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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 07.09.2006

Anna Rheinsberg wird 50
Sarah Ross

Am 24. September 2006 feiert die Lyrikerin, Prosaautorin und Herausgeberin ihren Geburtstag. Sie ist eine der eigenwilligsten Schriftstellerinnen der Gegenwart.



Anna Rheinsberg, die heute als freie Schriftstellerin in Marburg lebt, wurde am 24. September 1956 in Hermsdorf im Norden Berlins geboren. Sie ist Lyrikerin, Prosaautorin, Essayistin und Herausgeberin u. a. von Texten von Autorinnen der zwanziger Jahre. In ihren Texten geht es ihr vor allem um die Entwicklung einer radikalen und ganz eigenen Sprache. Bereits im Alter von 23 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Lyrikband "Marlene in den Gassen" (1979), auf den schon im Jahr 1981 der zweite unter dem Titel "Bella Donna" folgte. Beide Bände offenbaren ihre Nähe zum Stil der expressionistischen Gedichte der 20er Jahre. Anna Rheinsberg ist Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds und langjährige Mitarbeit beim HR-Frauenfunk. Ende September 2006 feiert sie ihren 50. Geburtstag!

Neben der Veröffentlichung mehrerer Prosabände (z. B. die Novelle "Marthe und Ruth", 1987 bei Luchterhand) in den 1980er Jahren, war die Autorin unter anderem auch als Journalistin für Frauenzeitschriften, Tageszeitungen, Radio und Fernsehen tätig. Vor allem aber widmete sie sich derzeit intensiv dem Leben und Werk vergessener jüdischer und nichtjüdischer Autorinnen der 20er Jahre, die sie in insgesamt fünf Bänden vorstellt und würdigt: Unter anderem erscheinen 1988 "Bubikopf. Aufbruch in den Zwanzigern" (bei Luchterhand) und 1993 "Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein. Lyrikerinnen der zwanziger Jahre" (im Persona Verlag). Viele der Autorinnen hat Anna Rheinsberg wieder entdeckt und so vor dem Vergessen bewahrt.

In den 1990er Jahren thematisiert sie in ihren eigenen schriftstellerischen Werken, wie beispielsweise in der Erzählung "Schwarzkittelweg" (1995), vor allem Fragen nach den familiären Wurzeln. Des Weiteren wendet sie sich verstärkt avantgardistischen Schreibformen zu und widmet sich der Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Sprache und Gewalt. Dabei interessiert sie vor allem, in welchen Formen dieser Zusammenhang insbesondere Frauen betrifft. Die Ergebnisse ihrer Überlegungen dazu, spiegeln sich eindringlich in dem 1996 bei Edition Nautilus erschienen Erzählband "Shanghai - Erster Klasse" wider. Drei Erzählungen, in denen sie mit einer obsessiven, befremdlichen, von Lyrik durchdrungenen Prosa beeindruckt. Die Titelerzählung, in der ein Mädchen den Mord an der Mutter erzählt, wurde 1994 unter der Regie von Ulrike Hofmann Paul am Modernen Theater Berlin uraufgeführt, die zweite Erzählung "Kleine Monde, Wolf" wurde verfilmt.

Die besondere Stärke der Schriftstellerin liegt besonders in der sprachlichen Verknappung. So sind ihre Texte zwar häufig nur schwer zu entschlüsseln und verlangen von dem Leser und der Leserin einen achtsamen und offenen Blick, dafür überrascht Anna Rheinsberg ihre LeserInnen allerdings mit einer Fülle von eigenwilligen Figuren, unzähligen verstörenden und klugen Gedanken und eine sehr sinnlichen und leuchtenden Sprachkraft.

Rheinsbergs Beobachtungsgabe und Formulierkunst stechen auch in ihrem ersten Roman "Schau mich an" (2000 bei Edition Nautilus) hervor. Hier erzählt die Autorin die Liebesgeschichte von vieren und ein Verwirrspiel des Liebens und Begehrens.
Zuletzt erschien 2004 der Liebesroman "Basco": Ein poetischer Roadmovie, in dem sie vom späten Wiederaufleben einer Jugendliebe erzählt. Die ProtagonistInnen haben ungefähr das Alter der Autorin und haben der Liebe und den Sehnsüchten noch lange nicht abgeschworen.

Veröffentlichungen:

Gedichtbände:
Marlene in den Gassen (1979)
Bella Donna (1981)
Annakonda (1985)
Narcisse Noir (1990)

Prosa:
Hannah. Liebesgeschichten (1982)
Alles Trutschen (1983 und 1989)
Wolfskuss (1984)
Marthe und Ruth (1987)
HerzLos (1988)
Schwarzkittelweg (1995)

Herausgaben:
Unbeschreiblich weiblich (1981), Die Engel (1988)

Editionen und Porträts von Autorinnen der 20er-Jahre:
Bubikopf. Aufbruch in den Zwanzigern (1988)
Kriegs/Läufe. Namen. Schrift (1989)
Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein (1993)

Bei Nautilus erschienen:

Basco Eine Liebesgeschichte (2004)
Schau mich an, Roman (2000)
Liebe Hanna, Deine Anna, Briefe über Liebe und Literatur
(mit Hanna Mittelstädt, 1999)
Shanghai - Erster Klasse, Erzählungen (1996)

Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.edition-nautilus.de.


Women + Work Beitrag vom 07.09.2006 Sarah Ross 





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