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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.05.2008

Rente mit 67 ‚Äď Studie zu verl√§ngerter Lebensarbeitszeit
Andrea Petzenhammer

Die meisten Arbeitnehmerinnen halten eine l√§ngere Weiterarbeit grunds√§tzlich f√ľr m√∂glich. Sie fordern aber auch von den Unternehmen unterst√ľtzende Ma√ünahmen f√ľr Gesundheit und Vereinbarkeit.



Vor dem Hintergrund der 2007 von der Bundesregierung beschlossenen schrittweisen Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre, gab die INQA (Initiative neue Qualit√§t der Arbeit) die Studie "Rente ab 67" in Auftrag. Die Technische Universit√§t Dortmund sollte in der Untersuchung feststellen, ob sich √§ltere Arbeitnehmerinnen dem neuen Rentenalter gewachsen f√ľhlen und welche Ma√ünahmen von pers√∂nlicher und betrieblicher Seite dieses Ziel unterst√ľtzen k√∂nnten. Die Bundesregierung wollte mit der Erh√∂hung um zwei Jahre zum einen die Sozialsysteme st√ľtzen und zum anderen der europ√§ischen Richtlinie, √§ltere ArbeitnehmerInnen bessere in die Berufswelt zu integrieren, nachkommen.

Arbeitnehmerinnen immer noch benachteiligt

Die Studie konzentrierte sich auf die Arbeitnehmerinnen, da Frauen aufgrund von strukturellen M√§ngeln in Unternehmen und fehlenden Angeboten in der Betreuung immer noch seltener als M√§nner bis zum vorgesehen Alter arbeiten. Dies resultiert vor allem aus den geringeren Aufstiegsm√∂glichkeiten, niedrigeren Geh√§ltern und einer nicht optimalen Vereinbarkeit von Beruf und famili√§ren Pflichten. Die Probleme f√ľhren zu vermehrten Teilzeitregelungen und Berufsausstiegen, die f√ľr die Frauen ein finanzielles Risiko im Alter nach sich ziehen.

Die repr√§sentative Studie "Rente mit 67" befragte Arbeitnehmerinnen, die zwischen 1947 und 1964 geboren wurden und sich in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeits- oder Angestelltenverh√§ltnis befanden. Ausgew√§hlt wurden 1.800 Teilnehmerinnen, die in 30 ‚Äď min√ľtigen, computergest√ľtzten Telefoninterviews Angaben zu ihrem Beruf und ihrer Einsch√§tzung der Weiterarbeit bis 67 machten.

Die Arbeiterinnen waren vor allem Angelernte und Hilfskräfte

Bezeichnender Weise befanden sich √ľber 40 Prozent der befragten Frauen in Teilzeit-Besch√§ftigungen, etwa die H√§lfte gab daf√ľr als Grund famili√§re Gr√ľnde an ‚Äď also Kindererziehung oder Pflege eines Elternteils. Wiederum 68 Prozent der Frauen, die Familienmitglieder pflegten, mussten dies ohne professionelle DienstleisterInnen schaffen. Nur 16 Prozent der befragten Frauen waren in Gro√üunternehmen besch√§ftigt, die gro√üe Mehrheit war in klein- und mittelst√§ndischen Betrieben angestellt. Mehr als zwei Drittel der Frauen befanden sich in einem Angestelltenverh√§ltnis, ca. 27 Prozent waren als Arbeiterin eingestellt. Unter diesen waren wiederum vorwiegend Angelernte und Hilfskr√§fte, nur knapp 30 Prozent der Frauen arbeiteten als Fachkr√§fte. Diese Tendenz ist vor allem bei √§lteren Besch√§ftigten zu erkennen.

Die Mehrheit beurteilt Weiterarbeit als möglich

Die Ergebnisse der Studie zeugen von einem gro√üen Engagement und hoher Eigenverantwortung der Arbeiternehmerinnen. 58 Prozent beurteilten ihre Arbeitsf√§higkeit bis 67 Jahren optimistisch, w√§hrend 42 Prozent nicht glaubten, dass sie bis zum Rentenalter arbeiten werden. Die gr√∂√üten Sorgen machten den Frauen gesundheitliche Probleme (43 Prozent) und die Arbeitsbedingungen (27 Prozent). Die Angestellten sahen die Zukunft allerdings positiver als die Arbeiterinnen, die sich vor allem im Post- , Bahn und Gastronomiegewerbe kein Arbeitsleben bis zum regul√§ren Rentenalter vorstellen konnten. Sie f√ľrchteten vor allem, den k√∂rperlichen Belastungen in den kommenden Jahren nicht mehr gewachsen zu sein. Angestellte sind dagegen eher psychischen Belastungen ausgesetzt.

Die Arbeitnehmerinnen sehen sich vor allem selbst in der Pflicht, fit zu bleiben und Fortbildungen zu besuchen. Von den Betrieben erwarten sie vor allem sinkende Belastungen und bessere Voraussetzungen, Beruf und Familie vereinbaren zu k√∂nnen. Au√üerdem sollen die Unternehmen √ľber m√∂gliche Weiterbildungen informieren und die Arbeitnehmerinnen f√ľr die erforderliche Zeit freistellen. Vor allem die Arbeiterinnen ben√∂tigen hier mehr Aufmerksamkeit, nur 17 Prozent gaben an, in den letzen zwei Jahren eine Fortbildung besucht zu haben.

Obwohl die Frauen sich vor allem selbst um Gesundheit und Weiterbildung bem√ľhten, sahen sie die Firmen in der Pflicht, die Arbeitspl√§tze f√ľr Frauen im Alter nach psychologischen und ergonomischen Gesichtspunkten umzugestalten. Dazu kam der Bedarf nach einer Arbeitszeitpolitik, die den Frauen die M√∂glichkeit g√§be, m√∂glichst in Eigenregie ihre Zeit zwischen Beruf und Familie aufteilen zu k√∂nnen. Unternehmen k√∂nnten au√üerdem Informationen zu Fragen der Pflege und Betreuung weitergeben und mit Sozialdiensten aktiv zusammenarbeiten. Wichtig ‚Äď auch im Sinne der EU-Richtlinie ‚Äď ist vor allem die Wertsch√§tzung und Anerkennung der Leistungen von √§lteren Arbeitnehmerinnen.

Weitere Informationen unter:

www.inqa.de


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Women + Work Beitrag vom 25.05.2008 AVIVA-Redaktion 





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