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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.10.2002

Interview mit Cornelia Kr├Ąmer von proventis GmbH
Bianca Theurer

Wie werden Sie in Zeiten von Insolvenzen mit einem IT-Start-Up erfolgreich? Dazu als Chefin unter M├Ąnnern? Cornelia Kr├Ąmer, Gesch├Ąftsf├╝hrung von proventis GmbH, verr├Ąt, wie frau Chancen nutzt.



"Projektmanagement ist der Geist von proventis GmbH "

Cornelia Kr├Ąmer ist eine Frau in Mittleren Jahren mit der Power und Energie einer 20-j├Ąhrigen. Im November feiert sie Einj├Ąhriges Bestehen. Gemeinsam mit f├╝nf jungen M├Ąnnern um die drei├čig gr├╝ndete sie proventis GmbH in Berlin. Zu einer Zeit, als die New Economy von Insolvenzen gezeichnet war.


(c)Bianca Theurer Wie kam es zur Gr├╝ndung von proventis GmbH im November 2001?
Wir haben uns aus der Insolvenz heraus gegr├╝ndet. Alle sechs, ich und meine f├╝nf m├Ąnnlichen Kollegen, arbeiteten gemeinsam in einem gro├čen Betrieb. Obwohl ich F├╝hrungskraft war, kam die Insolvenz der alten Firma f├╝r mich ├╝berraschend.

Was verbindet euch?
Das Projektmanagement ist der Geist, der Spirit von proventis.

Stichwort: F├╝hrungsfrauen IT. Wo liegen die St├Ąrken?
Im Druck rausnehmen k├Ânnen, im Verst├Ąndnisvoll auf Menschen zugehen k├Ânnen und nicht gleich irritiert sein, wenn nicht die Gleiche Aufmerksamkeit zur├╝ckkommt.
IT-Entwickler sind eine eigene Spezies. Nicht unbedingt kommunikationsstark, wie vielleicht ein Berater sein sollte. Es sind Menschen, die introvertiert sind und stark fachbezogen ticken. Das sollte frau wissen. Ich habe mich mit Fingerspitzengef├╝hl am Anfang darauf eingestellt und es l├Ąuft sehr gut.

Die IT-Branche ist stark von M├Ąnnern gepr├Ągt. Was ist die Tendenz f├╝r die Zukunft?
Es wird sich von der geschlechtlichen Aufteilung nicht wesentlich ver├Ąndern. Wir sind auch so sozialisiert. Der Weg ist schon hart f├╝r eine Frau, in diesen Beruf erfolgreich reinzukommen. Dieser Weg f├╝hrt ├╝ber die Uni oder die Fachhochschulen. Soweit mir bekannt ist, sind die Vorlesungen und Seminare stark m├Ąnnlich besetzt. Da muss eine Frau erst mal durch.

Kommt Macht von Machen?
Ja. Ich will Einfluss haben. Ich will machen und dazu geh├Ârt es, dass ich mich zeige, dass ich in die F├╝hrung gehe, dass ich es riskiere anzuecken. Es geht mir auch sehr gut damit. Ich habe einen F├╝hrungsanspruch und eine Menge Erfahrung.


(c)Bianca TheurerWelche Erfahrungen sind das?
Meine Sozialisation f├╝r die Form der Beratung Changemanagement, wie ich sie lebe, habe ich ganz stark in den drei Jahren meiner Arbeit in Polen bekommen. Anfang der 90er Jahre war ich f├╝r das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Forsten in Polen unterwegs, um alternative Erwerbsquellen im Land zu entwickeln. Um Anreize und Perspektiven f├╝r die Landbev├Âlkerung zu schaffen. Das war f├╝r mich der Kick, da habe ich mich entschieden, diesen Weg zu gehen.
Ende der 80er Jahre bin ich bei Inbit eingestiegen. Ich bin dort als Assistentin der Gesch├Ąftsf├╝hrung eingestiegen. Diesen Job habe ich eigentlich nie ausgef├╝hrt. Denn ich war kaum dort und stellte fest: Wir brauchen Integrationsseminare. Den Auftrag habe ich bekommen. Im weiteren Verlauf wurde mir ├╝bertragen, das Kommunikationszentrum aufzubauen.


Bleibt bei einer F├╝hrungsfrau Zeit f├╝r Privatleben?
Im ersten Jahr der proventis GmbH sehr wenig. Denn ich engagiere mich auch in beruflichen Verb├Ąnden. Es ist mir wichtig, dass ich unter Leute komme.
Die profanen Dinge des Lebens m├╝ssen auch getan werden, wie K├╝hlschrank f├╝llen und f├╝r Nachschub im Kleiderschrank sorgen. Da bleibt wenig Zeit.

Karriere und Kinder ist kein Thema f├╝r dich?
(lacht) Jetzt nicht mehr. Ich war verheiratet und ich denke, es hat seinen Grund, dass die Seeleute ├╝berwiegend m├Ąnnlich sind. Die Frauen warten, die M├Ąnner nicht. So war es zumindest in meinem Fall. Wir haben uns auseinander gelebt als ich die drei Jahre in Polen unterwegs war.

Women + Work Beitrag vom 30.10.2002 AVIVA-Redaktion 





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