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AVIVA-BERLIN.de im Januar 2021 - Beitrag vom 06.03.2009


Sibylle Rothkegel erhält Berliner Frauenpreis 2009
AVIVA-Redaktion

Berlins Senator Harald Wolf verlieh am 6. März 2009 anlässlich des Internationalen Frauentages den diesjährigen Frauenpreis an Sibylle Rothkegel, die sich unermüdlich für Folteropfer eingesetzt hat.




Hilfe für die Opfer von Folter und Vergewaltigung
Seit 1987 werden mit dieser Auszeichnung Frauen geehrt, die sich mit besonderem Engagement für Frauen und für die Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzen. Die Psychotherapeutin Sibylle Rothkegel erhält den Frauenpreis für ihren langjährigen professionellen und politischen Einsatz für Menschen, die Folter erleiden mussten. Die quälenden Folgen durch Vergewaltigung und Folter bei den betroffenen Frauen hat sie engagiert benannt und Möglichkeiten zu Unterstützung und Behandlung entwickelt.

Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf: "Sibylle Rothkegel ist eine Pionierin und unermüdliche Kämpferin für die psychologische Betreuung von Folteropfern. Sie hat sich als Psychotherapeutin seit Jahrzehnten für die Unterstützung von traumatisierten Migrantinnen und Migranten eingesetzt. Mit Sibylle Rothkegel haben wir eine würdige Trägerin des Frauenpreises 2009 gewählt."

Sibylle Rothkegel war in Berlin maßgeblich am Aufbau des Behandlungszentrums für Folteropfer beteiligt. Dabei hat sie darauf gedrungen, dass frauenspezifische Formen der Traumatisierung dort von Anfang an beachtet wurden. Gleiches gilt für ihr Engagement in der therapeutischen Begleitung von Opfern rechtsextremer, fremdenfeindlicher und antisemitischer Gewalt.

Sibylle Rothkegel begreift ihren Beruf als Psychologin immer auch in seiner politischen Dimension. Ihr Engagement für die Opfer von Gewalt hat national wie international Spuren gezeigt – sei es beim Abschiebeschutz für bosnische Frauen, die auf Grund von systematischen Kriegsvergewaltigungen extrem traumatisiert waren, oder bei der Begleitung von Patientinnen, die in Den Haag vor dem internationalen Gerichtshof Aussagen gegen Kriegsverbrecher geleistet haben. Ihre Fähigkeit, nicht nur in deutsch, sondern ebenfalls in englisch, französisch und arabisch sowie auch mit Hilfe von Dolmetscherinnen und Dolmetschern mit ihren Klientinnen zu arbeiten, unterstützt ihr großes professionelles und humanes Engagement.

Der Jury zur Verleihung des Preises gehörten neben Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus die Sozialwissenschaftlerin und Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, die Ökonomin vom Institut für Management der FU Berlin, Prof. (em.) Gertraude Krell , die Vorsitzende des Verbandes polnischer Unternehmerinnen e.V., Lucyna Krolikowska, und die Preisträgerin des Jahres 2008, Rita Kantemir-Thomä an.

Weitere Infos:

Behandlungszentrums für Folteropfer: www.bzfo.de
Amadeu-Antonio-Stiftung: www.amadeu-antonio-stiftung.de


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Beitrag vom 06.03.2009

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