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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 31.01.2007

Gabriele M├╝nter Preistr├Ągerin 2007 - Leni Hoffmann
Daniela Besser

Die Preisverleihung am 30.1.2007 durch die Ministerin Dr. Ursula von der Leyen er├Âffnete die gleichnamige Ausstellung im Martin Gropius Bau, die vom 31.1. - 09.04.2007 in Berlin zu sehen ist.



Die K├╝nstlerin Leni Hoffmann erh├Ąlt den Gabriele M├╝nter Preis 2007.
Die Begr├╝ndung der Jury lautet: "Leni Hoffmanns Arbeiten basieren auf Farbe, ohne Malerei zu sein. Mit industriell gefertigter Knetmasse bearbeitet die K├╝nstlerin gro├čfl├Ąchige Architekturelemente. Die von Hand ausgef├╝hrten, stark strukturierten Farbfl├Ąchen ver├Ąndern das Umfeld. Darin erhalten W├Ąnde, Fensterfl├Ąchen und andere umgebende Elemente Bildfunktion. In ihren gro├čdimensionierten Projekten vermittelt die K├╝nstlerin sowohl Innen mit Au├čen als auch Fl├Ąche mit Raum in unterschiedlich medialen Techniken. Die Beteiligung des Publikums am Werkprozess erweitert die Komplexit├Ąt der Arbeiten. Die K├╝nstlerin ├╝berzeugte die Jury durch Stringenz, Neuartigkeit und Entschiedenheit ihres k├╝nstlerischen Konzeptes."

Leni Hoffmann selbst versteht die Auszeichnung als "W├╝rdigung ihres Gesamtwerkes". Ihre k├╝nstlerische Arbeit spielt sich an der "Schnittstelle zwischen Malerei und Skulptur" ab. Ihr Interesse gilt der Erforschung "neuer Antworten" auf allt├Ągliche Stoffe und Gebrauchsgegenst├Ąnde. Gebrauchskonventionen sollen in den Blick geraten, neue Kontexte entstehen und dadurch Neugier bei den RezipientInnen geweckt werden. Dabei steht das Spiel mit inhaltlichen Assoziationen im Fokus, die mitschwingen sollen, aber dennoch nicht von ihr vorgegeben werden.

Neben der Einzelausstellung der Preistr├Ągerin werden auch weitere Arbeiten von neununddrei├čig ausgew├Ąhlten K├╝nstlerinnen, die am Wettbewerb teilgenommen haben, im Martin Gropius Bau gezeigt:

Uli Aigner (M├╝nchen), Kirstin Arndt (Ludwigsburg), Regine Bonke (Ratzeburg), Petra B├Âttcher (Efringen-Kirchen), Astrid Brandt (Wilhelmshaven), Katja Brinkmann (Berlin), Susanne Br├╝gger (Essen), Danika Dakic (D├╝sseldorf), Ingeborg Dammann-Arndt (Sellstedt), Claudia Desgranges (K├Âln), Ursula D├Âbereiner (Berlin), D├Ârte Ei├čfeldt (Neuenkirchen), Friederike Feldmann (Berlin), Hanna Frenzel (Berlin), Susann Gassen (Ockenheim), Jutta Geier (Berlin), Ute Heuer (Hannover), Christiane ten Hoevel (Berlin), Leni Hoffmann -Preistr├Ągerin (D├╝sseldorf), Nan Hoover (Berlin), Alexandra Hopf (Berlin), Dagmar Hugk (K├Âln), Ulrike Kessl (D├╝sseldorf), Pascale Komarnicki (Berlin), Sigrid Kopfermann (D├╝sseldorf), Beate Passow (M├╝nchen), Chris Reinecke (D├╝sseldorf), Inken Reinert (Berlin), Nora Schattauer (K├Âln), Ute Maria Schmid (Karlsruhe), Yukara Shimizu (M├╝nchen), Ulrike Siecaup (K├Âln), Heidi Magdalene Sill (Berlin), Annegret Soltau (Darmstadt), Ilse Wegmann (Bad Honnef), Heide Weidele (Frankfurt a.M.), Anna Werkmeister (Berlin), Jeong-Sook Yu (D├╝sseldorf), Uta Zaumseil (Triebes), Isabel Zuber (Freiburg).

