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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 06.03.2009

Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen
AVIVA-Redaktion

Eine Studie bietet erschreckende Ergebnisse und entkrÀftigt das Klischee der ungebildeten, sozialschwachen TÀter und Opfer. Gewalt gegen Frauen findet "unbemerkt in der Mitte der Gesellschaft statt"



Bundesministerin Ursula von der Leyen: "Gewalt trifft Frauen in allen gesellschaftlichen Schichten"

Frauen werden keineswegs nur in sozialen Brennpunkten von ihrem mĂ€nnlichen Partner geschlagen, vergewaltigt, beschimpft oder gedemĂŒtigt. Auch in mittleren und hohen Bildungs- und Sozialschichten werden sie in einem viel höheren Maß Opfer von Gewalt, als dies bislang bekannt war. Das belegt die Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen", die das Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 6. MĂ€rz 2009 in Berlin vorgestellt hat.

"Die Ergebnisse der Untersuchung sind erschreckend und mĂŒssen uns alle wachrĂŒtteln", erklĂ€rt die Bundesministerin fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen. "Gewalt gegen Frauen ist kein Problem am Rande unserer Gesellschaft, sondern findet in allen Schichten mitten unter uns statt. FĂŒr viele Frauen sind SchlĂ€ge, Tritte und Beschimpfungen zu einem entsetzlichen Alltag geworden Wir mĂŒssen alles tun, um diese Gewalt zu verhindern und abzuwehren. Die Bundesregierung hat mit dem Aktionsplan II zur BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen mehr als 130 Maßnahmen auf den Weg gebracht. Jetzt mĂŒssen wir die Beratung fĂŒr die betroffenen Frauen weiter verbessern und besonders Angebote fĂŒr diejenigen schaffen, von denen wir bislang gar nicht wussten, wie sehr sie Opfer von Gewalt werden. Auch Berufsgruppen wie Ärzte/-innen mĂŒssen wir weiter fĂŒr diese Problematik sensibilisieren. Die Polizei muss die neuen Erkenntnisse bei ihren EinsĂ€tzen gegen hĂ€usliche Gewalt berĂŒcksichtigen."

FĂŒr die Studie wurden die FĂ€lle von 2.143 Frauen untersucht, die mindestens einen körperlichen und/oder sexuellen Übergriff durch einen mĂ€nnlichen Partner erlebt haben. Mehr als ein Drittel dieser Frauen wurde dabei sogar sehr schwer bis lebensbedrohlich misshandelt (VerprĂŒgeln, Zusammenschlagen, WĂŒrgen, VerbrĂŒhen, Bedrohung oder Verletzung mit einer Waffe, Vergewaltigung).

Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

1. Trennung oder Scheidung erhöhen deutlich die Gefahr fĂŒr die Frau, Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch den Partner zu werden. Frauen in dieser Situation benötigen daher gezielte UnterstĂŒtzung.
2. Die Androhung von Gewalt durch den Mann ist ernst zu nehmen, da die Drohung sehr hÀufig in die Tat umgesetzt wird.
3. In fast zwei Dritteln der FÀlle ist schwerste Gewalt gegen Frauen mit einem erhöhten Alkoholkonsum des TÀters verbunden. Bei einem Drittel spielt Alkohol dagegen keine Rolle.
4. Frauen unter 35 Jahren werden hĂ€ufiger und stĂ€rker misshandelt, wenn beide Partner in einer schwierigen sozialen Lage sind, weil beide entweder ĂŒber kein Einkommen, keine regulĂ€re Erwerbsarbeit oder ĂŒber keine Schul- und Berufsausbildung verfĂŒgen.
5. Frauen ĂŒber 45 Jahre sind vor allem dann von Gewalt betroffen, wenn sie ĂŒber eine höhere Bildung verfĂŒgen oder wenn sie bei Bildung, Beruf und Einkommen dem Partner gleichwertig oder ĂŒberlegen sind und damit traditionelle Geschlechterrollen in Frage stellen.

Fast 70 Prozent der Frauen, die von schweren körperlichen, psychischen und sexuellen Misshandlungen betroffen sind, beziehen ein eigenes Einkommen, gut ein Drittel verfĂŒgen sogar ĂŒber mittlere bis hohe Einkommen. Mehr als 60 Prozent der betroffenen Frauen haben zudem einen mittleren oder hohen Schulabschluss und einen qualifizierten Beruf. 38 Prozent der misshandelten Frauen verfĂŒgen ĂŒber die höchsten Bildungs- und AusbildungsabschlĂŒsse (Abitur/Fachabitur oder Fach-/Hochschulabschluss oder Meister/Fachschulabschluss).

Ganz Ă€hnlich sind die Ergebnisse auf Seiten der TĂ€ter. Nur drei Prozent der MĂ€nner, die ihre Frau schwer misshandeln, haben weder einen Schul-, noch Ausbildungsabschluss. 52 Prozent der TĂ€ter verfĂŒgen ĂŒber niedrige und mittlere AbschlĂŒsse und 37 Prozent ĂŒber die höchsten Bildungs- und Ausbildungsgrade. MĂ€nner, die in ihrer aktuellen Beziehung schwere körperliche, sexuelle und psychische Gewalt ausĂŒben, sind zudem mehrheitlich berufstĂ€tig und nicht von Sozialleistungen abhĂ€ngig. Rund zwei Drittel von ihnen leben mit ihren Partnerinnen in Haushalten mit mittlerem oder gehobenem Einkommen.

DarĂŒber hinaus hat die große Mehrheit der MĂ€nner und Frauen in Gewaltbeziehungen keinen Migrationshintergrund. Gewalt, auch schwere Gewalt in Paarbeziehungen, ist, wie die Untersuchung zeigt, nicht ein Problem sozialer Randgruppen, sondern findet bislang weitgehend unbemerkt in der Mitte der Gesellschaft statt.

Die Untersuchung "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen" basiert auf der reprĂ€sentativen Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland", die 2004 im Auftrag des Bundesministeriums fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. FĂŒr die Studie waren mehr als 10.000 Frauen befragt worden. Diese umfangreichen Daten wurden fĂŒr die nun vorliegende Untersuchung "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen" neu ausgewertet, um genauere Aussagen ĂŒber Ausmaß, Schwere und Kontext von Gewalt gegen Frauen zu ermöglichen.

Weitere Infos zum Thema:

Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen

Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
www.bmfsfj.de
Servicetelefon: 01801 90 70 50
Wann können Sie anrufen? montags bis donnerstags von 9 - 18 Uhr

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Edel sei das Opfer, hilflos und gut!?", BroschĂŒre zum Thema "Sexuelle Gewalt"
"Schrei" von HĂ©lĂšne Duffau und "Claire. Protokoll einer AbhĂ€ngigkeit" , zwei BĂŒcher ĂŒber das beschĂ€digte Leben nach sexualisierten Übergriffen.

Quelle: PM, 06.03.09

Public Affairs Beitrag vom 06.03.2009 AVIVA-Redaktion 





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