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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 25.02.2011

Studie des Institut f√ľr Demoskopie Allensbach zu Kommunikationsstilen und -welten von Frauen und M√§nnern
Kristina Auer

"Typisch Frau, typisch Mann? Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit" war der Titel der Studie, deren Ergebnisse am 23. Februar 2011 von der Gesch√§ftsf√ľhrerin des Instituts f√ľr...



... Demoskopie Allensbach, Prof. Dr. Renate Köcher, im 19. Stock des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin vorgestellt wurden.

"Obwohl sich sowohl das Bildungsniveau als auch die Erwerbst√§tigkeit stetig angeglichen hat, leben M√§nner und Frauen immer noch in unterschiedlichen Kommunikationswelten", sagte Prof. Dr. Renate Schr√∂ter zum Auftakt der Pressekonferenz. Aber nicht nur diese Feststellung, auch Erkl√§rungsmodelle f√ľr diesen Umstand sollte die Studie liefern.

Die Untersuchung, die im Rahmen der Studienreihe "Gespr√§chskultur in Deutschland" von "Jacobs Kr√∂nung" in Zusammenarbeit mit "Bild der Frau" in Auftrag gegeben wurde, basiert auf Interviews mit 1.852 Personen ab 16 Jahren, die zwischen November und Dezember 2010 gef√ľhrt wurden. Nachdem in den vorangegangen Studien aus den Jahren 2009 und 2010 zun√§chst das Gespr√§chsbed√ľrfnis und daraufhin die Auswirkungen der Neuen Medien auf das Kommunikationsverhalten der befragten Personen untersucht worden waren, dreht sich die aktuelle Studie um Unterschiede im Sprech- und Konversationsverhalten von M√§nnern und Frauen.

Gesprächsthemen

Im Laufe der Studie wurden zun√§chst die Interessensgebiete der befragten Personen untersucht, wobei sich ergab, dass sich Frauen und M√§nner nach wie vor f√ľr geschlechtsrollentypische Themen interessieren. Aus diesen unterschiedlichen Interessensgebieten ergeben sich unterschiedliche Gespr√§chsthemen. So gaben 65% der befragten M√§nner an, sich gern √ľber Sport zu unterhalten, w√§hrend 65% der Frauen das Thema Familie als Gespr√§chsthema favorisierten.
Ebenso wie unterschiedliche Gesprächsthemen konnten im Verlauf der Studie aber auch zahlreiche gemeinsame Themen wie Neuigkeiten aus dem Bekanntenkreis (58% der Männer, 75% der Frauen), Reisen (58% der Männer, 62% der Frauen) und Beruf (55% der Männer, 48% der Frauen), ausgemacht werden.

Prof. Dr. K√∂cher machte au√üerdem auf eine Entwicklung im Interessensspektrum von jungen Menschen aufmerksam: W√§hrend im Jahr 2000 noch sowohl bei den m√§nnlichen als auch den weiblichen Unter-30-J√§hrigen ein √ľberdurchschnittlich breites Interessensspektrum festgestellt worden war, sank die Anzahl der m√§nnlichen Befragten mit vielen Interessen bis zum Jahr 2010 erheblich, die Zahl der vielf√§ltig interessierten Frauen hingegen blieb gleich. Dieser R√ľckschritt l√§sst sich K√∂cher zufolge darauf zur√ľckf√ľhren, dass viele junge M√§nner mittlerweile ausschlie√ülich das Internet als Informationsmedium benutzen, w√§hrend junge Frauen zus√§tzlich auch das Angebot der Printmedien in Anspruch nehmen. "Das Internet ist darauf ausgelegt, gezielte Informationen zur Verf√ľgung zu stellen," erl√§uterte K√∂cher. "Somit kommen Nutzer nicht mehr per se mit einer gro√üen Vielfalt an Themen in Verbindung und das Interessensspektrum verengt sich."

