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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 24.02.2012

Beate Klarsfeld for President. Voten auf prager-fruehling-magazin.de jetzt möglich
Annika H√ľttmann

Auf den ersten Blick gibt es Anlass zur Freude, auf den zweiten Blick kann mensch nur w√ľtend werden. Ausgerechnet die Parte "Die Linke" schlug die Journalistin und Aktivistin f√ľr das Amt der ...



... Bundespräsidentin vor.

Es gibt viele Gr√ľnde, warum Beate Klarsfeld eine w√ľnschenswerte Bundespr√§sidentin w√§re. Endlich w√ľrde ihr Engagement f√ľr die juristische Verfolgung von Verbrechern des Nationalsozialismus und ihre unerm√ľdliche Arbeit gegen das Vergessen der Opfer der Nazis √∂ffentlich gew√ľrdigt werden. Eine Person, die fast ihr gesamtes Leben gegen Antisemitismus gek√§mpft hat, als Staatsoberhaupt zu w√§hlen, w√§re eine deutliche Reaktion auf den schockierenden "Bericht des Expertenkreises Antisemitismus" von 2011, der zeigt, wie weit verbreitet und tief verwurzelt selbiger in Deutschland ist. Die moralische Verantwortung, die das Amt mit sich bringt, k√∂nnte endlich wieder glaubw√ľrdig verk√∂rpert werden. Und nicht zuletzt ist w√§re auch die Tatsache, dass zum ersten Mal eine Frau dieses Amt bekleiden w√ľrde ein Grund, in Jubel auszubrechen.

Klarsfelds Kampf gegen den Antisemitismus

Beate Klarsfeld, 1939 in Berlin geboren, wurde von Gesine L√∂tzsch als m√∂gliche Bundespr√§sidentInnenkandidatin der Linken ins Gespr√§ch gebracht, was einerseits den positiven Effekt hat, dass Klarsfeld wieder in den Blick der √Ėffentlichkeit ger√§t. Mensch erinnert sich an die ber√ľhmte Ohrfeige, die die Journalistin 1968 an den damaligen Bundeskanzler Kiesinger austeilte um auf seine NSDAP-Vergangenheit aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit ihrem Mann Serge Klarsberg setzte sie sich sp√§ter daf√ľr ein, dass ehemals hochrangige Nazis wie Alois Brunner, Kurt Lischka und Klaus Barbie verurteilt wurden. Die beiden gr√ľndeten die "Beate Klarsfeld Foundation" um Verbrechen des Nationalsozialismus und dessen Opfer zu dokumentieren, die daf√ľr Verantwortlichen vor Gericht zu bringen und verfolgte Juden und J√ľdinnen zu unterst√ľtzen. Durch unterschiedlich Publikationen und die vom Ehepaar gemeinsam konzipierte Ausstellung "Enfants juifs d√©port√©s de France", welche sich der damalige Bahnchef "Mehdorn" weigerte an deutschen Bahnh√∂fen auszustellen, leisteten die beiden einen Beitrag gegen das Vergessen und die Anonymisierung deportierter und ermordeter J√ľdInnen.

Die richtige Kandidatin, der falsche Weg

Andererseits gibt es eigentlich nichts Positives daran, dass ausgerechnet die Linke Klarsfeld als Kandidatin nominieren m√∂chte. Denn wie ernst kann mensch es nehmen, wenn eine Partei, die ein gutes Beispiel daf√ľr ist, wie verbreitet und lebendig Antisemitismus in Deutschland leider ist, eine √ľberzeugte K√§mpferin gegen den Antisemitismus vorschl√§gt? Es macht die Sache nicht besser, dass die Linke vielleicht generell nur eineN KandidatIn stellen m√∂chte, da sie beleidigt ist, dass Angela Merkel sie nicht mitentscheiden lie√ü, als die anderen Parteinen nach einer Konsensl√∂sung suchten, die nun in Joachim Gauck gefunden wurde. Au√üerdem ist es noch nicht einmal sicher, dass die Linke Klarsfeld vorschlagen wird, denn mit dem Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge und der Abgeordneten Luc Jochimsen sind noch zwei weitere KanditatInnen im Gespr√§ch. Klarsfeld, die in einem Interview mit Zeit Online best√§tigte, dass sie eine Kandidatur annehmen w√ľrde, muss nun also warten, wie sich die Partei entscheidet. W√§hrend die √Ėffentlichkeit die widerspr√ľchliche und unentschlossene Vorgehensweise der Linken bel√§chelt. Diese Unglaubw√ľrdigkeit der Partei schadet auch der Glaubw√ľrdigkeit Klarsfelds, denn sie wird nun mit dieser in Verbindung gebracht. Sie l√§uft Gefahr, dass ihre Verdienste in den Hintergrund geraten und sie stattdessen in Zukunft symbolisch f√ľr die Fehltritte, die die Linken gerade begehen, stehen wird.

Dennoch w√§re Klarsfeld eine gute Kandidatin. H√§tte die Linke sie nicht benutzt, um gegen die anderen Parteien ins Feld zu ziehen und sich als etwas darzustellen, dass sie nicht sind. Dass sie gegen Gaucks Lobby kaum eine Chance hat, steht fest, aber sie, als Frau und als Aktivistin, antreten zu lassen, h√§tte eine tolle symbolische Handlung werden k√∂nnen. Ein Tipp f√ľr die n√§chste Bundespr√§sidentInnenwahl: Auch Privatpersonen k√∂nnen KandidatInnen vorschlagen, indem sie sich direkt an die Bundestagsfraktionen wenden. Der Journalistinnenbund hat in ihrem Blog Watch-Salon mehrere "Listen mit Frauen, die dieses Amt bekleiden k√∂nnten" aufgestellt. Also: Einfach inspirieren lassen! Und: Vorschl√§ge bitte nicht an die Linke.

Ein Voting f√ľr Beate Klarsfeld ist ab sofort m√∂glich!

Mit folgendem Text können Sie sie als Bundespräsidentin vorschlagen:

Hallo,

ich finde, Beate Klarsfeld soll Bundespr√§sidentin werden. Sie steht wie kaum eine jemand anderes f√ľr Antifaschismus in Deutschland. Dennoch wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verwehrt. Bitte unterst√ľtze auch du die Unterst√ľtzungsunterschriftenliste der Redaktion des prager fr√ľhlings.


Bitte klicken Sie auf diesen Link und supporten Sie:

www.prager-fruehling-magazin.de/beateklarsfeld

Bitte informieren Sie auch andere von dieser Aktion!

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Public Affairs Beitrag vom 24.02.2012 Annika H√ľttmann 





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