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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.02.2003

Susanne KlĂ¶ĂŸ, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin und Partnerin von Accenture
AVIVA-Berlin

AVIVA-Berlin kam bei der WorldWomenWork 2003 mit Susanne KlĂ¶ĂŸ ins GesprĂ€ch, die sich seit 1994 fĂŒr die Initiative "Great Place to Work for Women" engagiert



Accenture, die Unternehmensberatung fĂŒr Technologie und Management operiert weltweit in 47 LĂ€ndern und hat 75.000 MitarbeiterInnen. Seit 15 Jahren beschĂ€ftigt sich Susanne KlĂ¶ĂŸ, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin und Partnerin von Accenture mit dem Thema Investmentbanking und Börsen - eher untypisch fĂŒr Frauen...


AVIVA-BERLIN: Mit welchen Zielen wurde die Initiative "Great Place to Work for Women" etabliert?
Susanne KlĂ¶ĂŸ:
Wir haben die Initiative gestartet, weil wir festgestellt haben, dass der Anteil an Frauen in FĂŒhrungspositionen und auch auf der GeschĂ€ftsfĂŒhrungsebene sehr gering war. Gleichzeitig haben wir uns angeschaut, wie die weitere Entwicklung in der Bevölkerung aussieht. Je weiter wir in die Zukunft schauen, werden wir uns immer mehr mit einem Ressourcenpool beschĂ€ftigen, in dem der Anteil an Frauen grĂ¶ĂŸer ist als an MĂ€nnern. Und vor diesem Hintergrund, ökonomisch getrieben, aus Unternehmenssicht haben wir gesagt: "Hier mĂŒssen wir konkrete AktivitĂ€ten starten, um das zu verbessern".
Dann riefen wir verschiedenste Initiativen ins Leben: Flexiblere Arbeitszeitgestaltung, das wir in unserem Bereich durch Projektarbeit vielleicht leichter leisten können, als in manch anderen Unternehmen. Die MitarbeiterInnen können ein Projekt machen, dann eine gewisse Zeit aussteigen, dann wieder zum nĂ€chsten Projekt ÂŽreinkommen, ohne dass man auf dem Weg nach oben Zeit verliert oder wieder RĂŒckschritte machen muss. Wir haben Mentoring-Programme aufgebaut, um ganz gezielt Frauen, aber auch MĂ€nnern, die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, in die FĂŒhrungsetage einzutreten. Wir arbeiten mit der Wissenschaft zusammen, um im Rahmen von UniversitĂ€tsarbeit junge Frauen dazu zu bewegen, in eher technische Richtungen einzutreten.

AVIVA-BERLIN: Warum betrachten viele Frauen Technik noch immer mit gemischten GefĂŒhlen?
Susanne KlĂ¶ĂŸ:
Ich glaube, dass Technik oft kompliziert, kalt prÀsentiert wird. Es ist immer noch Usus, dass MÀdchen Puppen geschenkt bekommen. Ich fand es damals toll, als mein Vater mir eine elektrische Eisenbahn geschenkt hatte. War zwar am Anfang mehr sein Spielzeug als meines, aber es wurde wirklich dann zu meinem Lieblingsspielzeug.

AVIVA-BERLIN: Accenture legte auf der 2. "World Women Work" einen FĂŒnf-Punkte-Katalog zur Frauen- und Familienförderung vor. Seit wann wird der 5-Thesen-Katalog entwickelt?
Susanne KlĂ¶ĂŸ:
Vor Weihnachten 2002 haben wir damit begonnen. Bei uns beschĂ€ftigt sich ein relativ großes Team mit der Thematik insgesamt permanent.
Der Accenture-Forderungskatalog mit fĂŒnf "Thesen zum Umdenken" in der Frauen- und Familienförderung stellt die Forderung an Unternehmen und Politik, in einen aktiven Dialog zu treten, um gemeinsam klar formulierte Ziele zu verfolgen. Auf Basis unseres Thesenkatalogs sollen konkrete Zielvereinbarungen fĂŒr die Familienförderung erstellt werden. Mit der aktiven Diskussion unserer Thesen werden wir einen Wechsel im Denken erreichen.

AVIVA-BERLIN: Mit welcher Strategie sollen die Thesen an die Öffentlichkeit transportiert werden?
Susanne KlĂ¶ĂŸ:
Durch eine gemeinsame Image-Kampagne von Politik und Wirtschaft wollen wir erreichen, das Frauenbild in der Gesellschaft, gerade das Bild der berufstĂ€tigen Frauen, wirklich zu verĂ€ndern. Ein Paradigma zu schaffen, mit Vorurteilen aufzurĂ€umen und die Gleichstellung auch zu leben. Wir rufen auf zu einem round table mit allen Beteiligten aus Politik, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft. Denn fĂŒr mich ist ganz klar: Frauenförderung ist ein ökonomischer Push-Faktor und absolut essentiell fĂŒr mein Unternehmen.

Wir werden unsere fĂŒnf Thesen hier im Rahmen eines Workshops weiter vorantreiben. Dann werden wir das Ganze im Anschluss sowohl an das Familienministerium als auch an Herr Dr. Dieter Hundt (Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde Anm. d- Red) stellvertretend fĂŒr Wirtschaft ĂŒberreichen. Politik & Wirtschaft stehen in der Verantwortung, Frauen- und Familienförderung aktiv zu gestalten. Wir mĂŒssen die ökonomische Bedeutung von Chancengleichheit begreifen. Erfolgreiche Modelle in anderen LĂ€ndern zeigen: Das Engagement wird sich lohnen - nicht zuletzt auch finanziell. Wir werden unsere Initiative sicher nicht einstellen.



Weitere Informationen zur Fraueninitiative bei Accenture finden Sie hier...



Women + Work Beitrag vom 25.02.2003 AVIVA-Redaktion 





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