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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 05.03.2008

Trauer um Ex-Bundestagspräsidentin Annemarie Renger
AVIVA-Redaktion

Die SPD-Politikerin starb nach schwerer Krankheit in der Nacht zum 3. M√§rz 2008. Die 88-j√§hrige engagierte sich besonders f√ľr die Gleichberechtigung von Frauen und die Deutsch-J√ľdische-Auss√∂hnung.



Annemarie Renger (geb. 7.Oktober 1919) war von 1953 bis 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages, w√§hrend dieser Zeit bildete ihre Wahl zur Bundestagspr√§sidentin am 13. Dezember 1972 den H√∂hepunkt ihrer Karriere. Die geb√ľrtige Leipzigerin erlangte somit als erste Frau das zweith√∂chste Amt der Bundesrepublik Deutschland. Seit ihrem Ausscheiden 1976, blieb Renger weiterhin als Vizepr√§sidentin im Amt. R√ľckblickend erkl√§rte Renger: "Ich habe in dieser Zeit erreicht, was ich wollte: Es ist bewiesen, dass eine Frau das kann".
Nach ihr wurde mit Rita S√ľssmuth (CDU/CSU, 1988-98) bisher nur eine weitere Frau zur Bundestagspr√§sidentin ernannt.

Annemarie Renger engagierte sich seit ihrer Jugend in der SPD, auch ihre Eltern waren als SozialdemokratInnen in der Weimarer Republik aktiv. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die gelernte Verlagskauffrau und Stenotypistin Kurt Schumachers Privatsekret√§rin und engste Vertraute in der neuformierten SPD. Als Schumacher 1952 starb, begann Renger in der Partei politische √Ąmter zu √ľbernehmen. Sie wurde Mitglied des SPD-Parteivorstandes, Mitglied des Pr√§sidiums und von 1969 bis 1972 war Annemarie Renger parlamentarische Gesch√§ftsf√ľhrerin der SPD.

Die zum konservativen Fl√ľgel der SPD z√§hlende, aber als gewerkschaftsnahe geltende Politikerin, blieb auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag 1990 politisch aktiv: sie geh√∂rte u. a. dem Ausw√§rtigen Ausschuss (1977-1983) an und war von 1976 bis 1990 Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe. Die israelische Ben Gurion-Universit√§t verlieh Annemarie Renger 1988 die Ehrendoktorw√ľrde. Zudem war sie Mitglied beim Kuratorium der Heinz-Galinski-Stiftung (1987-96), die sie 2006 f√ľr ihre Verdienste um die Auss√∂hnung zwischen Juden und Deutschen mit dem Preis der Heinz-Galinski-Stiftung ehrte. Annemarie Renger setzte sich f√ľr den Wiederaufbau der J√ľdischen Gemeinschaft in Deutschland nach der Sho¬īah ein, verteidigte stets das Existenzrecht Israels und verurteilte √∂ffentlich Rechtsradikalismus und Antisemitismus. Bereits 1974 erhielt sie das Gro√üe Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1991 die Buber-Rosenzweig-Medaille f√ľr ihre besonderen Verdienste im christlich-j√ľdischen Dialog.

Anl√§sslich ihres Todes erkl√§ren Michael Joachim, Vorsitzender des Vorstands, Lala S√ľsskind, Vorsitzende des Kuratoriums und Ruth Galinski, Vorstandsmitglied f√ľr die Heinz-Galinski-Stiftung:
"Wir haben eine wunderbare Freundin verloren."

Auch frauenpolitisch war Annemarie Renger stark engagiert: von 1966-1973 agierte sie als Vorsitzende des SPD-Bundesfrauenausschusses und bis 1976 als Vizepr√§sidentin des Internationalen Rates Sozialdemokratischer Frauen in der Sozialistischen Internationale. Sowohl in der Partei als auch im Deutschen Bundestag setzte sie sich f√ľr die Gleichberechtigung der Frauen ein.

Erst kurz vor ihrem Tod wurde Annemarie Renger nach längerem Klinikaufenthalt in ihr Haus in Oberwinter bei Bonn gebracht. Die zweifache Witwe starb nach langer, schwerer Krankheit und hinterlässt einen Sohn aus erster Ehe.

Die Lebensleistung der "Grande Dame" der SPD wurde am Montag, nach Bekanntwerden ihres Todes von allen Parteien gew√ľrdigt. Kurt Beck, SPD-Chef, erkl√§rte "Sie hat Geschichte geschrieben. In einer Zeit, in der der Frauenanteil in der Politik noch einstellig war, hat sie selbstbewusst ihren Anspruch auf eine F√ľhrungsposition durchgesetzt."


(Quellen: dpa, Heinz Galinski Stiftung, Tagesspiegel)

Women + Work Beitrag vom 05.03.2008 AVIVA-Redaktion 





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