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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 08.01.2009

Rebecca Horn erhielt Poetik-Preis 2009
AVIVA-Redaktion

Die Alice Salomon Fachhochschule Berlin vergibt seit 2006 den mit 6.000 Euro dotierten Preis. ├ťberzeugt hat die Jury das Gesamtwerk der K├╝nstlerin mit seiner k├╝nstlerischen Interdisziplinarit├Ąt.



Seit dem Beginn der siebziger Jahre hat Rebecca Horn ein Werk geschaffen, das sich aus Performances, Filmen, skulpturalen Raum-Installationen, Zeichnungen, Foto├╝bermalungen und Gedichten zusammenf├╝gt. Unbelebten Objekten wird Leben eingehaucht. Da werden zum Beispiel Fundst├╝cke und selbst konstruierte Gegenst├Ąnde wie Geigen, Koffer, Taktst├Âcke, Leitern, Pianos, Metronome und viele mehr zu Bauelementen f├╝r kinetische Skulpturen. Die Kunstwerke bieten den BetrachterInnen die M├Âglichkeit, mythische Bilder zu assoziieren und kulturgeschichtliche, literarische und geistige Bez├╝ge herzustellen.

Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt in Hessen geboren. Schon als Kind war sie von dem Wunsch geleitet, K├╝nstlerin zu werden. Ihre Eltern hingegen wollten ihr den Familienbetrieb vermachen. Sie studierte heimlich Philosophie und Kunst an der Hamburger Hochschule der Bildenden K├╝nste. Rebecca Horn begann ihr K├╝nstlerinnen-Dasein zun├Ąchst mit Performance-Kunst, in welcher sie vor allem den menschlichen K├Ârper thematisierte. 1972 stellte sie ihr Werk erstmals auf der Documenta 5 in Kassel aus. F├╝r ihren Film "Berliner ├ťbungen in neun St├╝cken" erhielt sie den Deutschen 1975 den deutschen Kritikerpreis. Rebecca Horn lebt derzeit in Berlin und Paris.

Der Poetik-Preis wird j├Ąhrlich vergeben. Er ist eine Hommage an seine Namensgeberin Alice Salomon. F├╝r die Sozialreformerin stellten bereits vor 100 Jahren Kunst und Kultur eine wichtige Inspirationsquelle zur Erforschung und zur geistigen Reflexion der Welt dar.

Alice Salomon, die 1872 in Berlin geborene Tochter aus gutem Hause wurde mit 29 Jahren j├╝ngstes Mitglied im Vorstand des "Bundes deutscher Frauenvereine" und ging gegen die den Willen ihrer Familie sozialer Arbeit im M├Ądchenhort nach. 1902 nahm sie trotz fehlendem Abitur ein Studium an der Friedrich-Willhelms-Universit├Ąt zu Berlin auf und promovierte im Fach National├Âkonomie zu dem Thema "Die Ursachen der ungleichen Entlohnung von M├Ąnner ÔÇô und Frauenarbeit". 1908 gr├╝ndete sie die erste soziale Frauenschule in Berlin.

Mit der Einf├╝hrung des ersten Masterstudiengangs "Biografisches und Kreatives Schreiben" in Deutschland im Wintersemester 2006/07 vergab die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASFH) erstmalig den Alice Salomon Poetik Preis. Der Preis ist mit einer Poetik-Dozentur verbunden und wird nunmehr j├Ąhrlich an AutorInnen vergeben, die durch ihre Werke in besonderem Ma├če biografische, interkulturelle und soziale Themen aufgreifen und so am kulturellen und sozialen Leben in Deutschland einen besonderen Anteil haben. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert.

Die Jury besteht aus Hochschulangeh├Ârigen, KulturmanagerInnen und den Preistr├ĄgerInnen vom Vorjahr. Die Alice Salomon Hochschule Berlin zeichnet mit dem Preis K├╝nstlerInnen aus, die durch ihre besondere Formensprache und Vielfalt zur Weiterentwicklung der literarischen sowie visuellen und musischen K├╝nste beitragen. Die Rektorin der ASFH, Prof. Dr. Christine Labont├ę-Roset erg├Ąnzt: "Die Betonung liegt dabei auf der k├╝nstlerischen Interdisziplinarit├Ąt, die sich auch in den Kulturangeboten der Hochschule wieder findet. Rebecca Horn ist eine international bedeutende K├╝nstlerin und ein Vorbild speziell f├╝r junge K├╝nstlerinnen." Durch den Preis sollen vor allem sie ermutigt werden, ihren Ideen zu vertrauen und sich auf dem hart umk├Ąmpften Kunstmarkt zu behaupten.

F├╝r den Preis konnte die Hochschule in diesem Jahr folgende externe Juroren gewinnen: Friedrich Block, Kurator der Stiftung Br├╝ckner-K├╝hner, Michael Roes (Preistr├Ąger 2006) stellvertretend f├╝r Gerhard R├╝hm (Preistr├Ąger 2007) und Thomas Wohlfahrt, Direktor der Literaturwerkstatt Berlin. Die ASFH wurde vertreten durch: Christine Labont├ę-Roset und Klaus Mischon.

Die feierliche Preisverleihung fand am 17. Januar 2009 in der Berlinischen Galerie statt. Die Laudatio hielt Joachim Sartorius, der Intendant Berliner Festspiele.Weitere Infos finden Sie unter: www.asfh-berlin.de und www.rebecca-horn.de

Women + Work Beitrag vom 08.01.2009 AVIVA-Redaktion 





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