Sibylle Tiedemann erhält den Obermayer German-Jewish History Award - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Women + Work





 

Chanukka 5782




AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 19.01.2011


Sibylle Tiedemann erhält den Obermayer German-Jewish History Award
Marie Heidingsfelder

Am 24. Januar 2011 wird die Regisseurin, Autorin und Produzentin die Auszeichnung für ihren Dokumentarfilm "Briefe aus Chicago - Bilder aus dem Exil" im Berliner Abgeordnetenhaus entgegennehmen




...ab dem 20. Januar 2011 hat das Lichthauskino in Berlin aus diesem Anlass den Film ins Programm aufgenommen.

Sibylle Tiedemann

wurde 1951 in Ulm geboren und machte an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel ihren Abschluss in Freie Kunst und Kunstpädagogik. Nach einer Ausstellung über das "Türkengetto" in Kassel und einem Buch über Photographie wechselte sie 1980 das Genre und schrieb sich in Berlin an der Film- und Fernsehakademie ein. Nach ihrem Abschluss führten sie ihre Projekte um die ganze Welt: Sie filmte in China, Osttibet, Chicago und Estland, inszenierte Kurzopern in Trento und lehrte Bolzano und Los Angeles.

Einfühlsame Portraits von Menschen und Orten - Das ist der rote Faden, der sich durch die Photographien und Filme von Sibylle Tiedemann zieht und sie als Künstlerin auszeichnet. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Künstlerinnenstipendium und dem Filmstipendium der Stadt Berlin, dem europäischen Filmstipendium, der Mitgliedschaft in der deutschen Filmakademie und dem Kunstpreis der Stadt Neu-Ulm.

Briefe aus Chicago - Bilder aus dem Exil



Ein Zug fährt durch die Vorstadt von Chicago: Flache Industriebauten, Einfamilienhäuser - ohne den Filmtitel könnte sich das Exil von Lore und Gustav Frank überall befinden. 1939 sind die beiden aus Ulm emigriert um dem Holocaust zu entkommen, haben geheiratet und im Exil ein neues Leben begonnen - und doch stehen nach 60 Jahren Amerika schwäbische Dampfnudeln und Grießsuppe auf dem Tisch, als Sibylle Tiedemann die beiden besucht. Die Erinnerung an Süddeutschland, an das erste Drittel ihres Lebens, ist wie ein Schatten ständig präsent: Noch immer stehen Bildbände über Ulm im Regal, noch immer hängt ein Bild des Münsters an der Wand, und noch immer sprechen die beiden Deutsch - nicht mehr das regelmäßig erprobte der Alltagsgespräche, sondern eines, das wie sorgfältig abgelesen klingt. Doch der größte Erinnerungsschatz befindet sich im Keller, dessen steile Treppe "Gus" mit über 90 Jahren vorsichtig rückwärts hinab geht: Das Archiv des leidenschaftlichen Photographen. Seine ersten Portraits der in Süddeutschland weit verzweigten jüdischen Familie und die Stadtlandschaften aus dem "alten" Ulm entstanden bereits 1925 mit einer Plattenkamera. Als amerikanischer Soldat kehrt er 1945 auf der Suche nach seinen Eltern nach Deutschland zurück und fotografiert die völlig zerstörte Heimatstadt. Seine Suche ist vergebens, die ganze Familie ist im Holocaust ermordet worden. Mit dem filmischen Portrait der beiden zeigt Sibylle Tiedemann eindrucksvoll und einfühlsam, was es heißt, weiter zu leben. Was es bedeutet, in der Emigration alt zu werden, einen neuen Alltag zu führen und nicht den Humor zu verlieren.

AVIVA-Veranstaltungs-Tipp

Sibylle Tiedemann wird ihren Film am Donnerstag, dem 20. und am Dienstag, dem 25. Januar - im Rahmen der Reihe "AG DOK im Lichtblick-Kino"- jeweils um 18.00 Uhr persönlich im Berliner Kino Lichtblick vorstellen. (Kastanienenallee 77, Prenzlauer Berg) www.lichtblick-kino.org

Weitere Informationen zur Filmemacherin Sibylle Tiedemann finden Sie unter:
www.sibylletiedemann.de

Neben Sibylle Tiedemann werden im Jahr 2011 mit dem Obermayer German-Jewish History Award ausgezeichnet:

  • Michael Heitz (Eppingen)
  • Peter Körner (Johannesberg)
  • Brigitta Stammer (Goettingen)
  • Barbara Staudacher und Heinz Högerle (Horb/Rexingen)

    Weitere Informationen zum Obermayer German-Jewish History Award und zur Obermayer Foundation finden Sie unter: www.obermayer.us und www.obermayer.us/award

    Briefe aus Chicago – Bilder aus dem Exil
    D 2008, 71 min, Regie: Sibylle Tiedemann


    Women + Work

    Beitrag vom 19.01.2011

    AVIVA-Redaktion 






  • AVIVA-News bestellen
      AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



    MITRA. Kinostart: 18.11.2021

    . . . . PR . . . .

    MITRA
    Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
    Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

    fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

    Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

    . . . . PR . . . .

    Zuhurs Töchter
    Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
    Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

    Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

    . . . . PR . . . .

    Dear Future Children
    Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
    Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

    Nanna Johansson – Natürliche Schönheit

    . . . . PR . . . .

    Nanna Johansson - Natürliche Schönheit
    Die schwedische Comiczeichnerin und Radiomoderatorin hinterfragt in ihrem feministisch-satirischen Comicband gängige Schönheitsideale und gibt mit ihren Comics intelligente Anleitungen zur Selbstliebe.
    Mehr zum Buch und bestellen unter:
    www.avant-verlag.de

    Online: UNIDAS: Frauen im Dialog. Begegnungen, Diskussionen und Impulsvorträge aus Salvador, Brasilien und Berlin, Deutschland.

    Eine digitale, transatlantische Konferenz von UNIDAS - dem Netzwerk von Frauen aus Deutschland, Lateinamerika und der Karibik, dem Goethe-Institut, dem Auswärtigen Amt, und dem Frauenministerium des Bundesstaates von Bahia.


    Kooperationen

    Raupe und Schmetterling
    Paula Panke
    bücherfrauen - women in publishing
    FCZB
    GEDOK-Berlin
    BEGiNE
    gründerinnenzentrale
    Frauenkreise