Die Ausstellung hat den Anspruch, eine ├ťbersicht ├╝ber die aktuelle k├╝nstlerische Szene zu bieten. Dementsprechend wird sowohl formal wie inhaltlich auf Vielfalt gesetzt, auch um der Globalisierung und Pluralit├Ąt in der Moderne angemessen zu begegnen. Daneben ist das Anliegen des Preises vor allem die Herausstellung der Farbe, das "Fanal der Farbe" (Marianne Pitzen, Direktorin des Frauenmuseums).

"Die Ausstellung ist heftig" (M.Pitzen), bezogen auf Farbe und Ausstellungsobjekte, die die ganze Spannweite und Lebendigkeit des k├╝nstlerischen Schaffens von Frauen vor Augen f├╝hren. Aber dennoch: Frauen haben es als K├╝nstlerinnen immer noch schwerer als ihre m├Ąnnlichen Kollegen, 2/3 der Auszeichnungen gehen an M├Ąnner, und so wurde konstatiert, erst wenn die Werke von K├╝nstlerinnen von einem breiten Publikum gekauft werden, erst dann sind sie gleichberechtigt im Kunstbetrieb angekommen.

Zur Namenspatin des Preises: Gabriele M├╝nter (1877-1962), deutsche Malerin und eine wichtige Vertreterin der Klassischen Moderne in der Kunst, die ma├čgeblich an der Entwicklung der abstrakten Malerei beteiligt war. Mit den K├╝nstlerkollegInnen Alexander Jawlensky, Marianne Werefkin, Wassily Kandinsky u.a. gr├╝ndet sie 1909 die "Neue K├╝nstlervereinigung M├╝nchen" und 1911 die Gruppe "Blauer Reiter" mit Kandinsky, Alfred Kubin und Franz Marc. Obwohl ihr umfangreiches malerisches und zeichnerisches Werk weltweit ausgestellt und gefeiert wurde, ist die Anerkennung ihrer Arbeit in der Kunstgeschichtsschreibung noch nicht geb├╝hrend gew├╝rdigt worden. Der Gabriele M├╝nter Preis tr├Ągt somit nicht nur zur Anerkennung des Schaffens aktueller K├╝nstlerinnen, sondern auch zu der der "Blauen Reiterin" bei.

Der Gabriele M├╝nter Preis ist der renommierteste Kunstpreis f├╝r Bildende K├╝nstlerinnen in Deutschland und zugleich der erste europaweit, der sich an K├╝nstlerinnen richtet, die ├Ąlter als vierzig Jahre sind. Da Frauen dieser Altersgruppe bei hochdotierten Preisen deutlich unterrepr├Ąsentiert sind, wird durch diese Auszeichnung auch der Tatsache Rechnung getragen, dass ihre Berufsbiografien h├Ąufig aufgrund von Kindererziehung und Familienpause eine Unterbrechung aufweisen.

Der Gabriele M├╝nter Preis f├╝r Bildende K├╝nstlerinnen ab 40 ist mit 20.000 Euro dotiert und wird durch das Bundesministerium f├╝r Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender K├╝nstlerinnen und K├╝nstler, der GEDOK - Verband der Gemeinschaften der K├╝nstlerinnen und Kunstf├Ârderer und dem Frauenmuseum Bonn ausgelobt.
Weitere Infos zum Gabriele M├╝nter Preis: www.frauenmuseum.de
Der 6. Gabriele M├╝nter - Preis wird voraussichtlich im Fr├╝hjahr 2008 ausgeschrieben. Der Einsendeschluss des 6. GMP ist voraussichtlich der 31.10.2008.

Ausstellungsdauer: 31.1. - 9.4.2007
Veranstaltungsort: Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstra├če 7 (Ecke Stresemannstr. 110), 10963 Berlin
Tel.: +49 (0)30 254 86-0
├ľffnungszeiten: Mittwoch bis Montag: 10-20 Uhr, Dienstag geschlossen
www.gropiusbau.de

Women + Work Beitrag vom 31.01.2007 AVIVA-Redaktion 





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