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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.02.2004

Frauen traut Euch! Selbstwert, Mut und Risiko
AVIVA-Redaktion

Referentin: Dr. Verena Baldinger, Dr. Baldinger & Partner, BĂŒdingen und Beate Quast



Fast 20 Frauen trafen sich erwartungsvoll zu einem Workshop, dessen Thema viele von uns beschĂ€ftigt. Sich etwas zu trauen, Mut zum Risiko zu haben bedeutet auch, sich einlassen zu können, Neues auszuprobieren und zu akzeptieren. Diesmal ging es nicht um theoretische Konzepte und Reden, sondern darum, Reden durch Handeln zu ersetzen, Klischees zu durchbrechen, sowie das Selbstwert- und GemeinschaftsgefĂŒhl zu stĂ€rken.
Die Stimmung war positiv! Interessiert und gespannte saßen die Teilnehmerinnen im Halbrund, und durften zur allgemeinen Auflockerung und Einstimmung eine Karte unter ihrem Stuhl hervorholen auf der die provokanten Thesen zu lesen waren:

  • „Wir steuern in zutiefst weibliche Wirtschaftszeiten“

  • „Die VerĂ€nderungsprozesse der Zukunft sind sinnlich und emotional“


  • Um die Reaktion auf diese Aussagen zu testen, wurden im Anschluß Gruppen gebildet, die diesen Statements entweder ganz, teilweise oder gar nicht zustimmten.
    Überraschender Weise konnte sich eine grĂ¶ĂŸere Anzahl positiv mit den Aussagen identifizieren. Wenn auch Stimmen laut wurden, die sich an der negativen Konnotation von „zutiefst“ störten oder den Begriff „sinnlich“ kritisierten. Nur wenige Frauen lehnten die beiden Thesen gĂ€nzlich ab.
    Der verbale Austausch unter den Gruppierungen begann gerade anzulaufen, da ging es auch schon weiter: Ein Schaubild listete die Eigenschaften der linken=mĂ€nnlichen („rationalen“) und der rechten=weiblichen („emotionalen“) GehirnhĂ€lfte auf. Die zugehörigen QualitĂ€ten sind hinlĂ€nglich bekannt und brauchen nicht nĂ€her erlĂ€utert zu werden. Auch wurde nicht im Sinne von besser oder schlechter diskutiert, sondern heraus gefiltert, dass wir uns in Zeiten des Umbruchs befinden, der VerĂ€nderung und des Wandels.
    These: Es gibt momentan einen Shift, einen Zusammenbruch von Strukturen
    „Nichts ist machtvoller als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“. (Mark Twain)

    Ziel der nĂ€chsten Übung war der Umgang mit inneren und Ă€ußeren Bildern und der Kraft, die daraus zu gewinnen ist.

    Eine andere Aufgabenstellung war spannend, befaßte sie sich doch mit einem Thema, das zur Zeit sehr en vogue ist und in vielen ZusammenhĂ€ngen auftaucht.
    Gefragt wurde: „Welche Vorbilder haben Sie?“
  • weibliche

  • mĂ€nnliche

  • gar keine

  • verschiedene

  • aus Ihrem privaten Umfeld


  • Es galt, Statements zu visionĂ€ren Vorbildern zu formulieren. Die uns Kraft geben und zukĂŒnftig begleiten und stĂŒtzen können.

    ÜberprĂŒft wurden weiterhin Einstellungen zu WorthĂŒlsen, Labels und Etikettierungen.
    Wie leicht lassen wir uns von Aussagen beeinflussen, negativ oder positiv berĂŒhren?
    Schlagworte wie: Gleichstellung, Ouotenfrau etc. wurden daraufhin abgeklopft, welche GefĂŒhle sie in uns wecken, tangieren sie uns
  • positiv

  • negativ

  • gespalten

  • oder lassen sie uns gleichgĂŒltig?

    Eine weitere Frage war: Wie stark nutzen Sie Ihr weibliches Potenzial?

    Die Mehrheit der Anwesenden war der Ansicht, ihr weibliches Potenzial bereits in vollem Umfang zu nutzen. Was aber sicherlich nicht die RealitÀt in der Erwerbswelt widerspiegelt.

  • Wo kommen wir her?

  • Wo stehen wir jetzt?

  • Wo wollen wir hin?


  • Diese Fragestellungen sollten pantomimisch umgesetzt werden. Mit Phantasie und Spaß wurden unterschiedliche Stadien der Menschheitsgeschichte dargestellt. Das Bild „Mutter mit Kind“, „die Sammlerin“ die „HĂŒterin des Herdes“ bis zur „emanzipierten KĂ€mpferin“ und zur „gesellschaftlich akzeptierten Powerfrau“ war der erfahrene Wandel einer Evolutionsgeschichte, der noch lĂ€ngst nicht abgeschlossen und noch viele steinige Pfade aufweist, die es zu bewĂ€ltigen gilt.
    Doch am Ende war klar: „positive GefĂŒhle machen Mut, VerĂ€nderungen voran zu treiben und Schwierigkeiten mutig anzugehen“.

    Zum krönenden Abschluß eine schöne Übung: „Wir stĂ€rken uns gegenseitig den RĂŒcken“ hieß es! Was nicht nur bildlich zu verstehen war, sondern gleich aktiv umgesetzt wurde. Die teilnehmenden Frauen stellten sich hintereinander auf, jede berĂŒhrte den RĂŒcken der Vorderfrau und wurde von der hinter ihr stehenden Frau berĂŒhrt. Kraft und StĂ€rke wurden dadurch weitergegeben und gleichzeitig empfangen. Dieses Prinzip des Gebens und Nehmens ist uns als Begriffspaar gut bekannt, doch meistens ist das Geben beim weiblichen Geschlecht das vorherrschende Prinzip. Dass wir auch nehmen dĂŒrfen, spricht sich erst langsam herum und gehört zu einer unserer schwersten Übungen.

    Der Workshop war abwechslungsreich und spannend, die meisten Frauen kamen entspannt und lĂ€chelnd aus dem Raum. Leider war die Zeit zu kurz, um sich entwickelnde fruchtbare Debatten weiter auszufĂŒhren.

    Women + Work Beitrag vom 22.02.2004 AVIVA-Redaktion 





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