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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.02.2004

Podium I - Welcher Weg f├╝hrt nach oben?
AVIVA-Redaktion

Eine illustre Runde von Frauen und M├Ąnnern, die es schon geschafft haben und deshalb "wissen m├╝ssen", diskutieren ├╝ber die Erfolgsfaktoren von F├╝hrungskr├Ąften im globalen Wettbewerb.



Die erste Podiumsdiskussion der World Women Work 2004 stellte die Frage nach der Zukunftsf├Ąhigkeit des deutschen F├╝hrungsnachwuchses und damit nach den Erfolgsfaktoren von F├╝hrungskr├Ąften im globalen Wettbewerb.
Als j├╝ngstes Mitglied des Deutschen Bundestages aller Zeiten kann Anna L├╝hrmann (B├╝ndnis `90/ Die Gr├╝nen) trotz ihres altersbedingt kurzen Lebenslaufs mit allerhand pers├Ânlichen Erfolgsfaktoren aufwarten: Soziales Engagement in Sch├╝lervertretung und Umweltgruppe ebneten ihren Weg nach oben genauso wie der Erwerb kultureller Kompetenzen durch Auslandsaufenthalte in jungen Jahren. L├╝hrmann konstatierte, dass es in ihrer Altersklasse wenige Frauen g├Ąbe, die den gewissen Willen zum Aufstieg h├Ątten, es sollten sich viel mehr dieser Herausforderung stellen.

Diesem Wunsch konnte sich Anna L├╝hrmanns ├Ąltere Kollegin Cornelia Pieper nur anschlie├čen: Frauen sollten sich engagieren und Barrieren durchbrechen. Als Frau und "Ossi" treffe die Gesch├Ąftsf├╝hrerin der F.D.P. ja der Vorwurf der doppelten Quotenfrau. Sie gebe jungen Frauen deshalb den Rat, sich durch Vorurteile nicht verunsichern zu lassen, da M├Ąnner diese Klischees aufzugreifen und zu verwenden w├╝ssten.

Dr. Nike Wagner, nicht nur ber├╝hmte Nachfahrin des gleichnamigen Komponisten, sondern auch K├╝nstlerische Leiterin des Kunstfestes Weimar, konstatierte auch in Kultur + Medien einen sehr geringen Frauenanteil in Spitzenpositionen ("Wo sind die Intendantinnen und Dirigentinnen?"), beantwortete aber die Frage, warum Frauen der Mut fehle, die oberen Pl├Ątze zu besetzen, nur indirekt: "Frauen sind immer sehr gute Zweite!"

Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Vice President der Boston Consulting Group wurde da schon konkreter, sie wusste die ben├Âtigten Erfolgsfaktoren von F├╝hrungskr├Ąften auf eine knackige Formel zu bringen: W + E┬│:
Wissen, Engagement, Energie und Ergebnisorientierung seien Vorraussetzungen, die auch bei Frauen in gro├čem Ma├če vorhanden seien, allein der Wille zum Aufstieg (Beispiel Anna L├╝hrmann) fehle ihnen.

Eberhard von Rundstedt, neben Moderator Michael Geffken der einzige Mann in der Runde, meinte das "Mutproblem" der Frauen in unserem veralteten Rollenverst├Ąndnis zu erkennen: Mit der rhetorischen Frage, wer denn bei Familienfesten aufstehe, um eine Rede auf das Familienoberhaupt zu halten (Antwort: Die S├Âhne!), forderte der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Von Rundstedt und Partner GmbH, dass M├Ądchen von Kindheit an gefordert werden sollten. Entscheider in mittelst├Ąndischen Unternehmen s├Ąhen aufgrund dieses alten Rollenverst├Ąndnisses das "Rote Tuch" eines m├Âglichen Erziehungsurlaubes bzw. Ausfall der Arbeitskraft immer nur im Zusammenhang mit den weiblichen Bewerbern. Konsequenterweise forderte von Rundstedt, dass, wenn der Staat weiterhin Kinder wolle, dieses zu organisieren habe und beispielsweise Haushaltshilfen von der Steuer absetzbar sein sollten.

Eine Forderung, die von Beifallsbekundungen aus dem Plenum unterst├╝tzt wurden und au├čerdem das Augenmerk auf das Thema der flexiblen Arbeitszeiten lenkte, ein Problem dem sich die letztj├Ąhrige World Women Work mit dem Motto "Working Mum" schon ausf├╝hrlichst widmete.
Die beiden Politikerinnen im Podium f├╝hlten sich auch gleich verpflichtet, sich zu dieser Frage zu ├Ąu├čern, indem sie herausstellten, was ihre Partei jeweils dazu beitrage, Frauen zu ermutigen, wobei die eine auf die Frauenquote ihrer Partei hinwies, die andere die Forderung ihrer Partei nach einem ganzt├Ągigen Kita-Platz unterstrich.

Als Fazit konnten sich wohl alle PodiumsteilnehmerInnen darauf einigen, dass der Mut der Frauen, sich f├╝r ihre Karriere zu engagieren, von den strukturellen Bedingungen der Kinderbetreuung abh├Ąngt, die allein die Politik schaffen muss. Denn schlie├člich seien es immer noch die Frauen, die sich der Frage stellten: "Kind oder Karriere!"

Women + Work Beitrag vom 22.02.2004 AVIVA-Redaktion 





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