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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 11.03.2009

Dortmunder Preis f├╝r Bildgestaltung vergeben
AVIVA-Redaktion

Die Jury des Wettbewerbs f├╝r Nachwuchs-Bildgestalterinnen hat die Preistr├Ągerinnen bekannt gegeben und die pr├Ąmierte Filme beim Frauenfilmfestival pr├Ąsentiert. Die Preisverleihung..



... fand am 26. April 2009 in Schauburg statt.

Der Dortmunder Preis f├╝r Bildgestalterinnen wurde in diesem Jahr bereits zum 5. Mal im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund-K├Âln (21. - 26. April 2009) in Dortmund vergeben. Der Preis zeichnet die Kameraarbeit von jungen deutschen Bildgestalterinnen aus, die mit ihren Abschlussfilmen oder den ersten beiden freien Arbeiten teilnehmen k├Ânnen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis f├╝r die Sparte Spielfilm wird in diesem Jahr geteilt und geht zu gleichen Teilen an Susanne Kurz f├╝r ihre Kameraarbeit in dem Kurzspielfilm "1,2,3" und an Marlen Schlawin f├╝r "Badetag", ebenfalls ein Kurzspielfilm. Der erstmalig zu vergebene Preis f├╝r Dokumentarfilm-Kamerafrauen, dotiert mit 2.500 Euro und ausgelobt von DerWesten, geht an Anne Misselwitz f├╝r "Der Die Das".

Die Jury ÔÇô Bella Halben, Sophie Maintigneux und Ute Freund ÔÇô zeigte sich in diesem Jahr besonders von der Vielzahl, Vielfalt und Qualit├Ąt der Dokumentarfilme ├╝berzeugt und vergibt daher zus├Ątzlich eine lobende Erw├Ąhnung an die KHM-Absolventin Julia Daschner f├╝r "Auf der Walz".


Die ausgezeichneten Filme

1,2,3
Deutschland 2008, Kurzspielfilm, 35 mm/Digi Beta, Farbe, 15┬┤
Regie und Buch: Siobhan Jackson, Produktion: HFF M├╝nchen, Susanne Kurz Film
Bildgestaltung: Susanne Kurz
Inmitten einer weiten, leeren Landschaft schlafen zwei Frischverm├Ąhlte friedlich in ihrem Auto. Sie haben kein Benzin mehr im Tank, sind m├╝de und abgek├Ąmpft vom Feiern. Mit Anbruch des neuen Tages will sich der Br├Ąutigam auf den Weg machen, um Benzin zu holen. Die Stille, das Morgenlicht und die Landschaft ├╝ben einen seltsamen Reiz auf ihn aus. Er l├Ąsst seinen Gedanken freien Lauf, und schon bald wandelt sich das Gef├╝hl von Liebe und Gl├╝ck in etwas Dunkles, Erschreckendes. Jurybegr├╝ndung: "In einem ungew├Âhnlichen Format, in 1: 1.37, gestaltet Susanne Kurz ein filmisches Gedicht. Mit gro├čer Leidenschaft und Stilsicherheit komponiert sie in einem Film, der auf Dialog verzichtet, faszinierende und stimmungsvolle Bilder."

Susanne Kurz wurde 1974 in Ludwigshafen geboren. Nach ihrem Studium des Dokumentarfilms an der HFF M├╝nchen ging sie an die NFTVA (Netherlands Film und TV Academy) in Amsterdam. Das anschlie├čende Studium im Bereich Kamera an der HFF M├╝nchen schloss sie 2008 mit ihrem Diplomfilm 1,2,3 ab. Sie arbeitet als freie Bildgestalterin. Filmografie: "Himmelfilm", 2005, "The Line", 2005, "Coup de Grace", 2006, "The Band", 2008, "1,2,3", 2008.

BADETAG
Deutschland 2007, Kurzspielfilm, 35 mm, Farbe, 17┬┤
Regie und Buch: Philipp Batereau, Produktion: Philipp Batereau Film und Marlen Schlawin, Co-Produktion: FH Dortmund
Bildgestaltung: Marlen Schlawin Als Jakob eines Morgens vom Schwimmen im Badesee zur├╝ck nach Hause kommt, sind seine Frau und sein Sohn verschwunden. Er sucht sie ├╝berall und muss feststellen, dass er vollkommen allein ist in einer merkw├╝rdig stillen, leblosen Welt. Kein Anruf wird beantwortet, niemand bewegt sich in den Stra├čen. Jurybegr├╝ndung: "Vom ersten Moment erzeugt Marlen Schlawin mit ihrer Bildsprache eine geheimnisvolle, spannende Atmosph├Ąre. Mit gestalterischen Mitteln wie Steadycam, Unterwasserkamera und 35mm Adapter setzt sie ihre k├╝nstlerischen Visionen um. Durch ihre mutige und pr├Ązise Herangehensweise im Umgang mit R├Ąumen, Zeit, und Licht ├╝berrascht sie uns mit eindrucksvollen Bildern."

Marlen Schlawin wurde 1978 in Hamm geboren. Bis 2005 studierte sie Kamera an der Fachhochschule Dortmund und arbeitet seitdem als freie Bildgestalterin in Deutschland und den USA. Filmografie: "CH", 2003, "Classic Circus", 2004, "Badetag", 2007, "Vitamine", 2008.

