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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2020 - Beitrag vom 06.12.2019


fan.tastic females. Die multimediale Online-Ausstellung zu Fußballgeschichte(n) aus Frauenperspektive
Sylvia Rochow

Projektkoordinatorin Antje Grabenhorst erläuterte im November 2019 an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin die Entstehung der internationalen Herstory zu weiblicher Fußball-Fankultur. Die ehemalige Nationaltorhüterin Kathrin Längert thematisierte in ihrer Keynote fortbestehende Diskriminierungen …



... in ihrem Sport und gewährte offen Einblicke in den Alltag von Spitzenspielerinnen.

Das Projekt "Fan.Tastic Females – Football Her.Story" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Fußballgeschichte(n) aus Frauenperspektive zu erzählen. Bei der Fußball-Fanszene und noch mehr bei den in den Arenen aktiven Fans wird fast immer nur an Männer gedacht. Doch "die schönste Nebensache der Welt" zog auch Frauen schon immer in ihren Bann und ins Stadion oder auf den lokalen Sportplatz – häufig nicht erwünscht, manchmal nicht offiziell und nicht immer sichtbar. Fan.Tastic Females versucht mit viel Liebe zum Detail und dem runden Leder, die Geschichte weiblicher Fankultur und den Weg von Frauen im Fußball in Europa (und darüber hinaus) zu ergründen.

Seit Herbst 2018 tourt die zugehörige Wanderausstellung mit Unterstützung von Mitgliedern des Fan-Netzwerks Football Supporters Europe (FSE) durch Europa und machte bisher bereits in über 30 zumeist deutschsprachigen Städten Station.
In der Woche vom 18. bis 22. November 2019 waren die ca. 20 Roll-up Banner mit Anrissen zahlreicher Kurzporträts weiblicher Fußballfans erstmals in Berlin zu sehen. Das Gender- und Technik-Zentrum (GuTZ) hatte sie auf die private Initiative eines Mikrobiologie-Professors hin an die Beuth Hochschule für Technik im Wedding geholt und eine interessante Eröffnungsveranstaltung organisiert.

Fan.Tastic Females-Projektkoordinatorin Antje Grabenhorst schilderte, wieviel Einsatz in der Freizeit aller Beteiligten für die Realisierung nötig war – ob in der Koordination von Reisen zu Gesprächspartnerinnen quer durch Europa, beim stundenlangen Transkribieren und Übersetzen der zahllosen Interviews oder beim Videoschnitt. Der volle Umfang der multimedialen Ausstellung steht online zur Verfügung. Gegen eine Spende für das Projekt in selbst zu bestimmender Höhe muss ein Ticketcode erworben werden, der zum Abruf sämtlicher Videoporträts vom weiblichen Ultra über den Frauenfanclub und die Aufsichtsratschefin bis zur ältesten Dauerkarteninhaberin ihres Landes in voller Länge berechtigt.

Grabenhorst hob insbesondere die Entstehung zweier Beiträge hervor. So gelang es den Ausstellungsmacherinnen, ein beeindruckendes Skype-Interview mit einer Vertreterin eines iranischen Netzwerks weiblicher Fans zu führen. Erst Anfang September 2019 starb die 29-jährige Sahar Khodayari (#BlueGirl) an den Verletzungen einer Selbstverbrennung, nachdem sie zuvor bei dem Versuch, ein Spiel ihres Lieblingsvereins in Teheran zu besuchen, verhaftet worden war.

Zu den Ikonen weiblicher Fankultur zählt zweifellos die 80-jährige Maria Petri aus England. Die pensionierte Lehrerin ist Fan von Arsenal London, seit sie im Alter von 11 Jahren beim Abwasch in der heimischen Küche zum ersten Mal im Radio von dem Club aus dem Stadtteil Holloway hörte. In den 1960er Jahren begann sie, die Spiele der Männermannschaft regelmäßig zu besuchen, seit mittlerweile 13 Jahren auch die des Frauenteams. Petri hat seitdem kaum eine Begegnung verpasst, weder in der Liga und im nationalen Pokal noch auf europäischer Ebene.

Zuvor hatte die ehemalige Nationaltorhüterin Kathrin Längert, die während ihrer Karriere für den FCR 2001 Duisburg, FC Bayern München FC Rosengård sowie FF USV Jena spielte, in einer eindrucksvollen Keynote offen Einblicke in den Alltag von Spitzenfußballerinnen gewährt. Die gebürtige Essenerin, unter anderem UEFA-Women´s-Cup- und DFB-Pokal-Siegerin sowie Schwedische Meisterin, thematisierte die fortbestehenden Diskriminierungen in ihrem Sport und illustrierte diese mit persönlichen Anekdoten insbesondere hinsichtlich der nach wie vor häufig schlechten finanziellen Ausstattung in vielen Vereinen der Frauen-Bundesliga, die im Publikum ein ums andere Mal für ungläubiges Staunen sorgten.

Für die Anreise der Duisburgerinnen zum Hinspiel des UEFA-Women´s-Cup-Finals 2009 gegen Zvevda Perm aus Russland nach Kasan wurde beispielsweise die billigste mögliche Verbindung gebucht: der Nachtflug von 23 Uhr ab Düsseldorf inklusive Umstieg in eine klapprige Propellermaschine zwei Tage vor dem wichtigsten Spiel in der Vereinsgeschichte.

In Fan.Tastic Females sieht die 30-Jährige einen wichtigen Beitrag, um Sichtbarkeit für die Bereiche der Fußballkultur zu schaffen, die in der allgemeinen Berichterstattung über (Profi)fußball häufig zu kurz kommen. Das Projekt zeigt laut Längert, "was man tun kann, damit [Fußball] seine gesellschaftliche Relevanz auch verdient hat, nämlich, wenn er für das einsteht, was wichtig ist: Fairness, Respekt und Toleranz."

Weitere Infos unter:

Fan.Tastic Females – Football Her.Story der Football Supporters Europe eV: www.fan-tastic-females.org

Netzwerk Football Supporters Europe (FSE): www.fanseurope.org

Gender- und Technik-Zentrum der Beuth Hochschule für Technik Berlin: www.beuth-hochschule.de

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Copyright Text und Foto: Sylvia Rochow



Sport Beitrag vom 06.12.2019 Sylvia Rochow 





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