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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 30.11.2007

Landespreis Gestaltendes Handwerk Berlin 2007
Franziska Eva-Maria Steier

Es ist nicht alles Gold was gl├Ąnzt! Die Goldschmiedin Marion Heilig gewinnt den "Landespreis 2007" f├╝r ihre mit Gold ├╝berzogenen Kunststoffarmb├Ąnder.



Was haben die Zigarren von Fidel und Che mit Kunst zu tun? Wer schm├╝ckt sich mit Kalbspergament? Und: Sind Elfenbeinn├╝sse essbar? Diese und andere Fragen beantwortet die Ausstellung "Landespreis Gestaltendes Handwerk 2007" im Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz, der ein Wettbewerb voranging.

Die Goldschmiedin Marion Heilig gewann den 1. Landespreis f├╝r ihre Spiralarmb├Ąnder. Das Besondere daran: Die K├╝nstlerin verzichtete bewusst auf kostspielige Materialien und fertigte ihren Schmuck aus Kunststoff, den sie lediglich mit Feingold und Schutzlack ├╝berzog. Die Jury befand die gelungene Komposition aus Moderne (Kunststoff) und Tradition (Feingold) als besonders preisw├╝rdig. "Die Armb├Ąnder bestechen durch ihre klare Linie, Transparenz und ein junges Design, das dennoch m├╝helos den Sprung ├╝ber die Generationen hinweg schafft", hie├č es in der Begr├╝ndung.

Den 2. Landespreis verliehen die Juroren an die Keramikerin Iris Hamelberg. Die frei gedrehten und anschlie├čend verformten Gef├Ą├če ├╝berzeugten mit ihrer hohen handwerklichen Qualit├Ąt bei gleichzeitig mutigem Umgang mit dem Material. Sparsam gesetzte farbige Aufglasurlinien unterstreichen die Leichtigkeit der unkonventionellen Formen.

Zwei weitere K├╝nstlerInnen wurden mit dem 3. Landespreis ausgezeichnet: Die Gold- und Silberschmiedin Friederike Maltz f├╝r ihren Halsschmuck, der aus eloxiertem Aluminium und Federstahl besteht, sowie der Keramiker Bernhard K├╝hn f├╝r seine opulenten Schalen und Vasen. Friederike Maltz┬┤ Ketten sind durch die Aneinanderreihung des stets wiederkehrenden dreidimensionalen Grundelements ├╝beraus flexibel. Durch Ver├Ąnderung des Blickwinkels entwickeln sich f├╝r die BetrachterInnen immer wieder neue geometrische Variationen, die fast skizzenhaft daherkommen. Bernhard K├╝hns Keramiken bestechen durch ihren metallischen Charakter, der an die L├╝stertechnik des 9. Jahrhunderts im persisch-syrischen Raum erinnert.

Die Jury sprach sich dar├╝ber hinaus f├╝r die Vergabe von zwei F├Ârderpreisen aus: an die Damenschneiderin Lena Lieb (Modekollektion) und den Metallgestalter und Designer Marcel W├Ąltring (silberne Dreifach-Schale). Die Goldschmiedemeisterin Angelika Wolpert erhielt eine besondere Belobigung f├╝r ihre Broschen aus Papiermasch├ę.

S├Ąmtliche Preistr├ĄgerInnen-Objekte und die ebenfalls von der Jury ausgew├Ąhlten Exponate zeigt das Kunstgewerbemuseum in einer Sonderausstellung vom 24. November bis zum 16. Dezember 2007.

Das Ausstellungskonzept stammt von dem B├╝hnenbildner Donald Becker. Als Thema der Installation w├Ąhlte er "Die Stadt". Die Berliner Fassaden, genauer, die in vorgefertigten Betonplatten erstellten Bauten der 70er Jahre, die das Stadtbild zu gro├čen Teilen bestimmen, standen Modell f├╝r seine Vitrinen und Podeste.

Der Pr├Ąsident der Handwerkskammer Berlin, Stephan Schwarz, dankte der Berliner Volksbank und dem Kunstgewerbemuseum f├╝r ihre Unterst├╝tzung bei der Ausrichtung des "Landespreises Gestaltendes Handwerk": "Durch diese erfolgreiche Kooperation zwischen unseren Institutionen ist eine einzigartige Schau entstanden, die das Kunsthandwerk in seiner gesamten Vielfalt pr├Ąsentiert.

Die Direktorin des Kunstgewerbemuseums, Dr. Angela Sch├Ânberger unterstrich: "Um die Tradition des Zusammenwirkens zwischen dem ┬┤Landespreis Gestaltendes Handwerk┬┤ und dem Kunstgewerbemuseum sichtbar zu machen, werden im Foyer zeitgleich zur Ausstellung Landespreis-pr├Ąmierte Objekte, Wettbewerbsbeitr├Ąge und Werke von Landespreistr├ĄgerInnen aus den Jahren zwischen 1974 und 1997 gezeigt. In diesem Rahmen sind auch Werke des Goldschmieds Friedrich Knupper (1947-1987) zu sehen, der bereits 1973 und 1987 mit einer Auszeichnung bzw. dem zweiten Landespreis geehrt wurde."

Johannes Altenwerth, Vorstandsmitglied der Berliner Volksbank, dazu: "Wenn die Berliner Volksbank den `Landespreis Gestaltendes Handwerk┬┤ unterst├╝tzt, dann verbindet sie damit auch die Hoffnung, den un├╝bersehbar wachsenden Ruf nach Qualit├Ąt weiter zu f├Ârdern. Es liegt uns als Bank f├╝r den Mittelstand am Herzen, dass gestalterisch ├╝berzeugende handwerkliche Leistungen wieder den Stellenwert bekommen, der ihnen geb├╝hrt."

Der traditionsreiche Wettbewerb "Landespreis", ehemals der Preis des Landes Berlin, wird bereits seit mehr als 40 Jahren im zweij├Ąhrigen Turnus ausgelobt. Seit 1995 wird er von der Handwerkskammer Berlin ausgerichtet. Der n├Ąchste Wettbewerb startet 2009.

Ausstellung "Landespreis Gestaltendes Handwerk Berlin 2007"
Ausstellungsdauer:
Vom 24. November bis 16. Dezember 2007
Dienstag bis Freitag, 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag bis Sonntag, 11:00 bis 18:00 Uhr
Montag geschlossen.

Veranstaltungsort: Kunstgewerbemuseum
Kulturforum Potsdamer Platz
Matth├Ąikirchplatz
10785 Berlin
www.kulturforum-berlin.com

Weitere Infos ├╝ber die Handwerkskammer Berlin unter: www.hwk-berlin.de

Women + Work Beitrag vom 30.11.2007 AVIVA-Redaktion 





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