Kommunikationsstile

Auch die Einsch√§tzungen zu Kommunikationsstilen von M√§nnern und Frauen sind von Geschlechterklischees durchzogen. So wird Frauen unter anderem zugeschrieben, sie spr√§chen gerne √ľber Gef√ľhle (89 % der Befragten), Beziehungsfragen (82%) oder redeten sich den Frust von der Seele (75%). F√ľr m√§nnlich halten es die Befragten hingegen, sich klar und direkt auszudr√ľcken (63%), pers√∂nliche Probleme n√ľchtern und sachlich zu besprechen (56%) oder die Gespr√§chsf√ľhrung zu √ľbernehmen (ebenfalls 56%).
Andererseits macht die Studie jedoch auch deutlich, dass die befragten Personen bei einem Gro√üteil von Eigenschaften im Gespr√§chsverhalten keinen Geschlechterunterschied ausmachen konnten. 47% der Frauen und M√§nner waren zum Beispiel der Meinung, dass die Tatsache, ob eine Person viel √ľber sich selbst redet und gern im Mittelpunkt steht, nicht von deren Geschlecht abh√§nge. Unerheblich befanden 50% der Frauen und 47% der M√§nner den Geschlechterunterschied bei der F√§higkeit, die/den Gespr√§chspartnerIn ausreden zu lassen. 54 % der Frauen und 43% der M√§nner fanden au√üerdem, dass die Eigenschaft, sich zu Dingen zu √§u√üern, die eine/n nichts angehen, vom Geschlecht unabh√§ngig ist.

Vorgesetzte und Politikerinnen

Prof. K√∂cher sieht eine bedeutende Bewusstseinsver√§nderung der Bev√∂lkerung in den Studienergebnissen, welche die Einstellung gegen√ľber weiblichen und m√§nnlichen Vorgesetzen betreffen: Auch wenn 46% der Befragten der Meinung sind, m√§nnliche und weibliche Vorgesetzte verhielten sich unterschiedlich, ist es 57% der Personen egal, ob sie einen Mann oder eine Frau als ChefIn haben.
Auch die Eigenschaften m√§nnlicher und weiblicher Vorgesetzter werden kaum unterschiedlich beurteilt. Frauen wurden im Schnitt lediglich etwas √∂fter als verst√§ndnisvoll und als Personen beschrieben, die nicht nur √ľber Gesch√§ftliches reden und √∂fter Lob aussprechen als M√§nner.
√Ąhnlich wird auch das Verhalten von Politikerinnen und Politikern beurteilt. Als nach verschiedenen Eigenschaften gefragt wurde, konnten die meisten befragten bei dem gr√∂√üten Teil der Verhaltensweisen keinen Geschlechterunterschied best√§tigen.

Quote

Als die Journalistin Amelie Fried, welche die Pressekonferenz moderierte, Prof. Dr. Renate K√∂cher nach ihrer Meinung zur Frauenquote in der Wirtschaft fragte, zeigte sich diese skeptisch. Das Problem sei weniger das Fehlen einer Quote, als dass es in Deutschland eine tief verwurzelte Tradition der Unterteilung von Zust√§ndigkeiten gebe. "Zuerst einmal m√ľsste allgemein anerkannt werden, dass die Vereinigung von Familie und Beruf in nur einer Person nun mal nicht m√∂glich ist", erl√§uterte die Professorin, die selbst Mitglied in mehreren Aufsichtsr√§ten von DAX-Unternehmen ist. "Das Kernproblem ist, dass die Meinung, die Berufst√§tigkeit von Frauen schade der Familie, immer noch weit verbreitet ist." So k√§me es zustande, erl√§uterte K√∂cher, dass viele Frauen nicht den Willen entwickelten, F√ľhrungspositionen zu erreichen. "Wir brauchen eher eine kulturelle Revolution statt einer Quote", sagte K√∂cher abschlie√üend.

Fazit: Eine wenig aussagekräftige Studie

Festzuhalten bleibt, dass die Studie "Typisch Frau, typisch Mann?" weniger die tats√§chlichen Kommunikationsstile von Frauen und M√§nnern zum Vorschein gebracht hat, als vielmehr die Zuschreibungen und Klischees, die in Bezug auf das Sprechverhalten immer noch mit Geschlecht in Verbindung gebracht werden. Die Personen wurden lediglich zu ihren Ansichten befragt, die Ergebnisse k√∂nnen daher nur ein breites Meinungsbild zeigen, keineswegs aber Aufschluss dar√ľber geben, ob die benannten Unterschiede in Auftreten und Konversationsverhalten tats√§chlich existieren oder nicht. Vielleicht w√§re eine linguistische Studie sinnvoller gewesen, die beispielsweise untersucht, wie oft Frauen und M√§nner bestimmte W√∂rter benutzen, wie sie einen Redebeitrag beginnen oder wie laut sie sprechen. Auf diese Weise w√ľrden nicht nur Stereotype best√§tigt ,sondern zuerst darauf √ľberpr√ľft, ob diese stimmen oder nicht.

Weitere Infos zur Studie finden Sie unter:

www.gespraechskultur-in-deutschland.de

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Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung. Vorstellung und Diskussion der Studie am 1. Dezember 2010

Public Affairs Beitrag vom 25.02.2011 Kristina Auer 





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