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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 02.03.2009

Equal Pay Day 2009
Yvonne de Andrés

Initiative Rote Tasche. WirtschaftsverbĂ€nde und Frauenorganisationen grĂŒnden AktionsbĂŒndnis: Entgeltgleichheit schaffen - Ursachen angehen. Frauen verdienen mehr. Am 20. MĂ€rz ist Equal Pay Day



Noch immer liegen in der Bundesrepublik die Lohnunterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen, seit Jahren nahezu unverĂ€ndert, bei 23 Prozent. Deutschland bildet damit eines der Schlusslichter in der EuropĂ€ischen Union, in der Frauen nach den jĂŒngsten Statistiken im Durchschnitt 17 Prozent weniger verdienen als ihre mĂ€nnlichen Kollegen. Aus diesem Anlass haben sich verschiedene WirtschaftsverbĂ€nde und Frauenorganisationen zu einem breiten AktionsbĂŒndnis zusammengeschlossen, sie wollen bundesweit am 20. MĂ€rz 2009 gegen diesen Missstand angehen. Die Frauen sind im Aufbruch fĂŒr Entgeltgleichheit.

Dem AktionsbĂŒndnis gehören an: das Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany, die Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA), der Deutsche Frauenrat (DF), die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen FrauenbĂŒros und Gleichstellungsstellen (BAG) und der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).

Die Initiatorinnen halten fest: "Lohnunterschiede, die neben sozialen auch wirtschaftliche Folgen haben, sind auf eine Vielzahl von Ursachen zurĂŒckzufĂŒhren. So arbeiten Frauen hĂ€ufiger in Bereichen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist, Frauen sind seltener in gut bezahlten FĂŒhrungspositionen vertreten und verfĂŒgen ĂŒber weniger Berufsjahre, was sich negativ auf Gehaltsentwicklungen auswirkt. Bestehende Rollenbilder beeinflussen die Aufgabenverteilung in den Familien und das Berufswahlverhalten, dies schlĂ€gt sich wiederum beim Einkommen nieder. Schließlich sind auch staatliche Rahmenbedingungen - insbesondere die nach wie vor hĂ€ufig unzureichenden und zu unflexiblen Möglichkeiten der Kinderbetreuung - fĂŒr die Entgeltunterschiede mitverantwortlich."

Ziel des AktionsbĂŒndnisses ist es daher:

  • die Debatte ĂŒber die GrĂŒnde der Entgeltunterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen
  • alle Akteurinnen und Akteure zu sensibilisieren und zu mobilisieren
  • das Bewusstsein fĂŒr die Ursachen von Entgeltunterschieden zu schĂ€rfen
  • die unterschiedlichen Karrierechancen in den einzelnen Berufen und Branchen darzustellen und Wege zur Überwindung der Unterschiede aufzuzeigen
  • sich fĂŒr einen zĂŒgigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland einzusetzen
  • die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen darzustellen und Wege aufzuzeigen, die zur Erreichung einer Entgeltgleichheit zwischen Frauen und MĂ€nnern beitragen können.

    Der Termin 20. MĂ€rz markiert den Zeitraum, den Frauen in Deutschland ĂŒber das Jahresende hinaus arbeiten mĂŒssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer mĂ€nnlichen Kollegen zu kommen. Der Auftakt wird am 19. MĂ€rz 2009 eine gemeinsame Pressekonferenz mit der Bundesministerin fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, sein. VielfĂ€ltige Aktionen werden den Tag begleiten.

    MerkwĂŒrdig erscheint, dass die Gewerkschaften unter diesem Aufruf nicht zu finden sind. Auf Nachfrage von AVIVA-Berlin erlĂ€utert Claudia Menne, Leiterin des Bereich Gleichstellungs- und Frauenpolitik beim DGB-Bundesvorstand, dass die Frauenorganisationen in den Gewerkschaften dieses Jahr nicht mehr erreichen konnten. Gewerkschaftliche Frauengruppen seinen zwar qua ihrer Mitgliedschaft im Deutschen Frauenrat an der Initiative beteiligt, hĂ€tten aber noch keine Mitarbeit der GewerkschaftsbĂŒnde insgesamt erreichen können. Zum Ausgleich wollen die DGB-Frauen am 19. MĂ€rz 2009 mit einer eigenen PresseerklĂ€rung an die Öffentlichkeit treten.

    Am Abend des 20. MĂ€rz findet eine große Abschlussveranstaltung im Roten Rathaus in Berlin statt, die durch den BPW Germany organisiert wird. Die BPW Deutschland wird als Initiatorin der Initiative "Tag fĂŒr gleiche Bezahlung" mit der Auszeichnung "Ort im Land der Ideen", geehrt. 2008 wurde der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag fĂŒr Entgeltgleichheit zwischen MĂ€nnern und Frauen, erstmals in Deutschland durchgefĂŒhrt. Entstanden ist der "Tag fĂŒr gleiche Bezahlung" in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die "Red Purse Campaign" ins Leben riefen, um auf die bestehenden Lohnunterschiede hinzuweisen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 zur Halbzeit des EuropĂ€ischen Jahres der Chancengleichheit auf und startete die "Initiative Rote Tasche", aus der heraus die Idee fĂŒr die bundesweite EinfĂŒhrung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen stehen fĂŒr die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Die Aktion fand bundesweit eine breite Beachtung. Bundesweit nahmen 6.000 Frauen und MĂ€nner an rund 40 Aktionen und Veranstaltungen in 25 StĂ€dten teil.

    Die Aktionspartnerinnen und -partner rufen weitere VerbĂ€nde und Organisationen zur UnterstĂŒtzung der Beteiligung zum nĂ€chsten Equal Pay Day auf. Gefördert wird die DurchfĂŒhrung durch das Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

    Lesen Sie auch unseren Beitrag zum "EU-Gleichstellungsbericht 2008".

    Weitere Infos und Kontakte:

    Business and Professional Women (BPW) Germany e. V.
    Dagmar Bischof, PrÀsidentin BPW Germany e. V.
    Tel.: 0421 - 89 54 28 oder 05502 - 91 19 69, Fax: 05502 - 91 19 68
    d.bischof@bpw-germany.de
    Internet: www.bpw-germany.de

    Deutscher Frauenrat e.V.
    Dr. Bettina Schleicher, Stellvertretende Vorsitzende Deutscher Frauenrat
    Tel.: 030 - 84 18 71 34
    b.schleicher@frauenrat.de
    www.frauenrat.de

    Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) e.V.
    Carlotta Köster-Brons, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin VdU e.V.
    Tel.: 030 - 2 03 08 45 40
    Carlotta.Koester-Brons@vdu.de
    www.vdu.de

    Initiative Rote Tasche: www.rotetasche.de
    www.equalpayday.de

    DGB Frauen: www.dgb-frauen.de

    Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen FrauenbĂŒros und Gleichstellungsstellen (BAG)
    Dörthe Domzig, Bundessprecherin BAG
    Tel.: 06221 - 5 81 55 00
    Doerthe.Domzig@Heidelberg.de
    www.frauenbeauftragte.de

    Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbÀnde (BDA)
    Dr. Heinz Schmitz, Leiter der Pressestelle
    Tel.: 030 - 20 33 18 00
    presse@arbeitgeber.de
    www.arbeitgeber.de


  • Public Affairs Beitrag vom 02.03.2009 Yvonne de AndrĂ©s 





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