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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.11.2010

F├╝hrungsfrauen bleiben ausgebremst
AVIVA-Redaktion

Der Deutsche Juristinnenbund e.V. sieht aufgrund neuer Erkl├Ąrungen der Porsche Automobil Holding SE die Beteiligung von Frauen im Aufsichtrat des Unternehmens gef├Ąhrdet.



"Angesichts der angestrebten Verschmelzung mit der Volkswagen AG und der Tatsache, dass bis dahin nach heutigem Stand keine Neuwahlen der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat anstehen, erscheint eine Nennung konkreter Ziele zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht sachgerecht.", so die Entsprechenserkl├Ąrung der Porsche Automobil Holding SE zur Hauptversammlung am 30. November 2010, zu der gerade eingeladen wird.

Der vom Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 von den Unternehmen ausdr├╝cklich geforderten Benennung konkreter Ziele f├╝r die angemessene Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat nicht nachzukommen, hei├čt, die Arbeit erst gar nicht aufzunehmen.

Ziele, die nicht gesteckt werden, k├Ânnen weder angesteuert noch erreicht werden. Dem Unternehmen, das ansonsten f├╝r Schnelligkeit steht, d├╝rfte bekannt sein, dass das Erreichen von Tempo auf Arbeit basiert und nicht auf Zauberei. Der neue Kodex gab zwar Hoffnung auf einen Umschwung. Diese Entsprechenserkl├Ąrung, eine der ersten nach der Neuregelung des Kodex, entt├Ąuscht jedoch und zeigt ganz klar, dass es ohne Quote nicht geht.

Wenn die Unternehmen sich weder Kennziffern geben noch Zahlen nennen, kann das Ziel, eine ihrem Anteil an den Besch├Ąftigten entsprechende Zahl von Frauen in F├╝hrungspositionen zu bringen, nicht erreicht werden. Jutta Wagner, Pr├Ąsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. f├╝hrt aus: "An Zauberei glauben wir Juristinnen nicht ÔÇô an M├Ąrchen allerdings auch nicht. Wir fordern seit langem die 40 Prozent-QuoteÔÇť.

Frauen sind in allen Aufsichtsr├Ąten in Europa schwach vertreten.
Deutschland ist allerdings mit 1 Prozent Frauenbeteiligung das Schlusslicht.
In der Bundesrepublik sind zudem nur knapp 5 Prozent Frauen in Spitzenf├╝hrungspositionen zu finden.

Empfehlungen f├╝r mehr Frauen in Aufsichtsr├Ąten konkretisieren

Der Deutsche Juristinnenbund (djb) begr├╝├čt derweil den Beschluss der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex vom 26. Mai 2010, die Empfehlungen f├╝r mehr Frauen in Aufsichtsr├Ąten zu konkretisieren. Auch in Vorst├Ąnden und F├╝hrungspositionen sollen Frauen k├╝nftig angemessen ber├╝cksichtigt werden.

Im Rahmen seiner Aktion "Hauptversammlungen - Aktion├Ąrinnen fordern Gleichberechtigung" hat der djb im zur├╝ckliegenden Jahr bereits auf 60 Hauptversammlungen explizit gefragt, wie die Unternehmen diese von der Regierungskommission im Arbeitsprogramm bereits angek├╝ndigte Selbstverpflichtung umsetzen wollen. Die Antworten reichten von "Wir werden die Empfehlung umsetzen" bis "Wenn sie kommt, werden wir der Empfehlung nicht folgen und dann entsprechend darauf hinweisen".

Der djb fordert jetzt von den Unternehmen konkrete Pl├Ąne dazu, wie der Anteil von Frauen in Aufsichtsrat und Vorstand erh├Âht werden kann und Informationen dar├╝ber, welchen Anteil von Frauen in F├╝hrungspositionen das Unternehmen f├╝r angemessen h├Ąlt und bis wann es diesen erreichen will. Dies sollte transparent im Gesch├Ąftsbericht dargelegt und die Entsprechenserkl├Ąrung m├╝sste insofern erg├Ąnzt werden. , so der djb.

Der auf den Hauptversammlungen oft ge├Ąu├čerte Einwand, es st├╝nden nicht gen├╝gend Frauen zur Wahl, ist angesichts der bereits 2007 vom djb an den damaligen Vorsitzenden der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex Dr. Cromme ├╝berreichten Liste von 400 f├╝r Aufsichtsratspositionen qualifizierter Frauen kein ernst zu nehmendes Argument.

Weitere Infos und Kontakt:

Der Deutsche Juristinnenbund (djb)

FidAR ÔÇô die Initiative f├╝r mehr Frauen in die Aufsichtsr├Ąte

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Women + Work Beitrag vom 24.11.2010 AVIVA-Redaktion 





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