DER DIE DAS
Deutschland 2008, Dokumentarfilm, Digi Beta, Farbe, 92┬┤
Regie und Buch: Sophie Narr, Produktion HFF Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg, Verleih HFF Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg
Bildgestaltung Anne Misselwitz
Alltag in der Klasse 1e: Sanita schleicht sich mal wieder verschlafen zur T├╝r herein. Sie setzt sich neben Bright, der seinen Kopf in den verschr├Ąnkten Armen versteckt, als w├Ąre er dann unsichtbar. Laethicia r├╝ckt ratlos ihre Plastikkrone zurecht und starrt auf den Rechenschieber, w├Ąhrend Fuat lieber von der Autofahrt mit seinem Vater tr├Ąumt. Bright, Fuat, Laethicia und Sanita leben in Berlin und haben dasselbe Problem ÔÇô sie sind Schulanf├Ąnger. Denn egal, ob nigerianisch, bosnisch, deutsch oder t├╝rkisch, zur Schule gehen hei├čt f├╝r die 6 bis 8j├Ąhrigen die t├Ągliche Konfrontation mit dem Gef├╝hl, anders zu sein. Der Schulalltag ist ein einsamer Kampf um Anpassung und Leistung, der seine Ventile sucht. Wer bekommt eine Chance und wer bleibt au├čen vor? Eine Reise zur├╝ck in die Kindheit, ein Film, der den kleinen ProtagonistInnen Zeit l├Ąsst und sich ihnen respektvoll n├Ąhert. Jurybegr├╝ndung: "Immer auf Augenh├Âhe. Respektvoll, zur├╝ckhaltend, liebevoll. Geduldig, gelassen, beobachtend. Anne Misselwitz erm├Âglicht uns durch ihre intuitive Kameraf├╝hrung ein unmittelbares Miterleben und Mitf├╝hlen. Ihr unvoreingenommener Blick, der nie bewertend oder aufdringlich ist, hinterl├Ąsst Spuren."

Anne Misselwitz wurde 1977 in Jena geboren. Von 1977 bis 2002 lebte und studierte sie in London. 2001 schloss sie ihr Studium mit dem Bachelor of Arts in Film und Video am London College of Communications ab. Von 2002 bis 2007 studierte sie Kamera an der HFF Konrad Wolf. "Der Die Das" ist ihr Abschlussfilm.
Filmografie: "Belgrad Backspin", 2004, "G├Âttliche Durga", 2005, "Jin-Riki-Shaw", 2006, "Der Die Das", 2008.

AUF DER WALZ
Deutschland 2008, Dokumentarfilm, Digi Beta, Farbe, 76┬┤
Produktion: Kunsthochschule f├╝r Medien K├Âln, Co-Produktion: Schneider +Groos Filmproduktion GmbH
Regie, Buch und Bildgestaltung: Julia Daschner
Nina, Kerstin, Simon, Stefano und Flurin sind WandergesellInnen auf der Walz. Mehr oder weniger lange unterwegs gehen sie verschiedene Wege, ein jeder auf seine eigene Weise. Mal zu zweit, mal allein. Sie folgen den ungeschriebenen Regeln aus der Tradition ihres Handwerks, aber auch den eigenen, inneren Wegweisern. Sie alle sind auf der Suche. Und Julia Daschner folgt ihnen mit ihrer Kamera, durch Deutschland, bis nach Rum├Ąnien, bei Sonnenschein und bei Regen. Auf der Walz gew├Ąhrt Einblicke in ein tempor├Ąr begrenztes Arbeits- und Lebenskonzept, dem sich in den letzten Jahren wieder mehr junge M├Ąnner und auch Frauen anschlie├čen. Jurybegr├╝ndung "Der Film "Auf der Walz" transportiert ein Lebensgef├╝hl von Freiheit und Beweglichkeit. Durch die malerischen Bilder, ihrem Gef├╝hl f├╝r Lichtstimmungen und den Blick f├╝r die Sch├Ânheit der Natur schafft Julia Daschner eine poetische Abbildung der Tradition und Lebensweise der WandergesellInnen. Ihre Entscheidung, den Film auf 16mm zu drehen, tr├Ągt zu einer sinnlichen Erfahrbarkeit bei."

Julia Daschner Die Dokumentarfilmregisseurin und Bildgestalterin wurde 1980 in M├╝nchen geboren. W├Ąhrend ihres Studiums von 2001 bis 2007 an der Kunsthochschule f├╝r Medien in K├Âln im Fachbereich Film/Fernsehen ging sie f├╝r ein Auslandssemester nach Kuba an die Internationale Filmhochschule EICTV und arbeitete im Bereich Kamera/Licht bei mehreren Hochschulproduktionen in Deutschland mit. "Auf der Walz" ist ihr Diplomfilm. Sie arbeitet als freie Bildgestalterin und Regisseurin. Filmografie: Bildgestaltung: "Ein Sommer lang", 2006, "Sirenen", 2009. Bildgestaltung und Regie: "Lormen", 2003, "Havanna 30 de febrero", 2005, "Auf der Walz", 2008.

Weitere Infos:
www.frauenfilmfestival.eu

Women + Work Beitrag vom 11.03.2009 AVIVA-Redaktion 





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