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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 25.05.2008


Gazelle No. 4 Release Pressekonferenz - Knoblauch hilft Kartoffel
AVIVA-Redaktion

Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle stänkert gegen die deutsche Leitkultur. Anlässlich der am 02. Juni 2008 erscheinenden, vierten Ausgabe trafen sich ExpertInnen und MedienvertreterInnen...




...zum Gespräch über die Bereicherung der deutschen Mehrheitsgesellschaft durch MigrantInnen und die Notwendigkeit einer ausreichenden Berichterstattung aus Sicht der MigrantInnen in den Medien.

Jenseits deutscher Leitkultur und überholten eindimensionalen Lebensentwürfen sind besonders Frauen die Vorreiterinnen im Umgang mit Zwischenwelten. Vor allem sie sind es, die zwischen zwei oder mehr Kulturen ihre Existenz gründen, die Kinder großziehen, Familien zusammenhalten. Sie sind es, die zwischen mehreren Sprachen, schwer zu vereinbarenden Moralvorstellungen und ganz verschiedenen Lebensentwürfen wandern und daraus einen Reichtum schöpfen, der im Grunde noch nicht wirklich begriffen und gewürdigt wird.

Wo komme ich her? Wo will ich hin? Die ewig alte Frage, die jede Generation für sich aufs Neue beantworten muss. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft kann von MitbürgerInnen, die in Migrationszusammenhängen leben, viel lernen, angefangen bei einer grundsätzlichen Erweiterung des Horizonts, von deren Sinn für ungewöhnliche Lösungen, ihrem Improvisationstalent, ihrer Toleranz, Fantasie, Flexibilität, bis hin zu etwas mehr Leichtigkeit. Den Blick auf das Wesentliche nicht verlieren und gleichzeitig sich selbst nicht zu ernst nehmen.

Gazelle sieht sich als Forum, Medium und Motor für diesen Lernprozess. Die Rolle der Medien als Informationsquelle und Vermittlerin verschiedenster Lebensentwürfe ist heute wichtiger denn je. Um aber Deutschlands derzeitiges Gesicht abbilden und mithelfen zu können, eine wirklich kultivierte moderne Gesellschaft zu gestalten, bedarf es Medien, in denen alle gesellschaftlichen Gruppen vorkommen. Und es braucht Medien mit der Innensicht. Anlässlich des Erscheinens der vierten Ausgabe des multikulturellen Frauenmagazins trifft sich Gazelle mit einer Reihe von Persönlichkeiten, die diesen Ansatz unterstützen und ganz unterschiedliche, jeweils eigene Akzente setzen.

Es diskutierten:
- Moderatorin und Filmemacherin Mo Asumang,
- die Autorin und Journalistin Mely Kiyak,
- die Herausgeberin von AVIVA-Berlin.de Sharon Adler,
- die migrationspolitische Sprecherin der Grünen Bilkay Öney,
- der Migrationsforscher und Politikberater Prof. Dr. Klaus J. Bade sowie
- die Chefin vom Dienst von Radio Multikulti Ingerlise Andersen.

Sie alle haben wie die Gazelle-MacherInnen genug davon, dass MigrantInnen oder Angehörige anderer Religionen und deren Nachfahren immer noch vorzugsweise in Defizit-Zusammenhängen vorkommen. Sie sagen stattdessen: "Hört Euch mal unsere Sicht der Dinge an, auch Ihr könnt noch etwas lernen. Entspannt Euch mal und lasst uns gemeinsam Neues schaffen!"

© AVIVA-Berlin, Britta Leudolph

Einig waren sich die TeilnehmerInnen der Pressekonferenz in einem Punkt: MigrantInnen bringen viele Ideen und kreatives Potenzial mit, welches in Deutschland nicht ausreichend genutzt wird. Mely Kiyak betonte, dass auch MigrantInnen konsumieren, ihre Bedürfnisse würden aber zum Beispiel in der Werbung ignoriert. Der Migrationsforscher Klaus J. Bade wies darauf hin, wie erschreckend die Tatsache ist, dass 40 Prozent der AkademikerInnen mit türkischem Migrationshintergrund darüber nachdenken, in die Türkei zu gehen um dort zu arbeiten, weil sie hier nicht die gleichen Chancen hätten. In den letzten zehn Jahren hätten sich zwar die Einstellungen in Deutschland geändert, es gäbe aber weiterhin noch viel zu tun für ein gleichberechtigtes Miteinander.
Die gebürtige Dänin Ingerlise Anderson machte noch einmal auf die wichtige Rolle des von der Schließung bedrohten Radiosenders Multikulti für die Integration von MigrantInnen im Raum Berlin-Brandeburg aufmerksam.

Die "Gazelle No.4" startet mit einer Auflage von 12.000 Exemplaren und ist im Handel erhältlich. Sie enthält ein Interview mit Rita Süßmuth, einen Beitrag über Mo Asumang und viele weiterte interessante Artikel.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

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Deutschland, gefühlte Heimat

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amira. Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus

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Beitrag vom 25.05.2008

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