stra├če oder Br├╝cke nach Hatun S├╝r├╝c├╝, auch, um den Mut und die Verantwortung der jungen Frau zu w├╝rdigen. Bereits am 2. Mai 2013 hatte sich der zust├Ąndige Ausschuss f├╝r Bildung und Kultur mehrheitlich f├╝r die Benennung der Br├╝cke ausgesprochen. Bei der Ausschusssitzung wurden unter anderem die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) angeh├Ârt, die mehr als 250 Unterschriften f├╝r den Antrag sammelten. Auch andere zivilgesellschaftlich aktive Organisationen, wie die M├Ądchen- und Frauenabteilung des Fu├čballvereins T├╝rkiyemspor, der Berliner Arbeitskreis Zwangsverheiratung, in dem u. a. Berliner Antigewaltprojekte, Krisen- und Zufluchtseinrichtungen und Frauenh├Ąuser vertreten sind, begr├╝├čen die Entscheidung der Br├╝ckenbenennung und sehen die Bek├Ąmpfung von Gewalt gegen Frauen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an.
Nach Auskunft von Daniel Kr├╝ger, Bezirksstadtrat f├╝r Bauwesen, liegt die abschlie├čende Zust├Ąndigkeit f├╝r die Benennung einer Br├╝cke aber bei der Senatsverwaltung f├╝r Stadtentwicklung und Umwelt. Der Bezirk, in dem sich das Bauwerk befindet, ist dabei anzuh├Âren.

Der Mord an Hatun S├╝r├╝c├╝ ist kein Einzelfall. Immer wieder werden schwere Gewaltverbrechen an Frauen bekannt, die sich aus unterdr├╝ckenden Ehe- und Familienstrukturen befreien wollen. Motiv dieser Taten ist oft ein archaisches Verst├Ąndnis von Familienehre, das ein selbstbestimmtes Leben von Frauen, oder auch von Lesben und Schwulen ausschlie├čt. Zu T├Ątern werden meist die V├Ąter, Br├╝der oder S├Âhne, die oft von anderen Familienmitgliedern unterst├╝tzt, gedr├Ąngt oder gedeckt werden. Auch in Deutschland ist die Zahl der Ehrenmorde hoch. Hierzu erkl├Ąrt Christa Stolle, Bundesgesch├Ąftsf├╝hrerin von TERRE DES FEMMES: "Die Entscheidung der BVV ist auch ein Auftrag an Politik und Gesellschaft: Mutige Frauen wie Hatun S├╝r├╝c├╝ m├╝ssen besser gesch├╝tzt werden, die Politik muss aber auch aktiv zu einem Bewusstseinswandel in den Familien beitragen." Die Senatorin f├╝r Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, spricht sich zudem daf├╝r aus, dass solche Gewalttaten nicht mehr als Kavaliersdelikt oder als vermeintlich kulturell hinzunehmen seien: "Ihr Schicksal ist f├╝r uns eine best├Ąndige Mahnung, dass wir alles daf├╝r tun m├╝ssen, damit M├Ądchen und Frauen unabh├Ąngig von ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer religi├Âsen ├ťberzeugung die M├Âglichkeit haben, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten und ihr Recht auf Selbstbestimmung auszu├╝ben."

TERRE DES FEMMES setzt sich nun auch f├╝r eine Stra├čenbenennung nach Hatun S├╝r├╝c├╝ ein, um nicht nur punktuell an ihr Schicksal zu erinnern, das f├╝r unz├Ąhlige M├Ądchen und Frauen steht, die unter Gewalt leiden und sich dagegen wehren, sondern auch dauerhaft an diese zu erinnern und zu mahnen.

Beratung und Hilfe f├╝r von Gewalt betroffene Frauen
In Berlin stehen f├╝r gewaltbetroffene Frauen sechs Frauenh├Ąuser, 40 Zufluchtswohnungen sowie f├╝nf Fachberatungsstellen zur Verf├╝gung. Dar├╝ber hinaus bieten auch zahlreiche Beratungsstellen, wie beispielsweise Migrantinnenprojekte, Beratung in F├Ąllen h├Ąuslicher Gewalt an. ├ťber die BIG-Hotline (Telefon 030 6110300) stehen rund um die Uhr eine Erstberatung sowie Informationen ├╝ber freie Frauenhauspl├Ątze zur Verf├╝gung. Jugendliche und junge Erwachsene k├Ânnen sich an den Jugend- und M├Ądchennotdienst (030 611 00 62 bzw. 030 61 00 63) und an die Kriseneinrichtung Papatya wenden, die auch eine niedrigschwellige Online-Beratung anbietet (www.sibel-papatya.org).

├ťbersichtskarte Gewalt gegen Frauen

Frauenhaussuche beim "Verein Frauenhauskoordinierung":
www.frauenhauskoordinierung.de

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e.V.:
www.frauen-gegen-gewalt.de

Die BIG e.V. Hotline bietet Hilfe bei h├Ąuslicher Gewalt gegen Frauen:
Tel. 030 - 611 03 00 (T├Ąglich von 9 - 24 Uhr)
oder unter: www.big-hotline.de

Information zu Gewalt gegen Migrantinnen und Fl├╝chtlingsfrauen
www.autonome-frauenhaeuser-zif.de

Weitere Infos unter:

www.frauenrechte.de
www.berlin.lsvd.de
www.tuerkiyemspor.info
info.zwangsheirat.de
www.tagesspiegel.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Gedenkfeiern f├╝r Hatun S├╝r├╝c├╝ zum achten Todestag am 07. Februar 2013. Preisverleihung des ersten Hatun-S├╝r├╝c├╝-Preises

Internetportal von TERRE DES FEMMES zur Pr├Ąvention von Zwangsheirat geht online

Erster internationaler Weltm├Ądchentag - TERRE DES FEMMES stellt neues Internetportal gegen Zwangsheirat vor, (2012)







(Quelle: TERRE DES FEMMES, AVIVA-Berlin, Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg)


Public Affairs Beitrag vom 26.06.2013 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken