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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 26.10.2006

Deutschlands Physikerinnen tagen in der Hauptstadt
AVIVA-Redaktion

Programm zwischen Wissenschaft und Work-Life-Balance mit namhaften Sprecherinnen. Die "10. Deutsche Physikerinnentagung" vom 2. bis 5. November 2006 an der Technischen Universität Berlin



Deutschlands Physikerinnen treffen sich vom 2. bis 5. November 2006 an der Technischen Universit√§t Berlin, um √ľber neueste Forschungsergebnisse, Berufsperspektiven und gesellschaftliche Themen wie die Verkn√ľpfung von Beruf und Privatleben ("Work-Life-Balance") zu diskutieren. Zur "10. Deutschen Physikerinnentagung" werden rund 200 Teilnehmerinnen erwartet. In den Kongress eingebunden ist der "Women-in-Science-Tag" am 4. November, zu dem Frauen aus allen naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen eingeladen sind. Veranstalter der Tagung sind die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und der Hedwig-Kohn-Verein zur F√∂rderung von Frauen und M√§dchen in der Physik. Die Schirmherrschaft hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel √ľbernommen.

Fachkongress und Kontaktb√∂rse: "Wir m√∂chten Physikerinnen aller Altersgruppen und aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten zusammenbringen", sagt Barbara Sandow, eine der beiden diesj√§hrigen Sprecherinnen der Tagung. Das Bilden von Netzwerken und der Austausch unter Gleichgesinnten ist ein wesentlicher Aspekt des Treffens. "Berufsanf√§ngerinnen finden hier Anregungen und Vorbilder, Etablierte vernetzen sich", meint sie. Sch√ľlerinnen sind den Veranstalterinnen ein besonderes Anliegen: durch Vortr√§ge, Laborbesuche und Freihandexperimente wollen letztere ihre Physik- Begeisterung mit dem Nachwuchs teilen. Zur Tagung sind auch die m√§nnlichen Kollegen willkommen, so wird DPG-Pr√§sident Eberhard Umbach in einem Fachvortrag √ľber "organisch-anorganische Hybridstrukturen" berichten. Verwendung finden diese hauchd√ľnnen Schichten zum Beispiel in Farbdisplays und Leuchtdioden.

Biophysik und Materialforschung: Ein Markenzeichen der allj√§hrlichen Physikerinnentagung ist das vielseitige Programm. Diesmal geht es unter anderem um Nuklearmedizin, Kosmologie, Philosophie, Physik-Didaktik und um die biophysikalischen Vorg√§nge im Inneren des Geh√∂rs. Der Kongress startet mit dem Vortrag von Prof. Dr. Monika Ritsch-Marte von der Medizinischen Universit√§t Innsbruck. Die Expertin f√ľr biomedizinische Physik wurde im September 2006 als erste Frau in der Geschichte der √Ėsterreichischen Physikalischen Gesellschaft zur Pr√§sidentin gew√§hlt. Sie wird diese Funktion mit Beginn des kommenden Jahres antreten. Bei der Berliner Physikerinnentagung spricht Prof. Ritsch-Marte √ľber moderne Lichtmikroskopie und "optische Pinzetten". Mit diesen fein abgestimmten Laser-Strahlen lassen sich lebende Zellen untersuchen und - einzig mit der Kraft des Lichtes - auch in Bewegung versetzen. Den zweiten Plenarvortrag h√§lt Dr. Ekaterina Shamonina, die im Fr√ľhjahr von der DPG mit dem Hertha-Sponer-Preis f√ľr herausragende Physikerinnen ausgezeichnet wurde. Fachgebiet der Forscherin von der Universit√§t Osnabr√ľck sind "Metamaterialien" - eine junge Generation synthetischer Werkstoffe, die neuartige Linsen und Antennen verhei√üen. Die Reihe der Plenarvortr√§ge komplettiert Maria J. Yzuel, Professorin aus Barcelona, mit Einblicken in die "diffraktive Optik" und die Situation der Physikerinnen in Spanien.

Familie und Karriere
Nicht allein an Physikerinnen, sondern an Frauen aller naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen wendet sich der √∂ffentliche "Women-in-Science-Tag" am 4. November 2006. Der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftspolitische Themen wie Dual-Career-Couples - Beziehungen, in denen beide PartnerInnen berufst√§tig sind - und Karrierewege von Frauen im Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Women in Science and Work-Life-Balance" rundet das Programm ab. Zu den TeilnehmerInnen z√§hlt der Generalsekret√§r der Bund-L√§nder-Komission J√ľrgen Schlegel. Die Runde wird moderiert von der Journalistin Susanne F√ľhrer (Deutschlandfunk).

Hintergrund-Infos
Zehn Jahre Deutsche Physikerinnentagung: Seit den 90er Jahren gibt es regelm√§√üige Treffen von Physikerinnen in Deutschland. In Berlin wurde 1997 ein solches Treffen erstmals zur "Deutschen Physikerinnentagung" erkl√§rt. Die etwa neunzig Teilnehmerinnen wollten "nicht weiter auf halbherzige F√∂rderma√ünahmen warten, sondern aktiv an der Verbesserung ihrer Situation mitwirken." Zu diesem Zweck gr√ľndeten sie den Arbeitskreis Chancengleichheit (AKC), der die Interessen der Physikerinnen innerhalb der Deutschen Physikalischen Gesellschaft wahrnimmt. Der AKC, dem auch M√§nner angeh√∂ren, unterst√ľtzt unter anderem die j√§hrliche Tagung. Diese wird von einem jeweils lokalen Team engagierter Physikerinnen selbst organisiert. Tagungsorte waren bisher Berlin, Hamburg, Heidelberg, M√ľnchen, Dresden, T√ľbingen, Augsburg, Aachen und Darmstadt.

Im Rahmen der Tagung findet ein Pressegespr√§ch statt, zu dem Journalistinnen und Journalisten herzlich eingeladen sind. Der Termin: 3. November 2006, 11:00 Uhr im Raum PN 561, Institut f√ľr Physik der Technischen Universit√§t Berlin, Hardenbergstra√üe 36.

Kinderbetreuungsmöglichkeit wird angeboten. Alle Räumlichkeiten, die während der Tagung und des Conference Dinners benutzt werden, sind behindertengerecht zugänglich.

Das Tagungsprogramm und weitere Informationen finden Sie unter:
www.physikerinnentagung.de

Women + Work Beitrag vom 26.10.2006 AVIVA-Redaktion 





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