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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 09.07.2010

Land Berlin beantragt √Ėffnung der Ehe - Nationaltorh√ľterin Uschi Holl verpartnert
Sylvia Rochow, Claire Horst

In mehreren europäischen Ländern steht die Ehe homosexuellen Paaren bereits offen. Dazu zählen Belgien, Island, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien und Schweden. In Deutschland dagegen kam ...



... es bislang nicht zu einer √Ėffnung der Ehe f√ľr Schwule und Lesben.

Der Widerstand der konservativen Parteien steht ihr bislang noch im Weg. Doch zumindest wird inzwischen immer offensiver √ľber eine Gesetzes√§nderung debattiert. Im Bundesrat wird heute (9. Juli 2010) der "Antrag des Landes Berlin auf Entschlie√üung des Bundesrates zur √Ėffnung der Ehe f√ľr Personen gleichen Geschlechts (Drucksache 386/10)" vorgestellt. Der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), Manfred Bruns, erkl√§rte dazu: "Wir begr√ľ√üen die Initiative des Landes Berlin zur √Ėffnung der Ehe f√ľr Lesben und Schwule. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und der damit verbundenen √Ąnderung des Eheverst√§ndnisses gibt es heute keine vern√ľnftigen Gr√ľnde mehr, homo- und heterosexuelle Partnerschaften unterschiedlich zu behandeln."

Schon im Jahr 2009 hatte das Bundesverfassungsgericht die Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe gefordert. Seither gibt es wenigstens keine verfassungsrechtlichen Einw√§nde gegen die √Ėffnung der Ehe mehr. Forderungen nach der √Ėffnung der Ehe f√ľr Homosexuelle wurden in gr√∂√üerem Rahmen erstmals 1992 laut. Damals hatten √ľber 250 lesbische und schwule Paare das Aufgebot beantragt. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es seit 2001. Wie der LSVD feststellt, werden diese Beziehungen "in der Familie, im Alltag und im Sprachgebrauch" l√§ngst als Ehen akzeptiert.

Eine √Ėffnung der Ehe w√§re ohne gr√∂√üere Schwierigkeiten zu vollziehen. Eine einfache Mehrheit des Parlamentes reicht aus, um den entsprechenden Paragrafen des B√ľrgerlichen Gesetzbuchs zu ver√§ndern. B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen haben bereits in der letzten Legislaturperiode einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht. Damals kam er jedoch nicht zum Abschluss.

Hintergrund/Statistik:
Von 2001 bis 2009 sind in Berlin 4.331 Lebenspartnerschaften begr√ľndet worden.

Auch Prominente sorgen daf√ľr, dass homosexuelle Partnerschaften l√§ngst Normalit√§t geworden sind. So ist Johanna Sigurdadottir, die Ministerpr√§sidentin Islands, im Juni 2010 als erstes Staatsoberhaupt eine homosexuelle Ehe eingegangen. Sie hatte bereits seit Jahren mit ihrer Partnerin in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt. Und auch in Deutschland werden immer deutlicher Signale gesetzt. Ein weiteres Beispiel ist Lissy Gr√∂ner, MdEP , die sich im September 2005 in Br√ľssel mit ihre langj√§hrigen Lebensgef√§hrtin, der Politikberaterin Sabine Gille√üen verpartnert hat.

So hat Nationaltorh√ľterin Uschi Holl f√ľr eine Premiere im deutschen Frauenfu√üball gesorgt: Die Spielerin vom DFB-Pokalsieger FCR 2001 Duisburg ging am 18. Juni 2010 in K√∂ln mit ihrer Lebensgef√§hrtin Carina Schr√∂rs, einer Diplom-Sportwissenschaftlerin, den Bund f√ľr`s Leben ein, und scheute dabei auch die √Ėffentlichkeit nicht.

Da das Ja-Wort mitten in das fr√ľhnachmitt√§gliche WM-Vorrundenspiel der deutschen M√§nner-Nationalmannschaft gegen Serbien fiel, war ein Kamerateam des WDR unter dem Motto "Heiraten w√§hrend des Deutschlandspiels" unterwegs. Die 27-j√§hrige Europameisterin Holl stand bereitwillig Rede und Antwort und war trotz der Terminkollision bester Laune. Eigentlich hatte das Paar geplant, nach der Hochzeit bei der abendlichen Feier mit den fu√üballaffinen G√§sten das WM-Spiel gucken zu k√∂nnen, doch dann machte die fr√ľhe Ansetzung ihnen einen Strich durch die Rechnung.

© Sylvia Rochow


Uschi Holl - Weltmeisterin (2007), Europameisterin (2005 und 2009), mehrfache Deutsche Meisterin sowie UEFA-Women¬īs-Cup- und DFB-Pokal-Siegerin - ist die erste aktive deutsche Fu√üball-Nationalspielerin, die sich (√∂ffentlich) verpartnert hat.

Noch 1995 hatte es der Deutsche Fu√üball-Bund (DFB) beispielsweise seinen Nationalspielerinnen untersagt, an den Eurogames (europ√§ische schwul-lesbische Sportgro√üveranstaltung) teilzunehmen. Bei Zuwiderhandlung drohte der Ausschluss aus der Nationalmannschaft. Unter dem aktuellen DFB-Pr√§sident Dr. Theo Zwanziger warb der DFB in den vergangenen Jahren verst√§rkt um Toleranz, u.a. gegen√ľber Homosexuellen. So wurde er 2008 von Maneo mit dem Tolerantia-Preis f√ľr seinen "Einsatz gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport" geehrt.

Weitere Infos unter:

www.artikeldrei.de

www.lsvd.de


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Durchbruch bei der Gleichstellung von LebenspartnerInnen mit EhegattInnen am 22. Oktober 2009

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Public Affairs Beitrag vom 09.07.2010 AVIVA-Redaktion 





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