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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 07.06.2006

An der Spitze des Zentralrats der Juden steht eine Frau
Sarah Ross

Am 7. Juni 2006 wurde die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in M├╝nchen einstimmig zur Pr├Ąsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland gew├Ąhlt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.



Am Mittwoch, 7. Juni 2006, ist Charlotte Knobloch als erste Frau in der Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland einstimmig zu dessen Pr├Ąsidentin gew├Ąhlt worden, so die Mitteilung des Pr├Ąsidiums des Zentralrats in Frankfurt am Main. Damit tritt die 73-j├Ąhrige, ehemalige Vizepr├Ąsidentin und Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in M├╝nchen nun die Nachfolge von Paul Spiegel sel. A. an, der am 30. April nach schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben war.

Charlotte Knobloch hatte schon einmal, und zwar nach dem Tod des fr├╝heren Pr├Ąsidenten Ignatz Bubis, f├╝r dieses Amt kandidiert. Jedoch wurde derzeit Paul Spiegel als Bubis Nachfolger gew├Ąhlt. Nach fast einem Jahrzehnt als Stellvertreterin von Paul Spiegel gab es nun keine Zweifel mehr daran, dass Knobloch f├╝r dieses Amt alle Voraussetzungen mitbringt. Daher war auch das heutige Wahlergebnis kein ├╝berraschendes.

Am 29. Oktober 1932 wurde Charlotte Knobloch als Tochter des damals sehr bekannten Rechtsanwalts und sp├Ąteren Senators Fritz Neuland in M├╝nchen geboren. Den Holocaust ├╝berlebte sie nur, weil sie w├Ąhrend des Krieges von einer ehemaligen, katholischen Hausangestellten ihres Onkels in Franken versteckt wurde, die sie als ihre uneheliche Tochter ausgab. 1951 heiratete Charlotte den Kaufmann Samuel Knobloch, einen ├ťberlebenden des Krakauer Gettos, mit dem sie urspr├╝nglich nach Amerika auswandern wollte. Doch die erste Schwangerschaft und die aufkeimenden beruflichen Erfolge ihres Mannes veranlassten sie dazu, in M├╝nchen sesshaft zu werden. Heute ist Charlotte Knobloch nicht nur Mutter von drei Kindern und Gro├čmutter von sieben Enkelkindern, sondern auch eine der erfolgreichsten j├╝dischen Frauen in Deutschland - eine M├╝nchner Institution.

Nach der Erziehung ihrer Kinder beginnt Knobloch zun├Ąchst, sich aktiv in der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) M├╝nchen und Oberbayern zu engagieren, zu deren Vorsitzenden sie schlie├člich 1985 gew├Ąhlt wurde. Seither folgte eine steile Karriere: Sie wurde stellvertretende Pr├Ąsidentin des Zentralrats der Juden und 2003 und 2005 wurde sie Vizepr├Ąsidentin des Europ├Ąischen J├╝dischen Kongresses und des J├╝dischen Weltkongresses. Zudem ist sie Mitglied in zahlreichen Kuratorien und Stiftungen und wurde 2005 zur Ehrenb├╝rgerin der Stadt M├╝nchen ernannt. Damit wurde sie f├╝r ihr herausragendes Engagement hinsichtlich der Auss├Âhnung von Juden und Nicht-Juden sowie f├╝r ihr langj├Ąhriges Wirken in der IKG geehrt.

Zu Knoblochs Erfolgen z├Ąhlt vor allem, dass sie es geschafft hat, die j├╝dische Gemeinschaft nach der Wende zusammenzuhalten, wohingegen andere Gemeinden in Deutschland im Streit ├╝ber die Integration j├╝discher Zuwanderer aus Osteuropa auseinanderdrifteten. Des Weiteren wird unter ihrer Leitung seit 2004 ein neues j├╝disches Zentrum f├╝r die rund 9.000 Mitglieder starke Gemeinde mitten in der M├╝nchner Innenstadt gebaut. Dieses Zentrum ist das gr├Â├čte dieser Art in ganz Europa und besteht aus einer Hauptsynagoge, einem Gemeindehaus und einem j├╝dischen Museum. Mit diesem Zentrum, das zum Teil bereits Ende des Jahres er├Âffnet werden soll, will Charlotte Knobloch den Juden wieder einen Platz in der deutschen Gesellschaft schaffen.

Die neue Pr├Ąsidentin des Zentralrats der Juden, die selbst aus einer orthodoxen Familie stammt, hat sich bereits in der Vergangenheit schon mit viel Hingabe und Energie in ihren ├ämtern f├╝r den Zusammenhalt und die Vernetzung der deutschsprachigen j├╝dischen Gemeinden in Europa, und f├╝r einen Br├╝ckenschlag zur j├╝dischen Gemeinschaft in den USA, eingesetzt. Mit ihrem Einsatz, Mut und politischen Engagement, mit dem sie vor allem gegen Antisemitismus und Ausl├Ąnderfeindlichkeit ank├Ąmpft, wird sie ihren Vorg├Ąngern im obersten Amt des Zentralrats der Juden sicherlich in nichts nachstehen.

"Schwerpunkt meiner k├╝nftigen Arbeit werden die F├Ârderung der Integration der Zuwanderer aus den L├Ąndern der ehemaligen Sowjetunion und der Kampf gegen wachsenden Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sein", k├╝ndigte die neue Pr├Ąsidentin direkt nach ihrer Wahl an.


AVIVA-Berlin gratuliert Charlotte Knobloch zur Wahl als Pr├Ąsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Weitere Informationen unter: www.zentralratdjuden.de sowie www.ikg-muenchen.de


Women + Work Beitrag vom 07.06.2006 Sarah Ross 





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