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AVIVA-BERLIN.de im November 2020 - Beitrag vom 20.12.2005


Aktueller WSI-FrauenDatenReport
AVIVA-Redaktion

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung zeigt in seinem umfangreichen Band: Frauen bei Bildung vorn - Kluft bei Einkommen und Arbeitszeit.





Lebens- und Berufschancen sind nach wie vor zwischen Frauen und Männern ungleich verteilt. Diese Ungleichheit äußert sich heute anders als noch vor fünf bis zehn Jahren. Das zeigt der soeben erschienene FrauenDatenReport 2005 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. So haben junge Frauen mittlerweile ein höheres schulisches Bildungsniveau als junge Männer. Bei den Einkommen hat sich die traditionelle Kluft zwischen den Geschlechtern in letzter Zeit trotzdem nicht weiter geschlossen. Beim zeitlichen Umfang der Erwerbstätigkeit ist die Differenz sogar wieder gewachsen - mit negativen Konsequenzen für die eigenständige soziale Absicherung von Frauen.

Der WSI-FrauenDatenReport ist ein umfangreicher Daten- und Tabellenband, der neben 60.000 aktuellen Daten und Fakten Analysen zu sieben zentralen Themenfeldern liefert: Demografische Entwicklung, Bildung, Arbeitsmarkt, Arbeitszeiten, Einkommen, soziale Sicherung sowie Politik & Gesellschaft. Die themenbezogenen Analysen greifen verstärkt die europäische Dimension auf. Ergänzt wird der Report durch eine CD-ROM mit umfangreichen Datentabellen. Ein kurzer Überblick über Trends, die der Frauendatenreport analysiert:

  • Frauen haben bei der Bildung stark aufgeholt. 2004 hatten 40,6 Prozent der 25- bis unter 30-jährigen Frauen und 37,8 Prozent der gleichaltrigen Männer ihre Schulausbildung mit dem Abitur abgeschlossen. Bei Hochschulabschlüssen sind Frauen und Männer gleich stark vertreten.

  • Bei der Wahl von Ausbildungsberufen und Studienfächern gibt es nach wie vor erhebliche Differenzen. Frauen konzentrieren sich auf Sozial- und Dienstleistungsberufe sowie auf kultur- oder sprachwissenschaftliche Fächer, die in unserer Gesellschaft geringer bewertet und bezahlt werden. Damit vollzieht sich eine entscheidende Weichenstellung, die mit beeinflusst, dass Frauen später geringere Karrierechancen haben.

  • Der Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit ist seit dem Jahr 2000 fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Erwerbstätigenquote der Frauen in Deutschland lag 2004 mit knapp 60 Prozent im Vergleich der 25 EU-Länder nur an zehnter Stelle.

  • Der Beschäftigungszuwachs der Frauen in den 90er Jahren erklärt sich allein aus Zuwächsen bei der Teilzeitarbeit. Zwischen 1991 und 2004 sank die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen um 1,6 Millionen, während die Zahl der Frauen in Teilzeitjobs um 1,8 Millionen stieg.

  • Entsprechend öffnete sich die Schere zwischen den durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeiten von Männern und Frauen weiter: 1991 arbeiteten Männer in Westdeutschland rund acht Stunden länger als Frauen. Im Osten betrug der Unterschied drei Stunden. Bis 2004 wuchs die Differenz auf zehn Stunden im Westen und fünf Stunden im Osten. Im gesamtdeutschen Durchschnitt arbeiten Männer 40,2 Stunden, Frauen dagegen nur 30,8 Stunden. Drastisch stieg der Anteil der Frauen, die lediglich sehr kurze Teilzeit-Jobs unter 15 Stunden in der Woche haben: von knapp sechs Prozent 1991 auf 13 Prozent 2003.

  • Der Anteil der Väter, die in Elternzeit gehen, hat sich seit 2001 gut verdoppelt - allerdings lediglich von zwei auf fünf Prozent. In Finnland und Dänemark nimmt hingegen jeder zehnte, in Schweden sogar jeder dritte Vater Elternzeit. In diesen Ländern verfällt ein Teil der Elternzeit, wenn er nicht vom Vater genommen wird.

  • Das durchschnittliche Einkommen von Frauen mit Vollzeittätigkeit liegt in Deutschland weiter erheblich unter dem der Männer. In Westdeutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 23 Prozent weniger, in Ostdeutschland etwa 10 Prozent. Der Aufholprozess ist in den letzten zehn Jahren sogar ins Stocken geraten. Daran haben die besseren formalen Bildungsleistungen der Frauen wenig ändern können. Unter den 25 EU-Ländern gibt es nur zwei, in denen die Lohnkluft zwischen den Geschlechtern noch größer ist als in Deutschland: Estland und die Slowakei.


  • (Quelle: Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stifung vom 19.12.2005)


    Das Buch, im Verlag edition sigma Berlin erschienen, ist über den Buchhandel zu beziehen.
    Reihe: Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 66
    ISBN 3-89404-997-9, 510 S., kartoniert, Euro 29,90


    Weitere Infos im Netz unter www.boeckler.de sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut in der Hans-Böckler-Stiftung


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    Beitrag vom 20.12.2005

    AVIVA-Redaktion 






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