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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 28.06.2010

Jewish Women┬┤s Archive
AVIVA-Redaktion

Die Website widmet sich gesellschaftlich bedeutenden amerikanischen J├╝dinnen, deren pers├Ânliche Geschichte aufbereitet und einem breiten Publikum durch ein virtuelles Archiv zug├Ąnglich gemacht wird.



Das Jewish Women┬┤s Archive wurde 1995 als Non-Profit-Organisation in Brookline, Massachusetts von der amerikanischen Literaturwissenschaftlerin Dr. Gail Twersky Reimer gegr├╝ndet und hat sich zum Ziel gesetzt, eine umfangreiche virtuelle Datenbank ├╝ber das Leben und Wirken j├╝discher Frauen aus Nordamerika auf die Beine zu stellen. Seine Mission lautet, so fassen es die Macherinnen pr├Ągnant zusammen: "Uncover, chronicle und transmit the rich history of American Jewish women". Parallel zum Archiv gibt es einen Weblog namens "Jewesses with Attidude". Dort rezensieren die Autorinnen Werke j├╝discher Schriftstellerinnen und teilen ihre Gedanken zu einer gro├čen Bandbreite von Themen mit: "from fiery feminism to food politics, Barbie to birth control, ritual to rebellion, art to activism, queerness to queens, and all else that moves us". Zudem wird jede Woche die Biographie einer herausragenden Frau eingehend beleuchtet.

"As a woman, as a lesbian, as a Jew, I know that much of what I call history others will not. But answering that challenge of exclusion is the work of a lifetime." Auf der Startseite werden die BesucherInnen mit t├Ąglich aktualisierten Zitaten j├╝discher Frauen empfangen, wie dem oben angef├╝hrten von Joan Nestle. So wird die Atmosph├Ąre nicht nur der Archivierung, sondern eines Ortes der Begegnung kreiert. Die Zitate leiten weiter zu Hintergrundinformationen, die mit der jeweils genannten Pers├Ânlichkeit oder dem Inhalt ihrer Aussage in Verbindung stehen, hier beispielsweise dem "Gay, Lesbian, Bisexual, Transgender (GLBT) Pride Month" Juni, den der ehemalige US-Pr├Ąsident Bill Clinton im Jahr 2000 ausrief, um die Schwul-Lesbische Bewegung zu w├╝rdigen. 2009 wurde diese Anerkennung von Barack Obama auch auf die Transgender und Bisexuelle Gemeinschaft ausgeweitet.

In der Sektion "Stories" finden sich Textsammlungen und Bildschirmpr├Ąsentationen zu verschiedenen Themenfeldern. Interessierte finden hier umfangreiche Informationen ├╝ber das Engagement und Schicksal j├╝discher Frauen im Holocaust oder dem amerikanischen Women┬┤s Movement.

Herzst├╝ck der Website ist jedoch die riesige Online-Datenbank, mit deren Hilfe Biographien, B├╝cher und Filme sowie Bibliographien und Audio-Dateien durchsucht werden k├Ânnen. Die Online Version der historischen Enzyklop├Ądie "Jewish Women", die zuvor nur als CD-Rom erh├Ąltlich war und von Paula Hyman und Dalia Ofer herausgegeben wird, ist ├╝ber die Seite zug├Ąnglich. Der Wissensschatz ihrer etwa 2.000 Artikel kann ├╝ber die Suche nach Themenstichw├Ârtern, L├Ąndern und Epochen erschlossen werden.

Dabei w├Ąchst das Archiv kontinuierlich, denn die Seite ermutigt Interaktivit├Ąt in hohem Ma├če: Auch Au├čenstehende k├Ânnen Texte zu Lebenswegen von J├╝dinnen beisteuern und sich durch Kommentare und Erg├Ąnzungen an der Gestaltung der Website beteiligen. In der "Research"-Sektion gibt es die Kategorie "On the Map", deren Inhalte ganz auf den Beitr├Ągen der BesucherInnen beruhen. Diese setzen Marksteine auf der Landkarte, indem sie Adressen von Orten j├╝dischen Lebens und Wirkens eintragen, die f├╝r sie eine pers├Ânliche Bedeutung haben. M├Ąnner sind ebenfalls herzlich willkommen. J├╝dischen LehrerInnen stehen in der "Education"-Sektion Unterrichtsmaterialien zur Verf├╝gung.

Das Archiv enth├Ąlt nicht nur umfangreiches Text-, sondern auch (├╝berwiegend historisches) Bildmaterial, das die gelieferten Inhalte visuell erfahrbar macht. Darunter auch Online Exhibits zu den Themen "Contemporary Activists", "History Makers", "Jewish Women in the Feminist Revolution" und "Katrina┬┤s Jewish Voices". In Verbindung mit dem Thema "Jewish Women in the Feminist Revolution" wird ein Workshop angeboten, durch den M├╝tter und T├Âchter eingeladen sind, gemeinsam das Leben j├╝discher M├Ądchen und Frauen Amerikas durch einen fotografischen Blickwinkel zu entdecken.

Im Jahr 2007 hat sich das Archiv auf bis dahin unbekanntes Terrain gewagt und einen Dokumentarfilm ├╝ber j├╝dische Kom├Âdiantinnen des 20. Jahrhunderts realisiert. Der Film "Making Trouble" wurde im Rahmen des Internationalen Comedy Festivals in K├Âln im Oktober 2008 gezeigt und ist inzwischen auf DVD erh├Ąltlich.

Das JWA hat weiterhin viel vor und macht sich modernste Technik zunutze, um auch nichtj├╝dische Menschen mit j├╝discher Kultur und der Lebensleistung j├╝discher Frauen vertraut zu machen. Dar├╝ber hinaus sind unter anderem die Rubriken "Unlocking the Archive" und "Bat Mitzvah Interactive" geplant. Erstere stellt ein neues Tool zur Verf├╝gung, das es UserInnen erm├Âglicht, ihre eigenen Multi-Media-Pr├Ąsentation digitalen Materials zu erstellen und im Netz zu ver├Âffentlichen. Ebenso interaktiv wird das Thema "Bat Mitzvah" durch ein Tool Kit behandelt, mit dessen Hilfe j├╝dische M├Ądchen Interviews, Familiengeschichten und Erinnerungsst├╝cke zusammenstellen und die individuelle Signifikanz ihres j├╝dischen Erbes anderen mitteilen k├Ânnen.

Das Jewish Women┬┤s Archive im Netz: www.jwa.org

Weitere Informationen zum Film "Making Trouble" finden Sie unter: www.makingtrouble.com

Women + Work Beitrag vom 28.06.2010 AVIVA-Redaktion 





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